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Bibliographische Angaben zur Publikation

Handbuch Integration und Ausgrenzung

Behinderte Mitmenschen in der Gesellschaft



Autor/in:

Frick, Bernd; Sadowski, Dieter; Zink, Klaus J. [u. a.]


Herausgeber/in:

Zwierlein, Eduard


Quelle:

Neuwied: Luchterhand, 1996, 1. Auflage, 628 Seiten, ISBN: 3-472-02158-6


Jahr:

1996



Abstract:


Mit dem Handbuch hat der Luchterhand-Verlag innerhalb weniger Jahre ein drittes Handbuch für das Sozialwesen auf den Markt gebracht, das Beachtung verdient. Siebzig Autoren haben dieses umfang- und facettenreiche interdisziplinäre Buchprojekt thematisch und inhaltlich gestaltet.

Die Aussageabsicht des Buches formuliert der Herausgeber im Vorwort wie folgt: 'Ich wollte und will damit den Gedanken unterstützen, den C. F. von Weizäcker in seinem 'Garten des Menschlichen' formuliert hat: ' Wir werden zu keiner Gesellschaft ja sagen dürfen, die nicht versteht, was ihr selbst die Schwachen in ihrer Mitte bedeuten.'. '

Das breit angelegte Gemeinschaftswerk greift zentrale Themen der aktuellen Diskussion auf:
- Normalität und Behinderung
- Eugenik - Genetik - Euthanasie
- Ethik und Menschenwürde
- Lebenswelt und Alltag
- Persönliche Stellungnahmen
- Bildung - Erziehung - Förderungschancen
- Der behinderte Mensch in der Kunst und als Künstler
- Rechtliche und sozialpolitische Lage
- Arbeits- und Berufswelt
- Interkultureller Vergleich
- Behinderung und Leiden.

Dass ein so breit angelegtes Opus stilistische Inhomogenität und unterschiedliche Durchdringungstiefe vereint, oder dass die aktuellste Entwicklung der letzten Jahre, wie etwa die wiederholte BSHG-Novellierung des AFG, als zukunftsweisende Akzente nicht mehr berücksichtigt werden konnten, ist bei dieser ersten Auflage hinzunehmen.

Ärgerlicher ist dagegen, dass die Lebenswelten von Menschen mit Behinderungen, die in stationären Einrichtungen leben und dort ihr Zuhause haben, nur vereinzelt zur Sprache kommen. Leider verzichtet auch das Kapitel 'Arbeits- und Berufswelt' auf zukunftsweisende Modelle der Beschäftigung und Arbeitsmarktintegration von Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen, wie sie etwa innerhalb der Josefs-Gesellschaft im DLC Neuwied erprobt werden.

Trotz dieser kritischen Anmerkungen, die in zukünftigen Ausgaben berücksichtigt werden sollten, ist das Handbuch eine Fundgrube für die politische, gesellschaftspolitische und anthropologische Positionierung von Menschen, die im breiten Spektrum der Behindertenhilfe arbeiten.

Die Grundüberzeugungen, die das Handbuch prägen und die wohl alle seine Autoren teilen, äußern sich in der dreifachen Sicht:
- dass behinderte Menschen immer noch auf vielfältige Weise (rechtlich, sozial, ökonomisch usw.) benachteiligt, stigmatisiert, diskriminiert, ausgegrenzt sind;
- dass behinderte und nichtbehinderte Menschen füreinander große, oftmals noch unentdeckt und unentschlossene Integrationspotenziale besitzen und
- dass durch Information und Aufklärung ein nicht unerheblicher Teil der Ausgrenzungsgefahren minimiert und die Integrationschancen vermehrt werden.

Somit kann der bioethischen Eugenetik- und Euthanasiedebatte der letzten Jahre und ihrer Reflexion entgegengewirkt werden.

Otto Regenspurger, der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Behinderten formuliert es in seinem Geleitwort so: 'In einer Zeit, in der das Andere und Fremde vermehrt kritisch betrachtet, zur Diskussion gestellt und angegriffen wird, ist ein solches Buch nicht nur eine notwendige Zustandsbeschreibung, sondern auch ein nötiges Gegengewicht. Es ist von großer Bedeutung, dass sich Menschen mit Behinderungen verstärkt in die Diskussion um Eugenik, Genetik, Lebensqualität und Euthanasie einmischen, weil sie existenziell betroffen sind.' Diese Intention kann ein Träger wie die Josefs-Gesellschaft nur nachhaltig unterstützen.

Es ist somit zu hoffen, dass das Handbuch nicht nur in die Regale der Bibliotheken, sondern vor allem in die Ausbildungsstätten von Sozialpädagogen, Sozialarbeitern, Sonderschullehrern, Psychologen und Ärzten wandert, und dass es auch in den Einrichtungen der Behindertenhilfe als Hilfe und Unterstützung für die eigene Arbeit gewertet und eingesetzt wird.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Einzelne Beiträge des Sammelwerks




Dokumentart:


Sammelwerk / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Luchterhand Verlag
Eine Marke der Wolters Kluwer Deutschland GmbH
Homepage: https://shop.wolterskluwer.de/luchterhand/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1233


Informationsstand: 13.03.1997