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Bibliographische Angaben zur Publikation

Menschen mit Epilepsie ohne Führerschein

Hilfen zum Erreichen des Arbeitsplatzes und zur Ausführungen von Tätigkeiten, die mit dem Fahren eines Pkws verbunden sind



Autor/in:

Thorbecke, Rupprecht


Herausgeber/in:

Deutsche Epilepsievereinigung e.V.


Quelle:

Einfälle, 2006, 25. Jahrgang (Nummer 98), Seite 22-23, Berlin: einfälle, ISSN: 0177-2716


Jahr:

2006



Abstract:


Für Menschen mit Epilepsie, die aufgrund der fehlenden Fahreignung keinen Führerschein besitzen, kann es zu beruflichen Schwierigkeiten kommen. Sollte der Betroffene auf die Nutzung eines Kraftfahrzeugs angewiesen sein, sieht das im Juli 2001 verabschiedete Sozialgesetzbuch IX zwei Hilfen vor, die Kraftfahrzeughilfe nach § 33 Absatz 8 Nummer 1 SGB IX und die Arbeitsassistenz nach § 33 Absatz 8 Nummer 3 SGB IX sowie § 102 Nummer 4 SGB IX.

Ist ein behinderter Mensch nicht in der Lage, ein Kraftfahrzeug zu führen, kann nach der Verordnung zur Kraftfahrzeughilfe ein Zuschuss für die Beförderung geleistet werden. Dieser wird dann gewährt, wenn die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zumutbar ist.

Ein Zuschuss zur Beschaffung eines Kraftfahrzeugs wird genehmigt, wenn ein Dritter ein Kraftfahrzeug für die Person fahren kann. Die Kraftfahrzeughilfe ist einkommensabhängig und wird vom zuständigen Rehabilitationsträger geleistet. Gewährt wird die Kraftfahrzeughilfe in der Regel durch eine ärztliche Stellungnahme.

Unterstützung zur Erhaltung eines Arbeitsplatzung können behinderte Menschen durch die Arbeitsassistenz erhalten. Die Gewährung von Arbeitsassistenz setzt voraus, dass die schwerbehinderten Menschen in der Lage sind, den Kernbereich der Arbeitstätigkeit selbst auszuführen, nicht aber wenn die Fahrertätigkeit berufsprägend ist.

Zu unterscheiden sind Arbeitsassistenz zur Erlangung eines Arbeitsplatzes und Arbeitsassistenz zur Erhaltung eines Arbeitsplatzes. Die Leistung zur Erlangung eines Arbeitsplatzes ist eine berufliche Rehabilitationsleistung und wird von den Rehabilitationsträgern bis zu drei Jahren gewährt, wenn Ansprüche auf Leistungen zur Teilhabe vorliegen.

Vom Integrationsamt wird die Arbeitsassistenz zur Erhaltung eines Arbeitsplatzes, welche den Schwerbehindertenstatus oder die Gleichstellung nach § 2 Absatz 3 SGB IX voraussetzt, getragen.

Probleme bei der Gewährung von Arbeitsassistenz treten zum Beispiel dann auf, wenn eine Person einen ersten epileptischen Anfall erlitten hat und aufgrund dessen für eine gewisse Zeit keine Fahreignung besteht. In der Regel wird diesen Menschen der Schwerbehindertenstatus nicht zugesprochen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 49 SGB IX Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Verordnungsermächtigung | REHADAT-Recht
§ 185 SGB IX Aufgaben des Integrationsamtes | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Einfälle - Mitgliederzeitschrift der Deutschen Epilepsievereinigung
Homepage: https://www.epilepsie-vereinigung.de/wir/mitgliederzeitschri...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0148/0008


Informationsstand: 25.07.2006

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