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Bibliographische Angaben zur Publikation

Abbruch von beruflichen Bildungsleistungen und die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben

Vortrag auf dem 16. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 26. bis 28. März 2007 in Berlin



Autor/in:

Erbstößer, Sabine; Grünbeck, Peter


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2007, Sonderausgabe, Seite 299-301, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2007



Abstract:


Um von Erwerbsunfähigkeit Bedrohten die Wiedereingliederung ins Arbeitsleben zu erleichtern, werden Leistungen zur beruflichen Bildung durchgeführt. Untersuchungen zu den Einflussfaktoren der Wiedereingliederung nach einer beruflichen Rehabilitation machen deutlich, dass der Abbruch einer Maßnahme negativen Einfluss auf die Wiedereingliederung nach der Rehabilitation hat. Der Beitrag enthält eine umfassende Beschreibung aller Abbrecher von Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen der Rentenversicherung.

Auf Grundlage der Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung (Reha-Statistik-Datenbasis, RSD 1997-2004) werden die Rehabilitanden mit Leistungen zur Qualifizierung und Aus- und Weiterbildung, die 2002 ihre Maßnahme abgeschlossen haben, untersucht. Dabei wird die Gruppe der Abbrecher mit den erfolgreichen Rehabilitanden vergleichend anhand einiger soziodemografischer Merkmale beschrieben sowie deren Wiedereingliederung in den folgenden zwei Jahren betrachtet.

Einen erfolgreichen Abschluss der beruflichen Bildungsmaßnahme haben 70 Prozent der Rehabilitanden, 15 Prozent haben die Maßnahme abgebrochen. Von diesen Rehabilitanden haben 73 Prozent gesundheitliche Gründe und 12 Prozent persönliche Gründe angegeben.

Die Häufigkeit der Abbrüche ist bei Männern wie Frauen, bei Arbeitern wie Angestellten gleich hoch. Die Abbrecher sind durchschnittlich im gleichen Alter wie erfolgreiche Rehabilitanden (39,4 und 39,7 Jahre). Abgebrochen wird etwa nach der Hälfte der durchschnittlichen Maßnahmedauer erfolgreicher Rehabilitanden. Des Weiteren sind die Abbrüche in den Berufsförderungswerken und bei Aus- und Weiterbildungen häufiger als bei Qualifikationen.

Rehabilitanden mit einer Erkrankung des Muskel- und Skelettsystems brechen nicht so häufig ab wie Rehabilitanden mit einer psychischen Erkrankung. Zudem brechen Rehabilitanden ohne vorherige medizinische Rehabilitation (circa 50 Prozent) seltener ab. War eine vorherige medizinische Rehabilitation erforderlich, so ist die erfolgreiche Durchführung der beruflichen Maßnahme umso wahrscheinlicher, je zügiger diese eingeleitet wurde.

Abbrecher haben deutlich schlechtere Wiedereingliederungschancen. Die Abbrüche steigen mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung, so zum Beispiel bei Rehabilitanden, die ihre Maßnahme in einem Berufsförderungswerk durchführen. Etwa die Hälfte dieser Rehabilitanden benötigen Maßnahmen mit umfassenden rehabilitativen Hilfen.

Abbrüche sind so weit wie möglich zu vermeiden. Es sollte dabei jedoch eine Bestenauslese und Vernachlässigung von Risikogruppen zur Senkung der Abbruchzahlen und zur Steigerung der Wiedereingliederungsquote verhindert werden. Die Bedeutung von Schnittstellen wird erneut deutlich. Im Vorfeld sind die Auswahlkriterien für bestimmte Maßnahmearten gerade hinsichtlich der gesundheitlichen Belastungen auch im Hinblick auf das Alter zu schärfen. Die Steuerung während des Rehabilitationsprozesses macht Instrumente nötig, die eine Wächterfunktion hinsichtlich gesundheitlicher Problemkonstellationen wahrnehmen können.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '16. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Gesund älter werden - mit Prävention und Rehabilitaton' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL137854


Informationsstand: 20.09.2007

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