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Bibliographische Angaben zur Publikation

Aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Rehabilitation

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von DIE LINKE. - Drucksache 16/2464



Sammelwerk / Reihe:

Deutscher Bundestag - Drucksachen, Band 16/2874, 06.10.2006


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Deutscher Bundestag und Bundesrat


Quelle:

Berlin: Heenemann, 2006, 12 Seiten: PDF


Jahr:

2006



Link(s):


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Abstract:


Abgebildet ist die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Ilja Seifert, Klaus Ernst, Diana Golze, Cornelia Hirsch, Inge Höger-Neuling, Katja Kipping, Kornelia Möller, Volker Schneider (Saarbrücken), Frank Spieth, Dr. Axel Troost, Jörn Wunderlich, Sabine Zimmermann und der Fraktion DIE LINKE. zum Thema: Aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Rehabilitation.

Vorbemerkung der Fragesteller: Mit Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation soll ein wichtiger Beitrag zum Ausgleich von Benachteiligungen aufgrund von Behinderungen geleistet werden. Somit ist die berufliche Rehabilitation ein maßgeblicher Bestandteil einer Strategie zur Umsetzung des Benachteiligungsverbots. Sie ermöglicht für Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Erwerbsleben. Dieser wichtige sozialpolitische Auftrag darf nicht durch eine einseitige betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Geschäftspolitik der Bundesagentur für Arbeit (BA) konterkariert werden. Eine erfolgreiche berufliche Rehabilitation hängt von qualitativ hochwertigen Maßnahmen und gut geschultem Personal ab.

Aufgrund der sozialpolitischen Zielsetzung und Bedeutung der beruflichen Rehabilitation werden Fragen über Entwicklungstendenzen und Grundlagen gestellt.

Vorbemerkung der Bundesregierung: Die Bundesregierung teilt die in der Vorbemerkung der Kleinen Anfrage zum Ausdruck kommende Auffassung, wonach Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation einen wichtigen Beitrag zum Ausgleich von Benachteiligungen aufgrund von Behinderungen leisten. Ziel muss die vollständige Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft sein. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Menschen mit Behinderungen die Chance haben, ihr Leben in freier Selbstbestimmung möglichst eigenverantwortlich gestalten zu können. Besonders geeignet zur Förderung/Vermittlung von Chancengleichheit sind dabei aus Sicht der Bundesregierung alle Maßnahmen, die Chancengleichheit nicht abstrakt, sondern konkret durch Integration in Ausbildung und Arbeit erfahrbar machen. Zentrales Anliegen bleibt daher die Vermittlung überzeugender Integrationschancen und eine zügige und nach Möglichkeit dauerhafte Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Dazu steht den Menschen mit Behinderungen in Deutschland auch ein beispielhaftes Netz von Einrichtungen mit differenzierten und individuellen Förderangeboten zu Verfügung. Die Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation insgesamt, aber auch die Berufsbildungswerke (BBW) für die berufliche Erstausbildung Jugendlicher mit Behinderungen und die Berufsförderungswerke (BFW) für die berufliche Teilhabe erwachsener Menschen mit Behinderungen, leisten dabei anerkannt gute Arbeit. Sie sind den Menschen mit Behinderungen erfolgreiche und verlässliche Partner bei der beruflichen Erstausbildung und bei Maßnahmen der Wiedereingliederung in Beruf und Gesellschaft.

Wie die Bundesregierung schätzen alle Rehabilitationsträger Leistung und Wirken der Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation. Das gilt auch für die Bundesagentur für Arbeit (BA). Sie setzt ihr erhebliches Engagement im Bereich der Förderung und Beschäftigung behinderter und schwerbehinderter Menschen kontinuierlich fort. Nachdem die BA die Ausgaben für die allgemeinen und besonderen Leistungen zur Förderung der Teilhabe von 1998 bis 2003 von 2 Milliarden Euro auf rund 3 Milliarden Euro erhöht und damit um fast 50 Prozent gesteigert hatte, stellt sie auch im laufenden Jahr mit über 2,7 Milliarden Euro einen herausragenden Beitrag für diese Leistungen zur Verfügung. Hinzu kommen Mittel in Höhe von rund 200 Millionen Euro, die Arbeitsgemeinschaften im SGB-II-Eingliederungstitel (SGB II - Zweites Buch Sozialgesetzbuch) für die Förderung behinderter und schwerbehinderter Menschen vorgesehen haben. Damit bleibt die Förderung behinderter und schwerbehinderter Menschen ein Kernelement der Arbeitsmarktpolitik.

Selbstverständlich bleibt es fortwährende Aufgabe der Rehabilitationsträger, auch Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation ständig auf Effizienz und Effektivität zu prüfen. Die Teilhabeförderung kann nicht losgelöst werden von der Lage und der Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Vor allem im Bereich der Wiedereingliederung erwachsener Menschen mit Behinderungen werden vermehrt Maßnahmen durchgeführt, die ambulant und in enger Kooperation mit Betroffenen und Betrieben stattfinden. Einrichtungen und Maßnahmeträger versuchen zunehmend ihre Angebote auf diese Entwicklungen hin auszurichten.

Die Bundesregierung leistet mit der Initiative - job-Jobs ohne Barrieren - und zusammen mit den Bundesländern durch das Programm JOB 4000 - Programm zur besseren beruflichen Integration besonders betroffener schwerbehinderter Menschen - einen gewichtigen Beitrag, die Ausbildungs- und Beschäftigungschancen von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Die Bundesregierung ist zuversichtlich, dass diese auch von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Verbänden behinderter Menschen, von Ländern und Einrichtungen gemeinsam getragene Initiative die Beschäftigungsmöglichkeiten behinderter und schwerbehinderter Menschen erhöhen wird. Diese Programme ergänzen eine Fülle von Maßnahmen, die die Bundesregierung bereits in der Vergangenheit ergriffen hatte, um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu sichern und zu fördern. Über die Wirkung dieser Instrumente und zur beruflichen Prävention wird die Bundesregierung bis zum 30. Juni 2007 berichten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Kleine Anfrage zum Thema Aktuelle Entwicklungen in der beruflichen Rehabilitation | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Dokumente & Recherche
Dokumentations- und Informationssystem des Deutschen Bundestags (DIP)
Homepage: https://www.bundestag.de/drs

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Referenznummer:

BTDR0063A


Informationsstand: 29.03.2021

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