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Bibliographische Angaben zur Publikation

Bericht der Bundesregierung über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes

Unterrichtung durch die Bundesregierung



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Deutscher Bundestag und Bundesrat


Quelle:

Deutscher Bundestag - Drucksachen, 2006, Drucksache 16/1100, 28.03.06, Berlin: Heenemann, ISSN: 0722-8333


Jahr:

2006



Link(s):


Link zur Bundestagsdrucksache (PDF, 362 KB).


Abstract:


Die aufgrund des Organisationserlasses der Bundeskanzlerin vom 22. November 2005 geänderten Ressortzuschnitte bleiben, was die Darstellung der Ergebnisse des Jahres 2004 (November 2003 bis Oktober 2004) anbelangt, unberücksichtigt.

1. Die Bundesministerien und die sonstigen Bundesdienststellen jeweils mit ihren nachgeordneten Dienststellen beschäftigen im Berichtsjahr 2004 - zusammengefasst- einen Anteil schwerbehinderter Menschen von 7,1 Prozent. Damit wurde das Ergebnis des Vorjahres wieder erreicht. Die geforderte Beschäftigungsquote für schwerbehinderte Menschen von 5 beziehungsweise 6 Prozent für den öffentlichen Dienst des Bundes ist damit erneut deutlich überschritten, und der öffentliche Dienst wird im Bereich des Bundes seiner Vorbildfunktion abermals gerecht. Wie bereits im Vorjahr wird in Anbetracht des erreichten Gesamtergebnisses darauf verzichtet, zur Steigerung des Anteils beschäftigter schwerbehinderter Menschen, einen Maßnahmenkatalog der Ressorts über durchgeführte beziehungsweise beabsichtigte zukünftige Maßnahmen in den Bericht aufzunehmen.

2. Die Zahl der schwerbehinderten Frauen im öffentlichen Dienst des Bundes insgesamt ist im Berichtszeitraum um 283 von 7 400 auf 7 683 und damit um 3,8 Prozent gestiegen. Der schon immer hohe Frauenanteil an den beschäftigten schwerbehinderten Menschen bei den Bundesdienststellen einschließlich der nachgeordneten Geschäftsbereiche konnte damit nochmals leicht gesteigert werden (35,1 auf 35,3 Prozent). Frauen besetzen mehr als ein Drittel aller mit schwerbehinderten Menschen besetzten Pflichtarbeitsplätze. Auch bei den Neueinstellungen werden die Bemühungen zu einer Verbesserung der Situation schwerbehinderter Frauen deutlich. Der Anteil der Frauen an den Neueinstellungen schwerbehinderter Menschen beträgt 43,4 Prozent. Damit erweist sich der öffentliche Dienst des Bundes als vorbildlich bei der gesetzlich vorgeschriebenen angemessenen Berücksichtigung schwerbehinderter Frauen.

3. Bei der Darstellung der Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen außerhalb des Bundes ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse aus dem Anzeigeverfahren für das Kalenderjahr 2004 noch nicht vorliegen und deshalb auf die Angaben der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2003 zurückgegriffen werden muss. Die vergleichende Bezugnahme auf die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes ist daher nicht aussagekräftig.

Die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen bei den öffentlichen Arbeitgebern insgesamt (Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung zusammengefasst) beträgt im Berichtsjahr 2003 5, 4 Prozent und liegt damit um 0, 2 Prozentpunkte über dem Ergebnis des Jahres 2002. Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen hat damit die höchste Quote seit der deutschen Einheit erreicht. Dabei ist festzustellen, dass die Beschäftigungsquote im öffentlichen Dienst in den neuen Ländern seit 1994 fast stetig angestiegen ist (zuletzt von 4,9 auf 5,3 Prozent). In den alten Ländern hat sich die Beschäftigungsquote im abgelaufenen Berichtsjahr um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 5,5 Prozent erhöht.

Bei den privaten Arbeitgebern stieg im Jahr 2003 die durchschnittliche Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen im gesamten Bundesgebiet - seit 1995 erstmals wieder - auf 3,6 Prozent. In den alten Ländern stieg die Beschäftigungsquote ebenfalls auf 3,6 Prozent. In den neuen Ländern ist gleicher Maßen eine Steigerung der Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen um 0,2 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die Quote beträgt nun 3,3 Prozent.

4. Die gestiegenen Beschäftigungsquoten zeigen, dass sich die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen insgesamt verbessert hat. Das Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen vom 23. April 2004 setzt die Politik der Herstellung benachteiligungsfreier Teilhabe behinderter und schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben fort. Zur Unterstützung einer tatsächlichen Verbesserung der Situation behinderter und schwerbehinderter Menschen bei der Teilhabe am Arbeitsleben koordiniert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Initiative 'job - Jobs ohne Barrieren' - Initiative für Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen und betriebliche Prävention. Partner sind Arbeitgeber, Gewerkschaften, Behindertenverbände und -organisationen, die Bundesagentur für Arbeit, die Integrationsämter, Rehabilitationsträger sowie Rehabilitationsdienste und -einrichtungen, der Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen und weitere Organisationen. Mit der Initiative 'job' soll - auch in wirtschaftlich und konjunkturell schwierigen Zeiten - erreicht werden, dass behinderte und schwerbehinderte Menschen die Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben besser realisieren können.

Mit der Initiative werden folgende Ziele verfolgt:
- Stärkung der Ausbildungsbereitschaft der Arbeitgeber und Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für behinderte und schwerbehinderte Jugendliche,
- Verbesserung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben und
- Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft in Unternehmen, Betrieben und Dienststellen mittels Förderung betrieblicher Prävention durch Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Die Initiative baut noch bestehende Vorbehalte auf der Arbeitgeberseite gegenüber der Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen ab. Für die Verbesserung der Beschäftigungssituation ist ein tragfähiges Netzwerk mit anderen Akteuren in der Behindertenpolitik notwendig. Dafür wird sich die Bundesregierung weiterhin einsetzen und im Rahmen der Initiative 'Job - Jobs ohne Barrieren' Erfahrungen von Unternehmen und Projekten auf diesem Gebiet bekannt machen und für andere Unternehmen zur Nachahmung zur Verfügung stellen. Die Koalitionsvereinbarung vom 11. November 2005 sieht konsequenter Weise auch die Fortführung der Initiative ausdrücklich vor.

Bisher beteiligen sich an der Initiative 'job' mehrere öffentliche Arbeitgeber des Bundes:
- die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Kooperation mit mehreren Werkstätten für behinderte Menschen, die ein breites Ausbildungsspektrum anbieten und barrierefreien Zugang zu allen Bereichen zur Erweiterung der Möglichkeiten der Ausbildung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen schaffen,
- die Fleischerei-Berufsgenossenschaft in Kooperation mit der IKK Südwest-Direkt und der Fleischerinnerung des Saarlandes, durch den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung für die Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements mit dem Ziel, den Arbeitgebern von kleinund mittelständischen Unternehmen Hilfestellungen bei der Umsetzung des betrieblichen Eingliederungsmanagements anzubieten.

Die Ergebnisse dieser Aktivitäten sind derzeit noch nicht darstellbar. Die Bewertung wird jedoch in den Bericht nach § 160 Absatz 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX) an die gesetzgebenden Körperschaften des Bundes einfließen, den die Bundesregierung bis zum 30. Juni 2007 zu erstatten hat.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Weitere Berichte über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Dokumente & Recherche
Dokumentations- und Informationssystem des Deutschen Bundestags (DIP)
Homepage: https://www.bundestag.de/drs

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

BTDR004406


Informationsstand: 05.04.2006

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