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Bibliographische Angaben zur Publikation

Was leistet eine berufsbezogene Therapiegruppe für die psychosomatische Rehabilitation? Ergebnisse von 12-Monatskatamnesen einer kontrollierten Evaluation

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Koch, Stefan; Hillert, Andreas


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 52-54, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Bisher wurde oft davon ausgegangen, dass eine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit mit der Symptomreduktion einhergeht. Zudem gab es außer sozialtherapeutischer Beratung kaum spezifische berufsbezogene Handlungsangebote. Die zunehmende Zahl der vorzeitigen Berentungen sowie die hohe subjektive berufsbezogene Belastung lassen eine kritische Hinterfragung der bisherigen Praxis zu.

Die vergleichende kontrollierte Evaluation berufsbezogener Gruppenkonzepte in der verhaltenstherapeutischen und der tiefenpsychologischen psychosomatischen Rehabilitation hat ein Kooperationsprojekt des Reha-Forschungsverbund Bayern (RFB) zum Ziel. Die Ergebnisse der 12-Monatskatamnese der kontrollierten Evaluation des kognitiv-verhaltenstherapeutisch fundierten, berufsbezogenen Gruppentherapiekonzeptes werden im Folgenden dargestellt.

Im ersten Schritt wurden aus 988 psychosomatischen PatientInnen 289 hochbelastete ausgewählt und in einem längsschnittlichen Kontrollgruppendesign mit Zielstichproben abwechselnd der berufsbezogenen Interventionsgruppe beziehungsweise einer allgemeinen Problemlösegruppe zugewiesen. Unter anderem wurden der Erwerbsstatus sowie selbst berichtete berufliche Belastungen erhoben. Es wurde erwartet, dass die berufsbezogene Interventionsgruppe (IG) in Bezug auf poststationäre berufliche Wiedereingliederung, selbst eingeschätzter Arbeitsbewältigung und der Zufriedenheit mit der Bearbeitung beruflicher Problemlagen überlegen ist.

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die IG in der Wiederherstellung der Erwerbstätigkeit überlegen ist. Die Erwerbsquote stieg um 1,71 Prozent, während diese nach der Standardtherapie um fast 9 Prozent sank. Niedriger sind zudem die Rentenabsichten der TeilnehmerInner der IG und ebenfalls deutlich günstiger fallen die beruflichen Perspektiven bei Teilnahme an der spezifischen berufsbezogenen Intervention aus. Insgesamt ist die Integration einer spezifischen berufsbezogenen Therapiegruppe eine wirksame Ergänzung zur Standardtherapie. Neben dem volkswirtschaftlichen Nutzen sind die Effekte bei der Hochrisikogruppe psychosomatischer Patienten auch für die Betroffenen bedeutsam.

Weiterhin soll im Hinblick auf Replikation der Effekte im Angebot und der Evaluation eines vergleichbaren indikationsübergreifenden berufsbezogenen Schulungskonzepts in der orthopädischen und der kardiologischen Rehabilitation geforscht werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x15


Informationsstand: 29.05.2006

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