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Bibliographische Angaben zur Publikation

Verlauf und Prädiktoren des Rehabilitationserfolgs fünf Jahre nach ambulanter orthopädisch-rheumatologischer Rehabilitation

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Beck, Larissa; Busche, T.; Mau, Wilfried


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 329-330, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Bisher wurden Studien über die Ergebnisse ambulanter orthopädischer Rehabilitation (AR) über eine Beobachtungsperiode von maximal zwölf Monaten untersucht. In der vorliegenden Analyse erfolgt nun eine Verlaufsbeobachtung über einen deutlich längeren Zeitraum von durchschnittlich fünf Jahren. Definiert wurde der Rehabilitationserfolg über zwei Outcomes und für diese jeweils Determinanten des Rehabilitationserfolgs ermittelt.

572 Rehabilitanden einer Langzeitnachbefragung wurden fünf Jahre nach ambulanter orthopädischer Rehabilitation untersucht. Man berücksichtigte ausschließlich initial Erwerbstätige zur Beurteilung des sozialmedizinischen Verlaufs und teilte diese analog zu Mau in zwei Gruppen. Als günstiger SMY wurden Fälle beurteilt, die erwerbstätig waren und in den letzten 12 Monaten Arbeitsunfähigkeitszeiten unter 6 Wochen aufwiesen. Als ungünstig wurden Fälle beurteilt, die die Erwerbstätigkeit krankheitsbedingt aufgegeben hatten oder bei denen Erwerbstätigkeit mit mindestens sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit im letzten Jahr vorlag.

Mittels Regressionsanalysen in einem gestuften Vorgehen wurden für die Vorhersage des Rehabilitationserfolgs Parameter zu Rehabilitationsbeginn als Prädiktoren überprüft.

Fünf Jahre nach der AR liegen die Werte im Durchschnitt über den Angaben zu Rehabilitationsbeginn, die Differenz ist allerdings gering. Als bedeutsame Prädiktoren für eine höhere Lebensqualität erwiesen sich jüngeres Alter, ein höherer Schulabschluss als Hauptschule und Faktoren, die auf eine bessere gesundheitliche Ausgangslage schließlich lassen.

Von 80 Prozent der initial Erwerbstätigen weisen fünf Jahre nach der AR 46 Prozent einen günstigen und 26 Prozent einen ungünstigen Erwerbsverlauf auf, 28 Prozent lassen sich keiner dieser beiden Kategorien zuteilen. Insgesamt zeigte sich bei den durchgehend Erwerbstätigen noch eine deutliche Reduktion der AU-Zeiten. 60 Prozent waren in den letzten zwölf Monaten überhaupt nicht arbeitsunfähig, dieser Anteil lag im entsprechenden Zeitraum vor der AR lediglich bei 23 Prozent.

Außerdem wurde deutlich, dass jüngeres Alter, ein höherer Schulabschluss als Hauptschule, geringere Schmerzen sowie eine positive Einschätzung des Gesundheitszustandes und der Reha-Motivation durch den Arzt wichtige Prädiktoren für einen günstigen Erwerbsverlauf sind. Einem günstigen Verlauf entgegen stand die Angabe von körperlicher Beanspruchung bei der beruflichen Tätigkeit.

Noch fünf Jahre nach einer AR sind Verbesserungen für beide Outcomes nachweisbar. Bei der KSK ist für die geringfügige Verbesserung die Skalenkonstruktion zu diskutieren, die alle Subskalen des SF-36 einbezieht. Die stärksten Effekte auf Subskalenniveau zeigen sich im körperlichen Bereich. Bei den ebenfalls einfließenden psychischen Merkmalen sind Verbesserungen eher schwach ausgeprägt.

Für beide Outcomes zeigt sich, dass sich neben höherem Schulabschluss und jüngerem Alter günstige gesundheitsbezogene Parameter und eine höhere Reha-Motivation positiv auf den Rehabilitationserfolg auswirken. Dadurch wird die Bedeutung der frühzeitigen Einleitung der medizinischen Rehabilitation unterstrichen, bevor ausgeprägte Einschränkungen und Motivationsverluste entstehen. Die Bedeutung schwerer körperlicher Tätigkeit wurde auch in anderen Studien gefunden. Entsprechend sollten Konzepte für Erwerbstätige mit Risikotätigkeiten gegebenenfalls zur rechtzeitigen Einleitung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben möglichst schon während der medizinischen Rehabilitation intensiviert werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x55


Informationsstand: 16.06.2006

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