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Bibliographische Angaben zur Publikation

Telearbeit: Berufsbildungswerk im Oberlinhaus Potsdam: Medienkompetenz und Vorbereitung auf Telearbeit im Open Learning Center - OLC

In Teil 3: Selbstdarstellung von Projekten



Sammelwerk / Reihe:

Telearbeit für behinderte Menschen, Band 272


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002


Jahr:

2002



Abstract:


1991 wurde in Potsdam-Babelsberg die gemeinnützige Gesellschaft Berufsbildungswerk im Oberlinhaus gegründet. Träger ist die Stiftung Oberlinverein, die seit über 100 Jahren körper- und lernbehinderte Jugendliche qualifiziert. Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA), die Bundesanstalt für Arbeit und das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen im Land Brandenburg fördern das Berufsbildungswerk (BBW).

Hier werden insgesamt circa 500 Jugendliche mit Körper- oder Lernbehinderungen in Ausbildungsberufen der Bereiche Wirtschaft/ Verwaltung, Metalltechnik, Holztechnik, Hauswirtschaft/Ernährung, Drucktechnik und Orthopädietechnik nach Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung (§§ 25 BBiG und HwO) sowie behindertenspezifisch nach § 48 BBiG und § 42 b HwO ausgebildet.

Auch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen wie Förderungslehrgänge, Arbeitserprobung und Berufsfindung werden angeboten. Zum BBW gehören die sonderpädagogische Berufsschule 'Theodor Hoppe', der Ärztliche, der Psychologische und der Sozialpädagogische Fachdienst sowie Internate.

Darstellung des Projektes: ESPOIR-HERMES-OLC OPEN LEARNING CENTER (OLC)
- Träger: Berufsbildungswerk im Oberlinhaus gGmbH
- Zeitraum: 01. 01.1996-30.06.1998
- Förderung: Europäischer Sozialfonds (GI Beschäftigung/ Aktionsbereich HORIZON), Land Brandenburg
- EU-Partner: Centre Est Formation Etudes (CEFE), Chalon sur Saone/Frankreich; Instituto Andaluz de Servicios Sociales (IASS), Sevilla/ Spanien; Instituto Municipal de Disminuits de Barcelona (IMDB), Barcelona/Spanien; Instituto Municipal de Formacion y Empleo (IMFE), Granada/ Spanien; OUTSET, London/ Großbritannien

Das offene Lernzentrum (Open Learning Center - OLC)
Seit Oktober 1996 können die Auszubildenden (und auch die Mitarbeiter) des BBW zusätzlich das offene Lernzentrum (Open Learning Center - OLC) für Ausbildung, Unterricht, Informationssuche und Freizeit nutzen. Hier besteht die Möglichkeit, offenes selbstständiges Lernen zu praktizieren.

Dafür stehen zwölf vernetzte multimediale Personalcomputer, Lern- oder Anwendungssoftware sowie elektronische Nachschlagewerke zur Verfügung. Ausbilder oder Lehrer nehmen hier ihre Rolle als Lernberater und Koordinator wahr. Die Auszubildenden können im OLC ihre Fachkompetenz selbstständig erweitern und vervollkommnen, individuell üben und sich entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen Spezialwissen aneignen. Auch zur Vertiefung der Methodenkompetenz kann die Arbeit im OLC Unterstützung leisten.

Der Erwerb und die Vertiefung von Medienkompetenz durch die Auszubildenden ist ein wichtiges Ziel des Projektes. Eine zentrale Qualifikation für die heutige Arbeitswelt ist der angemessene Umgang mit modernen informations- und kommunikationstechnischen Hilfsmitteln. Die Jugendlichen erwerben im OLC Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer, mit Software und mit modernen Kommunikationswegen - wie zum Beispiel das Internet oder lokale Netzwerke durch selbstständige Nutzung oder Teilnahme an Einführungskursen in Kleingruppen. Eine hohe Kompetenz auf diesem Gebiet kann die Vermittlungschancen für Berufsanfänger - im Besonderen für einen Telearbeitsplatz - verbessern.

Erfahrungsbericht
Das offene Lernzentrum (Open Learning Center - OLC) ist an vier Tagen in der Woche von 8:00-20: 00 Uhr und an einem Tag von 8:00-16:00 Uhr geöffnet. Die Softwareauswahl erfolgte anhand eines Kriterienkataloges, der aus einschlägiger Literatur zusammengestellt wurde. Bis auf wenige Ausnahmen erwies es sich als äußerst schwierig, Software kostenlos zum Testen zu bekommen, so dass wir uns vielfach auf den Erfahrungsaustausch mit Kollegen und anderen Institutionen, die Bewertung von Software in Fachzeitschriften sowie Aussagen von SODIS und dem pädagogischen Landesinstitut Brandenburg verlassen mussten. Zur Evaluation des Projektes beobachten wir insbesondere die Entwicklung unserer Pilotgruppen aus dem kaufmännischen Bereich.

Die Jugendlichen, die bereits von Anfang des Projektes an intensiv an die OLC-Nutzung herangeführt wurden, bevorzugen die selbstständige Arbeit im OLC anhand komplexer Aufgaben. Sie erarbeiten selbstständig oder mit Unterstützung des OLC- Betreuers Funktionen von Anwendungssoftware und zwar in Abhängigkeit davon, ob sie diese zur Lösung der komplexen Aufgabe benötigen. Dabei gehen einige über die Anforderungen des Ausbildungsplans hinaus. Die Atmosphäre im OLC wird von den Jugendlichen als angenehm empfunden (man kann nebenbei über Kopfhörer Musik-CDs hören; es steht immer ein Betreuer/eine Betreuerin zur Verfügung; jeder entscheidet selbst, ob er Beratung wünscht oder nicht).

Im April 1997 zog unsere Einrichtung um. Mit Inbetriebnahme des neuen Gebäudes wurde eine weitere Pilotgruppe in die intensive OLC-Arbeit einbezogen. Diese Auszubildenden arbeiten bisher lieber unter Anleitung der vertrauten Ausbilderin und wünschen stärkere Unterstützung bei der Arbeit mit dem Computer. Die Teilnehmer anderer Ausbildungsbereiche sowie der Förderlehrgänge arbeiteten bisher vorwiegend im Rahmen des regulären Berufsschulunterrichts beziehungsweise der Ausbildung im OLC. Einige Jugendliche kommen auch in ihrer Freizeit ins OLC. Dabei nutzen sie etwa zur Hälfte Lern- und Anwendungssoftware, zur anderen Hälfte Freizeitangebote.

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist die Vorbereitung einer Fernausbildung beziehungsweise die Vorbereitung unserer Jugendlichen auf eine mögliche Telearbeit. Es stellte sich heraus, das die von uns bisher eingesetzten CBT-Programme vermutlich nicht ausreichen, um eine völlig selbstständige Erarbeitung des Ausbildungsganges Bürokauffrau/-mann zu gewährleisten.

Weitere Aktivitäten
Zusammenarbeit mit weiteren Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation mit dem Ziel der Softwareerstellung und Vorbereitung der Fernausbildung (Kooperationsverbund mit BBW 'Annedore Leber'Berlin, BBW Husum, BFW Oberhausen, BFW Hamm), Projekt 'Lernbehinderte arbeiten mit CNC-Software' bei uns im Hause, Zusammenarbeit mit anderen BBW AG Bildgestaltung im OLC


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Berufsbildungswerk im Oberlinhaus gGmbH | REHADAT-Adressen




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

D0071


Informationsstand: 01.08.2002

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