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Bibliographische Angaben zur Publikation

Anspruch auf Inklusion für psychisch Kranke

Teilhabe gezielt fördern und Berührungsängste abbauen



Autor/in:

Mascher, Ulrike


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2013, 23. Jahrgang (Heft 1), Seite 13-22, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2013



Abstract:


Anspruch auf Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention bedeutet, dass Menschen das Recht haben, mitten in der Gesellschaft zu leben. Diese Prinzipien gelten auch für psychisch behinderte Menschen. Bei den Ursachen für Arbeitsunfähigkeit (AU), Erwerbsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit verzeichnen die Statistiken seit Jahren eine erschreckende kontinuierliche Zunahme von psychischen Erkrankungen.

Nach der BKK-Krankheitsartenstatistik sind Arbeitnehmer heute doppelt so häufig von einem psychischen Leiden betroffen wie noch vor 20 Jahren. Jeder achte Ausfalltag der BKK-Pflichtmitgliedschaft entfiel 2010 auf eine psychische Erkrankung. Trotz erheblicher Erfolge und Verbesserungen aufgrund gemeinsamer Anstrengungen in den letzten Jahren ist insgesamt festzustellen: Psychisch behinderte sind im Vergleich zu nicht behinderten Menschen bezogen auf ihre Teilhabechancen am Leben in der Gesellschaft weiterhin stark benachteiligt.

Arbeitgeber sind hierbei in der Pflicht, ihre Führungskräfte und Ausbilder zu schulen und aktiv dafür zu sorgen, dass sich das Verständnis von Behinderung im Unternehmen ändert, zumal auch bis heute 38000 Unternehmen trotz Beschäftigungspflicht keinen einzigen schwerbehinderten Menschen beschäftigen.

Der Erhalt des Arbeitsplatzes bei psychisch behinderten Menschen ist dabei sicherzustellen. Frühverrentung ist dabei keine Problemlösung, da diese oft nicht existenzsichernd ist und darüber hinaus gerade die Frühverrentung sich häufig verschlimmernd auf den Gesundheitszustand auswirkt, da der für schwerbehinderte Menschen wichtige, Selbstbewusstsein schaffende Faktor von Arbeit nicht mehr gegeben ist.

Notwendig sind ferner langfristigere intensive Vermittlungsbemühungen, mehr Unterstützung, Beratung und gegebenenfalls auch langfristige Begleitung und Assistenz an einem Arbeitsplatz auf dem 'Ersten Arbeitsmarkt'. Notwendig ist auch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Um eine pflegefreundliche Infrastruktur zu gewährleisten, ist aufgrund des Geldmangels der öffentlichen Haushalte steuerliche Umverteilung vonnöten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/0135


Informationsstand: 06.03.2013

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