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Bibliographische Angaben zur Publikation

Beitrag D17-2013: Neue Arzneimittel - Therapeutischer Nutzen oder - kommerzielle Innovationen?


Sammelwerk / Reihe:

Forum D - Entwicklungen und Reformvorschläge: Diskussionsbeitrag


Autor/in:

Boeschen, Daniela; Windt, Roland; Glaeske, Gerd


Herausgeber/in:

Gagel, Alexander; Schian, Hans-Martin; Welti, Felix [u. a.]


Quelle:

Heidelberg: Eigenverlag, 2013, 5 Seiten: PDF


Jahr:

2013



Link(s):


Link zu dem Diskussionsbeitrag (PDF | 162 KB)


Abstract:


Allgemeine Einführung zu Forum D:

Thematisch ist das Diskussionsforum Rehabilitations- und Teilhaberecht in vier Einzelforen untergliedert (Forum A, B, C und D).

In Forum D werden rechtliche Entwicklungen und neue Gesetzesvorhaben zum Rehabilitations- und Teilhaberecht sowie ihre Auswirkung auf die Praxis thematisiert. Das Forum D bietet somit besondere Gelegenheit, Probleme, die sich im Rahmen der praktischen Umsetzung neuer Gesetze oder Verordnungen abzeichnen, frühzeitig aufzugreifen. Zudem werden hier die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und hiermit in Zusammenhang stehende juristische Fragestellungen in Deutschland und darüber hinaus diskutiert.

Diskussionsgegenstand:

Die Autoren setzen sich in ihrem Beitrag mit dem therapeutischen Nutzen von neuen Arzneimitteln auseinander. Dazu erklären sie zunächst, was unter den erwünschten und erforderlichen Innovationen in der Arzneimittelversorgung zu verstehen ist, um anschließend die Ergebnisse des vom Zentrum für Europäische Sozialpolitik erstellten Innovationsreports zu erläutern.

Seit der Einführung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) 2011 sind die Pharmaunternehmen verpflichtet, bereits zur Markteinführung neuer Arzneimittel eine Kosten-Nutzen-Bewertung vorzunehmen und so einen möglichen Zusatznutzen nachzuweisen (§ 35a SGB V). Die Bewertungen und Begutachtungen werden dazu vom Gemeinsamen Bundesausschuss und dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchgeführt. Das Konzept des therapeutischen Fortschritts soll bei dieser frühen Nutzenbewertung oberste Priorität haben.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass viele neue Arzneimittel aus therapeutischer Sicht nicht als innovativ gewertet werden können. Eine frühzeitige Bewertung, wie vom AMNOG gefordert, könnte zwar zunächst zu einer besseren Versorgungsqualität führen, sollte jedoch zu einem späteren Zeitpunkt noch durch zusätzliche Daten abschließend bewertet werden.

Der Beitrag behandelt auf den ersten Blick kein klassisches Thema des Diskussionsforums. Dennoch beschäftigt er sich mit einer Thematik, die insbesondere für Menschen mit chronischen Erkrankungen, welche nach der Rechtsprechung des EuGH (Urt. vom 11.04.2013, Az.: C-335/11 und C-337/11) im Sinne der RL 2000/78/EG ebenfalls als behindert anzusehen sind, auch von großem Interesse ist. Aus ihrer Sicht ist eine qualitativ möglichst hochwertige Arzneimittelversorgung mehr als wünschenswert.

Auch wenn im Regelfall eine Medikation für chronisch kranke Menschen überwiegend als Teil der medizinischen Krankenbehandlung (§ 27 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 SGB V) von der Krankenversicherung oder Sozialhilfe (§ 48 SGB XII) geleistet wird und damit nur selten alleiniger Gegenstand einer Rehabilitationsleistung ist (§ 26 Abs. 2 Nr. 3 SGB IX), ist eine regelmäßige Qualitätskontrolle - insbesondere im Hinblick auf den therapeutischen Nutzen neuer Arzneimittel - durch das IQWiG für die betroffenen Personen bedeutsam.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e.V. (DVfR)
Reha-Recht.de - das Onlineportal für Rehabilitations- und Teilhaberecht
Homepage: https://www.reha-recht.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

DVfRD1327


Informationsstand: 02.10.2013

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