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Bibliographische Angaben zur Publikation

Merkmalblatt 6.2: Schall/Lärm


Sammelwerk / Reihe:

Strukturierter Merkmalkatalog


Autor/in:

Wieland, Klaus; Weinmann, Sigbert; Schian, Hans-Martin


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)


Quelle:

Bonn: Eigenverlag, 1990


Jahr:

1990



Abstract:


Merkmalblatt 6 Umgebungseinflüsse

6.2 Schall/Lärm

Definition:

Schallimmissionen, die als störend oder beeinträchtigend empfunden werden. Bei Überschreiten eines Schwellenwertes entstehen in Abhängigkeit von Intensität und Einwirkungsdauer akute (Lärmtrauma) und chronische Gehörschäden ('Lärmschwerhörigkeit').
Zulässige Immissionsgrenzwerte sind in Abhängigkeit von der ausgeübten Tätigkeit in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) festgesetzt. Die Lärmbewertung erfolgt nach Mess- und Beurteilungsrichtlinien gemäß DIN 45641 und DIN 45645. Als einheitliche Bemessungsgröße dient der Beurteilungspegel in dB(A) .
Bei Überschreitung des Grenzwertes für gehörschädigenden Lärm sind ärztliche Vorsorgeuntersuchungen (ab 85 dB( A)) und die Verwendung von Gehörschutz (ab 90 dB(A)) vorgeschrieben.
Siehe auch: ---> Gehörschutz 7.2.3

Beanspruchung:

Lärm unterhalb der Schädigungsschwelle beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der ihm ausgesetzten Personen in individuell unterschiedlichem Maß in Abhängigkeit von der ausgeübten Tätigkeit. Bei Lärmexposition oberhalb eines Beurteilungspegels von 85 dB( A), sind mit zunehmender Intensität und Einwirkungsdauer Gehörschäden ('Lärmschäden') zu erwarten. Adäquater Gehörschutz verhindert weitgehend das Auftreten von Lärmschäden, wird aber nicht von allen Personen toleriert.
Angeborene verminderte Lärmtoleranz (zum Beispiel bei hereditärer Innenohr-Hörnervenschwerhörigkeit), Schädigungen und Erkrankungen des Hörorgans (zum Beispiel Morbus Menire, toxische oder durchblutungsbedingte Erkrankungen des Innenohres, Zustand nach Otoskleroseoperation) begünstigen die Entstehung von Lärmschäden. Dieser Personenkreis ist für Arbeiten im betrieblichen Lärmbereichen nicht, oder nur eingeschränkt geeignet. Ebenso sollten solche Personen ausgeschlossen werden, die bereits eine relevante lärmbedingte Vorschädigung des Gehöres aufweisen sowie Menschen, für die ein Gehörschaden ein erhebliches Handicap darstellen würde, zum Beispiel Blinde und stark Sehbehinderte.

Normen, Richtlinien:

Immissionsgrenzwerte für den Beurteilungspegel am Arbeitsplatz (nach Arbeitsstättenverordnung (Prgph. 15)):
- 55 dB(A) bei überwiegend geistigen Tätigkeiten
- 70 dB(A) bei einfachen oder überwiegend mechanischen Bürotätigkeiten oder vergleichbaren Tätigkeiten
- 85 dB(A) bei allen sonstigen Tätigkeiten

DIN 45641, DIN 45645, VDI-Richtlinie 2058, Blatt 2: Messmethodik und Verfahren zur Bestimmung des Beurteilungspegels. UVV 'Lärm' (VBG 121): Kennzeichnung betrieblicher Lärmbereiche, Verpflichtung zum Tragen von Gehörschutz ab 90 dB(A), Empfehlung ab 85 dB(A).
G 20: Richtlinien zur Durchführung und Beurteilung der arbeitsmedizinischen Vorsorge für Lärmexponierte.

Beurteilung:

Zu beurteilen sind die Lärm beziehungsweise Schallereignisse am Arbeitsplatz hinsichtlich Schallstärke, Frequenz, Geräuschcharakter und zeitlichem Schallverlauf in Bezug auf die Tätigkeit.

Beurteilung: (S)

Stufendefinition:
- ruhige Arbeitsumgebung, Geräuschpegel ohne Bedeutung für die Arbeitsaufgaben
- störender Geräuschpegel unterhalb des zulässigen tätigkeitsbezogenen Beurteilungspegels (nach ArbStättV)
- zulässiger tätigkeitsbezogener Beurteilungspegel (n. ArbStättV) wird erreicht o. überschritten
- Lärmbereich, der Beurteilungspegel liegt über 85 dB(A) (i.d.R. Gehörschutz erforderlich)

Differenzierung:

6.2.1 störender Lärm:
Unterhalb des zulässigen arbeitsplatzbezogenen Beurteilungspegels.

6.2.2 belästigender Lärm:
Oberhalb des zulässigen arbeitsplatzbezogenen Beurteilungspegels, kein Lärmbereich.

6.2.3 gesundheitsgefährdender Lärm:
Arbeit im Lärmbereich oberhalb 85 dB(A) Beurteilungspegel.

(Arbeitsstättenverordnung: Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV), Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, 30. 03.1975 BGBl., 1 S. 729), geändert 02.01.1982 und 01.08.1983 BGBl., 1 S. 1057); DIN 45645 Teil !: Einheitliche Ermittlung des Beurteilungspegels für Geräuschimmissionen (4/1977), Teil 2: Einheitliche Ermittlung des Beurteilungspegels für Geräuschimmissionen am Arbeitsplatz (8/1980), Beuth Verlag, Berlin; VDI 2058, Bl.2: Beurteilung von Lärm am Arbeitsplatz hinsichtlich Gehörschäden (10/1970), Beuth Verlag, Berlin; G 20 'Lärm': Berufsgenossenschaften e.V. (Hrsg.), 3. Ausgabe, 4/ 1989, Gentner Verlag, Stuttgart; UVV 'Lärm': Unfallverhütungsvorschrift(VBG 121), Carl Heymanns Verlag, Köln.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
Homepage: https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/publikationen.h...

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Referenznummer:

VT0156


Informationsstand: 28.10.1992