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Bibliographische Angaben zur Publikation

Telearbeit: Förderungsmöglichkeiten: Finanzielle Leistungen an Schwerbehinderte

In Teil 1: Hilfestellungen zur praktischen Einführung von Telearbeitsplätzen für behinderte Menschen



Sammelwerk / Reihe:

Telearbeit für behinderte Menschen, Band 272


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002


Jahr:

2002



Abstract:


Finanzielle Hilfen an Schwerbehinderte vorwiegend für die berufliche Qualifikation und zur Unterstützung der Arbeitsaufnahme Bei den Hilfen zur beruflichen Eingliederung Schwerbehinderter haben Leistungen an den Arbeitgeber Priorität. Begründet ist dieser Vorrang im Wesentlichen durch die Pflicht der Arbeitgeber, Schwerbehinderte zu beschäftigen. Die Arbeitgeber sollen durch entsprechende Hilfen darin unterstützt werden, die Pflichtquote zu erfüllen und darüber hinaus nach Möglichkeit weitere schwerbehinderte Mitarbeiter einzustellen.

Im Unterschied zu den Hilfen für Arbeitgeber zielen die umfangreichen finanziellen Hilfen an Schwerbehinderte in erster Linie darauf ab, diese beruflich zu qualifizieren und bei der Aufnahme von Beschäftigungsverhältnissen - zum Beispiel durch Finanzierung personengebundener, technischer Arbeitshilfen oder durch Finanzierung spezieller Kraftfahrzeughilfen - zu unterstützen.

Bei Gründung einer selbstständigen Existenz können finanzielle Starthilfen bei Arbeitsamt und Integrationsamt beantragt werden. Bei Gründung einer selbstständigen beruflichen Existenz kann - nicht anders als bei nicht- behinderten Personen - beim Arbeitsamt die Zahlung von Überbrückungsgeld gemäß § 55 AFG (Arbeitsförderungsgesetz) beantragt werden.

Gefördert werden können Arbeitslose, die bis zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mindestens vier Wochen Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen haben. Das Überbrückungsgeld dient der Sicherstellung des Lebensunterhaltes des Arbeitslosen und seiner Familienangehörigen, es wird in der Regel 26 Wochen in der Höhe des Arbeitslosengeldes/der Arbeitslosenhilfe gewährt.

Für die Gewährung von Überbrückungsgeld ist die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle darüber erforderlich, dass die Selbstständigkeit voraussichtlich auf Dauer eine ausreichende Lebensgrundlage bietet. Über das Integrationsamt können Schwerbehinderte Darlehen oder Zinszuschüsse zur Gründung und zur Erhaltung einer selbstständigen beruflichen Existenz beantragen.

Das Integrationsamt ist gemäß § 21 SchwbAV vor Gewährung dieser Leistungen verpflichtet, drei Dinge zu prüfen:
- ob der Antragsteller über die erforderlichen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen verfügt,
- ob er durch die selbstständige Tätigkeit voraussichtlich auf Dauer seinen Lebensunterhalt sicherstellen kann und
- ob die Tätigkeit unter Berücksichtigung von Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes zweckmäßig ist.

Auch bei Gründung einer selbstständigen Existenz als Telearbeiter besteht Anspruch auf Investitionshilfen zur Schaffung des behindertengerechten Arbeitsplatzes Schwerbehinderte, die eine selbstständige Existenz, zum Beispiel als Telearbeiter, gründen, haben im Rahmen der finanziellen Hilfen an Schwerbehinderte grundsätzlich auch Anspruch auf Investitionshilfen für die Schaffung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes (vergleiche § 21, Absatz 4 SchwbAV). Auch die Einrichtung des häuslichen Arbeitsplatzes eines selbstständigen Telearbeiters ist förderungsfähig.

Anspruch auf Übernahme der Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz Der Rechtsanspruch auf Arbeitsassistenz wurde im Oktober 2000 in das novellierte Schwerbehindertengesetz aufgenommen und im Juli 2001 in das neue SGB IX übernommen. 'Arbeitsassistenz ist die regelmäßige Unterstützung in Form von Handreichungen während der Arbeitszeit. Sie wird zum Ausgleich behinderungsbedingter Funktionseinschränkungen eingesetzt. Das heißt, Arbeitsassistenzen helfen dem Beschäftigten bei Tätigkeiten, die ... aufgrund einer Behinderung nicht selbstständig ausgeübt werden können' (http://www. arbeitsassistenz.de).

Anspruch auf Arbeitsassistenz haben Arbeitnehmer, deren Arbeitsplatz aufgrund ihrer Behinderung ohne Arbeitsassistenz gefährdet wäre bezüglich die ohne Arbeitsassistenz einen Arbeitsplatz nicht bekommen würden. Im Zentrum stehen Menschen mit Sinnes- oder Körperbehinderungen. Arbeitsassistenz soll 'funktionelle Einschränkungen'kompensieren.

Auch für Telearbeits-Arbeitsplätze besteht Anspruch auf Arbeitsassistenz. Der Anspruch besteht bei befristeten und unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen ebenso wie bei Vollzeit- oder Teilzeitarbeitsplätzen, bei ABM- und SAM- Stellen. Der Antrag ist in der Regel beim zuständigen Integrationsamt zu stellen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Kapitelübersicht: Förderungsmöglichkeiten




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/publikat...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

D0031


Informationsstand: 01.08.2002

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