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Fahrplan für die Praxis

Ablaufdiagramm des BEM Verfahrens: Vorbereiten, Einleiten, Umsetzen, Abschließen

Das BEM-Verfahren - flexibel und individuell

Ein allgemein gültiges BEM-Konzept gibt es nicht. Der Gesetzgeber hat weder den Ablauf noch die Inhalte des BEM konkret vorgeschrieben. So können alle Beteiligten den BEM-Prozess auf die Gegebenheiten im Betrieb und den Einzelfall abstimmen.

Bestimmte Schritte bei der Ein- und Durchführung eines BEM haben sich aber inzwischen in der Praxis bewährt. Kleinere und größere Betriebe können dabei grundsätzlich auf die gleiche Art und Weise vorgehen. Der Unterschied liegt in der Zahl der Beteiligten und dem Formalisierungsgrad des Verfahrens.

1. BEM-Verfahren vorbereiten

  • Über BEM informieren, von BEM überzeugen (Akzeptanz schaffen bei Führungskräften und Belegschaft).
  • Krankheitsbedingte Fehlzeiten systematisch erfassen.
  • BEM-Verantwortliche festlegen.
    • Im kleineren Betrieb: Eine/n einzelne/n BEM-Verantwortliche/n bestimmen.
    • Im größeren Betrieb: Eine/n BEM-Verantwortliche/n bestimmen und BEM-Team einrichten.
  • Im größeren Betrieb: Das Verfahren in einer BEM-Vereinbarung für alle regeln (Betriebs-/Dienstvereinbarung).

2. BEM-Verfahren einleiten

  • Handlungsbedarf feststellen (Arbeitsunfähigkeit > 6 Wochen in den letzten 12 Monaten).
  • Erstkontakt herstellen (mit den betroffenen Beschäftigten den Termin für ein Informationsgespräch vereinbaren).
  • Erstgespräch/BEM-Gespräch führen: Die betroffenen Beschäftigten über Ziele, Beteiligte und Ablauf des BEM informieren, Datenschutz garantieren, Zustimmung oder Ablehnung zum BEM einholen.
  • Lehnt der oder die Mitarbeiter/in ein BEM ab, so ist das BEM-Verfahren an dieser Stelle beendet.
  • Ist der oder die Mitarbeiter/in mit einem BEM einverstanden, kann das eigentliche BEM-Verfahren beginnen.

3. BEM umsetzen

  • Fallbesprechung: Den Fall mit allen Beteiligten besprechen und das weitere Vorgehen vereinbaren.
    • Im kleineren Betrieb: Fallbesprechung mit dem oder der BEM-Verantwortlichen.
    • Im größeren Betrieb: Fallbesprechung im BEM-Team.
  • Im größeren Betrieb: Strukturen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) für das BEM nutzen.
  • Im kleineren Betrieb: Angebote externer Partner nutzen.
  • Situationsanalyse: Einzelfallbezogene Arbeitsplatzanalysen durchführen.
  • Konkrete Maßnahmen entwickeln/vereinbaren.
  • Konkrete Maßnahmen umsetzen.

4. BEM-Verfahren abschließen und bewerten

  • BEM-Prozesse dokumentieren.
  • Wirksamkeit der vereinbarten Maßnahmen bewerten.
  • BEM-Verfahren langfristig anpassen, verbessern.
  • BEM-Verfahren langfristig normieren/systematisieren (Mustervorlagen entwickeln).

Autorin / Autor: (ml) 2017