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Personelle Unterstützung

 Acht Frauen und Männer, die in einer Bäckerei arbeiten

Die helfende Hand

Manchmal können schwerbehinderte Menschen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten nur dann erfüllen, wenn sie Hilfe durch andere Personen erhalten. Die Unterstützung kann durch Kolleginnen und Kollegen erfolgen oder durch die Meisterin und den Meister.

Beispiele für eine personelle Unterstützung sind das Vorlesen für blinde Beschäftigte oder Handreichungen für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Eine weitere Art von personeller Unterstützung ist das regelmäßige Anleiten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die behinderungsbedingt ständige Unterweisung brauchen.

Der Arbeitsausfall der unterstützenden Person oder zusätzliche Personalkosten stellen für Betriebe eine außergewöhnliche Belastung dar, für die unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse beantragt werden können.

Zuschüsse zum Ausgleich von außergewöhnlichen Belastungen zahlt nur das Integrationsamt / Inklusionsamt. Überschneidungen mit anderen Leistungsträgern gibt es nicht. In manchen Fällen wird gleichzeitig ein Zuschuss für die Personelle Unterstützung und ein Beschäftigungssicherungszuschuss zum Ausgleich einer Minderleistung gewährt.

Voraussetzungen für eine Förderung

Entscheidungen über eine Förderung vom Integrationsamt / Inklusionsamt sind immer Einzelfallentscheidungen. Eine Rolle spielt dabei, wieviel Mittel dem jeweiligen Integrationsamt aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung stehen. Die Summe wechselt jährlich und fällt für jedes Integrationsamt anders aus.

Weitere Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Die schwerbehinderte Mitarbeiterin bzw. der schwerbehinderte Mitarbeiter wird tariflich oder ortsüblich entlohnt und ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
  • Es kann dem Betrieb nicht zugemutet werden, die außergewöhnlichen Belastungen selbst zu tragen. Dabei werden die Höhe der Aufwendungen berücksichtigt, die Betriebsgröße, die Erfüllung der Beschäftigungspflicht des Betriebes und die Dauer der Betriebszugehörigkeit der schwerbehinderten Mitarbeiterin bzw. des Mitarbeiters.
  • Es wurden alle anderen technischen und organisatorischen Möglichkeiten ausgeschöpft, damit die schwerbehinderte Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter ohne fremde Hilfe arbeiten kann und eine ihrem bzw. seinem Arbeitsentgelt entsprechende Arbeitsleistung erbringen kann.
  • Die Mitarbeiterin bzw. der Mitarbeiter gehört zum Personenkreis besonders betroffener schwerbehinderter Menschen (nach § 155 SGB IX).

Höhe der Förderung:

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Unterstützungsbedarf des behinderten Menschen und der Höhe des Arbeitsentgelts der Person, die die Unterstützung leistet. Außerdem wird berücksichtigt, ob der Betrieb die Beschäftigungspflicht erfüllt.

Dauer der Förderung:

Der Zuschuss für die personelle Unterstützung wird zunächst für einen begrenzten Zeitraum (meistens ein Jahr) gewährt und kann erneut beantragt werden. In manchen Fällen wird dauerhaft gefördert.

Die Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber erhält die Leistungen auch bei Abwesenheit der schwerbehinderten Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers, sofern in dieser Zeit Lohn oder Gehalt gezahlt wurden.

Überprüfung des Unterstützungsbedarfs:

Bevor erneut Leistungen zum Ausgleich für außergewöhnlichen Belastungen gezahlt werden, wird geprüft, ob der Unterstützungsbedarf weiterhin besteht oder sich verringern lässt. Manchmal hat sich zwischenzeitlich der Stand der Technik verbessert oder es ergeben sich andere neue Möglichkeiten, die der betroffenden Mitarbeiterin bzw. dem Mitarbeiter helfen, ohne personelle Unterstützung zu arbeiten. Betrachtet werden die Bereiche: 

  • Auswahl eines Arbeitsplatzes, der dem Fähigkeitsprofil des schwerbehinderten Menschen entspricht
  • Versetzung auf einen anderen, besser geeigneten Arbeitsplatz
  • behinderungsgerechte Einrichtung und Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Anpassung der Arbeitsorganisation oder Arbeitszeitgestaltung
  • Berufliche Bildung, Einarbeitung, einschließlich innerbetrieblicher Qualifizierung
  • ergotherapeutisches Training oder Job-Coaching

Autorin / Autor: (kn) 2018