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Bibliographische Angaben zur Publikation

Patienten effektiver und systematischer betreuen

Experten diskutierten auf Ersten Bad Hersfelder Rehabilitationstagen



Autor/in:

Löffler, Siegfried


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2005, 15. Jahrgang (Heft 8), Seite 587-589, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2005



Abstract:


Investitionen in Prävention und Rehabilitation lohnen sich besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, da auf diese Weise langfristige Kosten eingespart werden können. Zu Präventionstagen hat der Bundesverband der Unfallkassen (BUK), zuständig für den Versicherungsschutz von etwa 27 Millionen Bundesbürgern, sechsmal jeweils Mitte Juni in die Kurstadt Bad Hersfeld eingeladen. Bei den Ersten Bad Hersfelder Rehabilitationstagen in diesem Jahr wurde zum Thema Rehabilitation im Aufbruch diskutiert.

Nach Meinung des BUK-Vorstandsvorsitzenden, Landrat a.D. Dr. Hans Wagner, ist neben einer optimalen medizinischen Betreuung auch eine systematische und effektive Patientenbetreuung in Krankenhäusern wichtiges Bestandteil einer erfolgreichen Rehabilitation. Dies sei das Bestreben seines Verbandes. Schnelle Hilfe durch mehr Transparenz und Patientenfreundlichkeit ist das Ziel eines am 1. Juli gestarteten Modellprojekts. So soll jeder Patient nach einem Unfall binnen weniger Tage über die Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherungen aufgeklärt werden. Zunächst ist das Modell auf 60 Kliniken begrenzt und soll bei entsprechenden Erfolgen ab Mitte 2006 zur Routine werden.

Da die Fachtagung zum Thema Rehabilitation großen Zuspruch fand, wird der BUK in der Zukunft jährlich wechselnd zu Rehabilitations- und Präventionstagen einladen. So sollen Wissenschaftler und Praktiker die Gelegenheit haben Informationen auszutauschen.

Betriebe, Gewerkschaften und Rehabilitationsträger müssen angesichts der großen Arbeitslosigkeit größte Anstrengungen unternehmen, um die Situation auf dem Ausbildungs-und Beschäftigungsmarkt zu verbessern. Im Jahr 2003 brachte die gesetzliche Unfallversicherung insgesamt 3,46 Milliarden Euro für die Rehabilitation auf und liegt damit deutlich über den vergleichbaren Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen. Verglichen mit den anderen EU-Staaten sei das Niveau der Rehabilitation in Deutschland außerordentlich, betonte Dr. Günter Danner, stellvertretender Direktor in der Europavertretung der deutschen Sozialversicherung in Brüssel. Er forderte des Weiteren, dass das deutsche Gesundheitswesen mehr Mut zu sich selbst zeigen sollte, bei Kritik könne der Vergleich zu anderen EU-Staaten herangezogen werden.

Um eine Rückkehr in das Unternehmen zu begleiten, müssen auch im Unternehmen entsprechende Maßnahmen getroffen werden, erläutert Frau Professor Mathilde Niehaus die Bedeutung des betrieblichen Eingliederungsmanagement. Professor Wolfhard Kothe von der Universität Halle-Wittenberg wies darauf hin, dass es für betriebliches Eingliederungsmanagement kein einheitliches Konzept gibt. Dennoch sollte nach den Ursachen für lang andauernde Arbeitsunfähigkeit ermittelt werden, um notwendige Maßnahmen zu treffen. Kleinen und mittelständischen Unternehmen empfahl Rechtsanwalt Dr. Jürgen Wuttke, Leiter der Abteilung Arbeitsmarkt der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sich große externe Partner, wie Krankenkassen und Rehabilitationsträgern, bei der Entwicklung praxistauglicher und einsichtiger Handlungshilfen zur Seite zu stellen.

Das einige Unternehmen das betriebliche Eingliederungsmanagement momentan eher als Last empfinden, bestätigt Dr. Helga Seel, Leiterin des Integrationsamtes des Landschaftsverbandes Rheinland in Köln. Sobald sich jedoch alles eingespielt habe, würden die Vorteile überwiegen. Bei der Untersuchung von zwei Patienten wurde festgestellt, dass 'Effizienz und Kosteneffektivität der medizinischen Maßnahmen sehr günstig' waren und bei erfolgreicher Wiedereingliederung Verbesserungen der Lebensqualität und des Gesundheitszustandes erzielt wurden.

Darüber, dass die Rehabilitation in Deutschland nicht nur im Aufbruch sei, sondern auch 'keinen Aufschub' verträgt, waren sich alle Referenten einig.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/0076


Informationsstand: 25.10.2005

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