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Bibliographische Angaben zur Publikation

Bericht der Bundesregierung über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes

Unterrichtung durch die Bundesregierung



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Deutscher Bundestag und Bundesrat


Quelle:

Deutscher Bundestag - Drucksachen, 2005, Drucksache 15/5921, 14.07.05, Berlin: Heenemann, ISSN: 0722-8333


Jahr:

2005



Link(s):


Link zur Bundestagsdrucksache (PDF, 255 KB).


Abstract:


Die Bundesministerien und die sonstigen Bundesdienststellen jeweils mit ihren nachgeordneten Dienststellen beschäftigen im Berichtsjahr 2003 - zusammengefasst - einen Anteil schwerbehinderter Menschen von 7,1 Prozent. Damit wurde wiederum ein vorbildliches Gesamtergebnis erreicht. Erfreulich ist, dass die Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen trotz weiteren Rückgangs der Gesamtzahl der zu zählenden Arbeitsplätze nochmals gesteigert werden konnte. Die geforderte Beschäftigungsquote für schwerbehinderte Menschen von 5 beziehungsweise 6 Prozent für den öffentlichen Dienst des Bundes ist damit erneut deutlich überschritten, und der öffentliche Dienst wird im Bereich des Bundes seiner Vorbildfunktion abermals gerecht. Es hat sich gezeigt, dass es auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten möglich ist, die Beschäftigungssituation der auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligten schwerbehinderten Menschen spürbar zu verbessern.

Die Zahl der schwerbehinderten Frauen im öffentlichen Dienst des Bundes insgesamt ist im Berichtszeitraum um 293 von 7.107 auf 7. 400 und damit um 4,1 Prozent gestiegen. Der schon immer hohe Frauenanteil an den beschäftigten schwerbehinderten Menschen bei den Bundesdienststellen einschließlich der nachgeordneten Geschäftsbereiche konnte damit nochmals leicht gesteigert werden (35,0 auf 35,1 Prozent). Frauen besetzen mehr als ein Drittel aller mit schwerbehinderten Menschen besetzten Pflichtarbeitsplätze. Auch bei den Neueinstellungen werden die Bemühungen zu einer Verbesserung der Situation schwerbehinderter Frauen deutlich. Der Anteil der Frauen an den Neueinstellungen schwerbehinderter Menschen beträgt 44,3 Prozent. Damit erweist sich der öffentliche Dienst des Bundes als vorbildlich bei der gesetzlich vorgeschriebenen angemessenen Berücksichtigung schwerbehinderter Frauen.

Bei der Gegenüberstellung von Zu- und Abgängen beschäftigter schwerbehinderter Menschen ergibt sich ein positiver Saldo (+ 228). Die Zahl der erstmaligen Anerkennungen als schwerbehinderter Mensch und der Gleichstellungen von behinderten Menschen blieb im Berichtszeitraum hinter dem Vorjahreswert zurück (- 197). Der Anteil schwerbehinderter Menschen bei den Neueinstellungen erreichte im Berichtsjahr den Wert des Vorjahres (4,1 Prozent).

Bei der Darstellung der Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen außerhalb des Bundes ist zu berücksichtigen, dass die Ergebnisse aus dem Anzeigeverfahren für das Kalenderjahr 2003 noch nicht vorliegen und deshalb auf die Angaben der Bundesagentur für Arbeit für das Jahr 2002 zurückgegriffen werden muss. Die vergleichende Bezugnahme auf die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes ist daher nicht aussagekräftig.

Die Zahl der beschäftigten schwerbehinderten Menschen bei den öffentlichen Arbeitgebern insgesamt (Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung zusammengefasst) beträgt im Berichtsjahr 2002 5, 2 Prozent und liegt damit um 0, 1 Prozentpunkt über dem Ergebnis des Jahres 2001. Die Beschäftigungsquote ist seit dem Jahr 1992 nahezu gleich bleibend. Dabei ist festzustellen, dass die Beschäftigungsquote im öffentlichen Dienst in den neuen Ländern seit 1994 fast stetig angestiegen ist (von 3,4 auf 4,9 Prozent). In den alten Ländern hat sich die Beschäftigungsquote im abgelaufenen Berichtsjahr um 0,1 Prozentpunkt auf nunmehr 5,3 Prozent erhöht.

Bei den privaten Arbeitgebern blieb im Jahr 2002 die durchschnittliche Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen im gesamten Bundesgebiet mit 3,4 Prozent unverändert. In den alten Ländern ist die Beschäftigungsquote ebenfalls bei 3,4 Prozent konstant geblieben. In den neuen Ländern ist wiederum eine Steigerung der Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen zu verzeichnen. Die Quote beträgt nun 3,1 Prozent.

Das Beispiel des öffentlichen Dienstes des Bundes zeigt, dass sich die Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen verbessert hat. Das Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen vom 23. April 2004 setzt die Politik der Herstellung benachteiligungsfreier Teilhabe behinderter und schwerbehinderter Menschen fort.

Zur Unterstützung einer tatsächlichen Verbesserung der Situation behinderter und schwerbehinderter Menschen bei der Teilhabe am Arbeitsleben initiiert das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung die Initiative 'job - Jobs ohne Barrieren' - Initiative für Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen und betriebliche Prävention. Partner sind Arbeitgeber, Gewerkschaften, Behindertenverbände und -organisationen, die Bundesagentur für Arbeit, die Integrationsämter, Rehabilitationsträger sowie Rehabilitationsdienste und -einrichtungen, der Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen und weitere Organisationen. Mit der Initiative 'job' soll - auch in wirtschaftlich und konjunkturell schwierigen Zeiten - erreicht werden, dass behinderte und schwerbehinderte Menschen die Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben besser realisieren können.

Mit der Initiative werden folgende Ziele verfolgt:
- Stärkung der Ausbildungsbereitschaft der Arbeitgeber und Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten für behinderte und schwerbehinderte Jugendliche,
- Verbesserung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben und
- Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft in Unternehmen, Betrieben und Dienststellen mittels Förderung betrieblicher Prävention durch Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Die Initiative baut noch bestehende Vorbehalte auf der Arbeitgeberseite gegenüber der Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen ab. Für die Verbesserung der Beschäftigungssituation ist ein tragfähiges Netzwerk mit anderen Akteuren in der Behindertenpolitik notwendig. Dafür wird sich die Bundesregierung einsetzen und im Rahmen der Initiative 'Job - Jobs ohne Barrieren' Erfahrungen von Unternehmen und Projekten auf diesem Gebiet bekannt machen und für andere Unternehmen zur Nachahmung zur Verfügung stellen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Weitere Berichte über die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen im öffentlichen Dienst des Bundes




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Dokumente & Recherche
Dokumentations- und Informationssystem des Deutschen Bundestags (DIP)
Homepage: https://www.bundestag.de/drs

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Referenznummer:

BTDR004405


Informationsstand: 17.07.2005

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