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Schwerbehindertenanzeige von Unternehmen

Taschenrechner auf Papier mit Zahlen

Beschäftigungspflicht und Ausgleichsabgabe

Unternehmen mit monatlich mindestens 20 Arbeitnehmer/innen im Jahresdurchschnitt sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Betriebe, die unter dieser Pflichtquote bleiben, müssen für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe bezahlen. Diese ist umso niedriger, je mehr behinderte Mitarbeiter/innen im Unternehmen arbeiten oder ausgebildet werden.

Für Kleinbetriebe mit weniger als 60 Beschäftigten gelten Sonderregelungen.

In der Regel werden schwerbehinderte oder gleichgestellte Mitarbeiter/innen auf einen Pflichtplatz angerechnet. Unter besonderen Umständen können sogar zwei bis drei Plätze für einen schwerbehinderten Menschen anerkannt werden. Hierüber entscheidet die Agentur für Arbeit.

Anzeige der Beschäftigungsquote

Die Betriebe sind gesetzlich verpflichtet, ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bis spätestens zum 31. März für das vorangegangene Kalenderjahr alle Daten zu melden, die zur Berechnung der Beschäftigungsquote und der Ausgleichsabgabe notwendig sind.

Möglichkeiten Ausgleichsabgabe zu sparen

  • Menschen mit Behinderung ausbilden,
    denn jeder Azubi mit Behinderung wird auf zwei Pflichtplätze angerechnet. Die doppelte Anrechnung gilt nicht nur während der Ausbildung, sondern auch noch im ersten Beschäftigungsjahr nach Abschluss der Ausbildung.
  • Aufträge an Werkstätten für behinderte Menschen vergeben
    Haben Werkstätten für behinderte Menschen für den Betrieb Aufträge erledigt, kann die Hälfte des Rechnungsbetrages, der auf die Arbeitsleistung der behinderten Werkstattmitarbeiter/innen entfällt, von der Ausgleichsabgabe abgezogen werden. Materialkosten und Arbeitskosten der nicht behinderten Beschäftigten werden bei der Anrechnung nicht berücksichtigt. Arbeitgeber/innen sollten darauf achten, dass der Betrag in den Rechnungen ausgewiesen ist.
    Welche Produkte und Dienstleistungen von den Behindertenwerkstätten angeboten werden, kann bei REHADAT-Werkstätten nachgeschaut werden.

Wie hoch ist die Ausgleichsabgabe - Ein Rechenbeispiel

Ein Betrieb beschäftigt im Jahresdurchschnitt 167 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Davon sind drei Personen schwerbehindert oder gleichgestellt.

Die Beschäftigungsquote liegt in diesem Falle bei 1,79 Prozent. Der Betrieb muss jährlich 20.480 Euro Ausgleichsabgabe zahlen.

Stellt der Betrieb einen zusätzlichen schwerbehinderten Menschen ein, steigt die Beschäftigungsquote auf 2,4 Prozent. Wird dieser ganzjährig beschäftigt, verringert sich die Ausgleichsabgabe auf 11.660 Euro. Der Betrieb spart 8.820 Euro.

Noch höher wäre die Ersparnis, wenn der Betrieb zusätzlich einen schwerbehinderten Menschen ausbilden würde. Denn in diesem Falle würde sich die Ausgleichsabgabe um 11.680,00 Euro verringern. Der Betrieb müsste nur noch 8.800 Euro bezahlen.

Um die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent zu erreichen und von der Abgabe ganz befreit zu werden, müsste der Beispielsbetrieb insgesamt neun schwerbehinderte oder gleichgestellte Menschen beschäftigen.

Tipp: Mit dem Ersparnisrechner von REHADAT-Elan können Sie ungefähr berechnen, wie viel Ausgleichsabgabe ihr Betrieb bezahlen müsste und wie Sie diese reduzieren können. Der Rechner kann bei REHADAT-Elan auch als App heruntergeladen werden.

Autorin / Autor: (me) 2017