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Bibliographische Angaben zur Publikation

Von Krüppeln und Viersinnigen: Sprache spiegelt die Wirklichkeit

Über den Wandel des Begriffs Behinderung



Autor/in:

Valle Thiele, Anina; Schmuhl, Hans-Walter


Herausgeber/in:

Aktion Mensch e.V.


Quelle:

MENSCHEN. das magazin, 2012, Ausgabe 3, Seite 40-43, Kassel: Publikom Z, ISSN: 1611-9576


Jahr:

2012



Abstract:


In dem Interview berichtet der Historiker Hans-Walter Schmuhl über seine Forschungsergebnisse zum Bedeutungswandel des Begriffs 'Behinderung'. Seine Studie zeigt, welche unausgesprochenen Vorstellungen in den Begriffen liegen.

Im 19. Jahrhundert war der Begriff sehr negativ und abwertend ('Blöder', 'Idiot'), nach dem ersten Weltkrieg hat man Behinderungen allgemein auf die Folgen des militärischen Kampfes geschoben ('Kriegsversehrter', 'Schwerbeschädigter') und im Nationalsozialismus hatte der Begriff je nach Arbeitskraft und Produktivität eine positive ('Körperlich behinderter Volksgenosse') oder eine zutiefst negative Bedeutung ('lebensunwertes Leben').

Nach 1945 hat sich die Bezeichnung 'Behinderter' durchgesetzt. Durch den Contergan-Skandal kam dann der Begriff 'Contergangeschädigte' auf. Heute lautet die politisch korrekte Bezeichnung 'Mensch mit Behinderung'. Schmuhl ist der Ansicht, dass es problematisch wäre, wenn Menschen mit Behinderung in keine sprachliche Kategorie mehr fielen und man in Zukunft nur noch von 'Mensch' spräche, da dann die besondere Bedürfnislage von einzelnen Menschen mit Behinderung unsichtbar würde.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


MENSCHEN. das magazin
Homepage: https://www.aktion-mensch.de/magazin/
***Bezug über Bibliotheken oder den Zeitschriftenhandel***



Referenznummer:

R/ZS0145/0012


Informationsstand: 02.08.2012

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