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Angaben zum Forschungsprojekt

Modellversuch: Netzwerk zwischen einem Diabetes-Zentrum und Hausärzten zur Verbesserung der regionalen Diabetikerbetreuung

Hinweis: Die Informationen zu diesem Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.

Hintergrund:

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die die Betroffenen im hohen Maße mit Invalidität (Erblindung, Dialyse und Amputation) bedroht und für die Allgemeinheit mit erheblichen Folgelasten (Frühberentung etc.) verbunden ist. Beides lässt sich bei normaler Blutzuckereinstellung (HbA. 1c) unter aktiver Mitarbeit des Patienten (über strukturierte Diabetikerschulung und Betreuung nach etablierten Richtlinien) weitgehend vermeiden. Trotz dieser Kenntnisse weist die aktuelle Diabetikerbetreuung in Deutschland deutliche Defizite auf, deren Ursachen in Mängeln der hausärztlichen Versorgung und der Zusammenarbeit zwischen spezialisierten Diabetes-Zentren und niedergelassenen Ärzten zu suchen sind.

Ziel und Fragestellungen:
Der beantragte Modellversuch soll am Beispiel der Region Passau zeigen, daß durch ein Netzwerk zwischen einem Diabetes-Zentrum und den Hausärzten (mit Schulung im Diabetes-Screening, quartalsmäßigen Kontrollen des HbA1c etc.) die Diabetikerversorgung flächendeckend verbessert werden kann. Zu diesem Zweck ist ein Vergleich zwischen der hausärztlichen Versorgung mit Schulung (Setting A) und der üblichen hausärztlichen Versorgung (Setting B) bei gefährdeten Typ-II-Diabetikern geplant.

Im Modellversuch wird geprüft,
(1) ob Setting A gemessen an den Behandlungseffekten dem Setting B überlegen ist,
(2) welche Patienten vor allem vom Setting A profitieren,
(3) welche direkten und indirekten Kosten in beiden Settings entstehen,
(4) inwieweit Setting A von den Patienten akzeptiert wird, (5) inwieweit die Hausärzte Setting A befolgen und
(6) welche Probleme bei einer breiten Umsetzung des Settings A bestehen.

Studiendesign:

Es ist eine prospektive Kohortenstudie mit 1-jährigem Follow-up und je 200 Diabetikerinnen und Diabetiker (Höchstalter 60 Jahre) in beiden Settings geplant. Die Patienten werden den Settings über eine Cluster-Randomisation von 40 Praxen, die zur Schulung bereit sind, zugewiesen. Fallidentifikation erfolgt in beiden Settings über die Screening-Kriterien für gefährdete Typ-II-Diabetiker. In Setting A nehmen alle Patienten zu Beginn an einer Diabetikerschulung im Zentrum teil. In Setting B wird nicht interveniert. Die Studienfragen werden anhand spezifischer (HbA1c) und übergreifender Zielgrößen (z. B. Funktionszustand/Wohlbefinden, Rückkehr ins Erwerbsleben) und weitere Parameter beantwortet. Die Datenauswertung erfolgt über bi- und multivariate Verfahren.

Forschungsverbund Bayern



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB1C3


Informationsstand: 31.01.2020