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BEM-Vereinbarung

Akte mit der Beschriftung 'Betriebsvereinbarung'

Viele (vor allem größere) Unternehmen nutzen das Instrument der Betriebsvereinbarung/Dienstvereinbarung, um festzulegen, wie das BEM konkret umgesetzt wird. BEM-Vereinbarungen sind keine Voraussetzung, aber sie erleichtern die Umsetzung des BEM. Mit der BEM-Vereinbarung erhalten alle Beteiligten einen Rahmen, an den sie sich halten können.

Eine BEM-Vereinbarung fördert die BEM-Struktur, vor allem, wenn darin die einzelnen Schritte des Verfahrens, mögliche Hilfsangebote und Zuständigkeiten klar benannt werden.

Inklusionsvereinbarung oder Betriebsvereinbarung?

Das Gesetz empfiehlt, in einer Inklusionsvereinbarung Regelungen zur Durchführung des BEM zu treffen. Der Haken: eine Inklusionsvereinbarung regelt in erster Linie die Belange der schwerbehinderten und gleichgestellten Beschäftigten – das BEM betrifft jedoch alle Beschäftigten. Darum ist es in der Praxis sinnvoll, unter Beteiligung von Betriebsrat/Personalrat sowie SBV eine Betriebsvereinbarung zum BEM abzuschließen und in der Inklusionsvereinbarung auf diese zu verweisen. Die in der Betriebsvereinbarung festgelegten Regelungen gelten für alle und sind rechtsverbindlich.

Mögliche Regelungsbereiche einer BEM-Vereinbarung

  1. Ziele, Grundsätze und Geltungsbereich des BEM
  2. Unterrichtung und Information der Belegschaft
  3. Integrationsteam/BEM-Team (Bildung, Zusammensetzung, Aufgaben)
  4. Verfahrensablauf (Art und Weise, wie das BEM eingeleitet und durchgeführt wird, Verantwortlichkeiten)
  5. Erstgespräch/Informationsgespräch (Art und Weise, Beteiligte)
  6. Sicherstellung der Freiwilligkeit (für den gesamten Prozess)
  7. Datenschutz und Schweigepflicht
  8. Situationsanalyse, Ablauf des Fallgesprächs
  9. Handlungsfelder/Maßnahmenspektrum (mögliche begleitende Maßnahmen/mögliche BEM-Maßnahmen)
  10. Finanzierung/Kostenübernahme
  11. Qualitätssicherung und Evaluation
  12. Konfliktregelung (z. B. durch paritätisch besetzte BEM-Kommission oder Einigungsstelle gem. BetrVG/BPersVG)
  13. BEM-Dokumentation, Berichterstattung (Art und Weise, Verantwortlichkeiten)

Datenschutz-Garantie

Das Thema „Datenschutz“ spielt eine große Rolle im BEM. Hier gibt es widersprüchliche Interessen: Einerseits haben die Betroffenen ein Recht auf den umfassenden Schutz ihrer persönlichen Daten, andererseits benötigen Arbeitgeber/innen oder deren BEM-Beauftragte aufschlussreiche Informationen für ein möglichst passgenaues BEM.

Damit alle Beteiligten vertrauensvoll zusammenarbeiten können und das BEM gelingt, ist es ratsam, den sensiblen Umgang mit personenbezogenen Daten so genau wie möglich in einer Betriebs-/Dienstvereinbarung zu regeln hinsichtlich

  • Art und Umfang der Daten, die erhoben werden,
  • Zweck der Datenerhebung,
  • Einwilligung (der/des Betroffenen) zur Erhebung von Daten im Rahmen des BEM,
  • Schweigepflicht aller Beteiligten,
  • Zugangsrechte zu sensiblen Daten,
  • Aufbewahrungsdauer,
  • Aufbewahrungsort (Trennung von BEM-Akte und Personalakte).

Autorin / Autor: (ml) 2017