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Bibliographische Angaben zur Publikation

Telearbeit: Möglichkeiten und Risiken für Behinderte: Behinderungsformen und ihre Eignung für Telearbeit

In Teil 1: Hilfestellungen zur praktischen Einführung von Telearbeitsplätzen für behinderte Menschen



Sammelwerk / Reihe:

Telearbeit für behinderte Menschen, Band 272


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 2002


Jahr:

2002



Abstract:


Unter dem Begriff 'Behinderung' werden in der amtlichen Statistik eine Vielzahl unterschiedlichster Beeinträchtigungen zusammengefasst. Erfasst werden dauerhafte körperliche, geistige und seelische Schädigungen. Als Schwerbehinderte werden Personen mit einem gemäß Schwerbehindertengesetz (SchwbG) anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent ausgewiesen.

Am Ende des Jahres 1993 lebten in Deutschland circa 6,4 Millionen Schwerbehinderte, das waren 8,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp die Hälfte dieses Personenkreises, insgesamt circa drei Millionen Personen, befand sich im erwerbsfähigen Alter. Die Anzahl der erwerbstätigen Schwerbehinderten nimmt seit der Wiedervereinigung kontinuierlich ab. Waren 1991 noch über 890. 000 Schwerbehinderte bei Arbeitgebern mit mehr als 16 Beschäftigten erwerbstätig, so waren es im Jahre 1994 nicht einmal mehr 761.000. Im Juni 1997 waren knapp 194.000 Schwerbehinderte arbeitslos, dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 17,9 Prozent.

Aus der Statistik der Behinderungsformen lassen sich allerdings kaum Aussagen über das Beschäftigungspotenzial durch Telearbeit ablesen. In diesem Zusammenhang sind zwei Aussagen von zentraler Bedeutung: Die große Mehrzahl aller Behinderten unterscheidet sich im Umgang mit dem Computer in keiner Weise von anderen Computerbenutzern. Behinderungen sind das Ergebnis des Zusammentreffens von Funktionsbeeinträchtigungen und Anforderungssituationen. Ob Computertastaturen benutzt werden können, ist eben nicht allein von der Art und Intensität der Beeinträchtigung abhängig, sondern auch davon, wie Computertastaturen gestaltet sind, zum Beispiel von der Größe und Anordnung der Tasten und von deren Druckwiderstand.

Technische Hilfen und spezielle Arbeitsplatzanpassungen ermöglichen vielen Behinderten den Umgang mit einer sie eigentlich ausschließenden Umwelt. So gibt es für Personen mit gravierenden Funktionseinschränkungen im Armbereich spezielle technische Hilfen, um an herkömmlichen Computer- beziehungsweise Telearbeitsplätzen arbeiten zu können. Auch für Blinde und stark sehbehinderte Personen wurden spezielle technische Hilfen entwickelt, die das Arbeiten am Computer ermöglichen.

Personen mit Hör- und Sprachbehinderungen haben meist keine Probleme, mit dem Computer zu arbeiten, allerdings sind sie auf Alternativen zur Telefonkommunikation wie Fax und E-Mail angewiesen. Bei bestimmten Beeinträchtigungen kann neben dem eigentlichen Tele- oder Computerarbeitsplatz die Anpassung der unmittelbaren Arbeitsumgebung erforderlich werden. So sind Rollstuhlfahrer auf die barrierefreie Gestaltung von Arbeitsplatz und -umgebung angewiesen. Es kommt also auf das Zusammenspiel von individuellen Funktionseinschränkungen, Arbeitsplatzanforderungen und möglichen Hilfsmitteln an.

Ob neben den - für alle Telearbeiter relevanten -allgemeinen Eignungskriterien behinderungsbedingte Gründe die Arbeit an einem Telearbeitsplatz unmöglich machen, teilweise einschränken oder den Einsatz technischer Hilfen erfordern, kann in der Regel nur im Einzelfall entschieden werden. Hierfür sollte - möglichst unter Einbeziehung des jeweiligen Beschäftigten und gegebenenfalls auch im Rahmen einer förderungsfähigen Probebeschäftigung - das Anforderungsprofil des jeweiligen Arbeitsplatzes mit den individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten des behinderten Telearbeiters abgeglichen werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Kapitelübersicht: Möglichkeiten und Risiken für Behinderte




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

D0018


Informationsstand: 01.08.2002

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