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Bibliographische Angaben zur Publikation

Weitgehend unbekannt, aber extrem wichtig

Werkstattrat in einer Werkstatt für behinderte Menschen



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Institut zur Fortbildung von Betriebsräten (ifb)


Quelle:

Der Betriebsrat, 2008, 4. Jahrgang (Heft 2), Seite 34-35, Seehausen am Staffelsee: der betriebsrat, ISSN: 1614-7693


Jahr:

2008



Abstract:


Die Arbeit des Werkstattrats wird anhand eines Beispiels aufgezeigt. Martin Hanusa arbeitet in der Werkstatt für angepasste Arbeit (wfaa) in Düsseldorf, in der etwa 1.500 Menschen mit Behinderung angestellt sind. Er ist dort Vorsitzender des Werkstattrats. In § 139 SGB IX sind die Rechte und Pflichten eines Werkstattrats festgeschrieben und in der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung (WMVO) beschrieben. Demnach ist der Werkstattrat die Interessenvertretung für behinderte Beschäftigte in Werkstätten. Als deren Vorsitzender ist Hanusa Ansprechpartner für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die Interessenvertretung der wfaa besteht seit 2002 und umfasst derzeit sieben Mitglieder. Es wurde bereits eine Sprechstunde eingerichtet und außerdem besucht Hanusa auch die übrigen Standorte der wfaa. So genannte Gruppensprecher sind dafür zuständig, Anregungen und Beschwerden entgegenzunehmen, um diese dann beim Werkstattrat vorzutragen. Von der Sondersitzung, die einmal im Monat stattfindet, wird, unterstützt von einer gewählten Vertrauensperson, ein Protokoll angefertigt. Bei der Vertrauensperson handelt es sich um eine Person aus dem Fachpersonal, bei deren Absicherung ein spezieller Kündigungsschutz festgeschrieben wurde. Hinsichtlich der Umsetzung der Belange sieht Hanusa aufgrund gesetzlicher Vorgaben lediglich ein Mitwirkungsrecht. Anders als der Betriebsrat müsse der Werkstattrat außerdem auf Überzeugungsarbeit setzen.

Als problematisch sehen Hanusa und sein Gremium die gleich bleibende Vergütung für die geleistete Arbeit bei steigenden Lebensunterhaltskosten. Es solle ihrer Meinung nach zumindest die Grundsicherung gewährleistet werden. Die Resonanz auf die jährliche Werkstattversammlung sei stets gut und es finde immer ein reger Austausch von Fragen und Antworten statt. Hanusa bildet sich ständig fort und besucht Werkstättenmessen, denn man wolle sich über die Einrichtung von behinderungsgerechten Arbeitsplätzen informieren und sei sehr interessiert an Kontakten zu anderen Werkstätten.

Beliebt bei den Beschäftigten seien die Qualifizierungsangebote wie Computer- oder Kochkurse. Für die Zukunft des Werkstattrats in der wfaa wünsche Hanusa sich, dass der Werkstattrat stets ernst genommen wird und er die Abläufe in der Werkstatt konstruktiv mitgestalten könne. Zudem sollte die Interessenvertretung in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Werkstatt für angepasste Arbeit GmbH | REHADAT-Werkstätten
Werkstättenmitwirkungs-Verordnung (WMVO) | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


DER BETRIEBSRAT - Die Zeitschrift für Betriebsräte in Deutschland
Homepage: https://www.ifb.de/der-betriebsrat

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0163/6514


Informationsstand: 21.02.2008

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