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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kleine Küchenhelfer

Stiftung Warentest hat sie genauer unter die Lupe genommen



Autor/in:

Friedrich, Edmund


Herausgeber/in:

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihrer Angehörigen e.V. (BAG SELBSTHILFE)


Quelle:

Selbsthilfe, 2007, Heft 2, Seite 23-24; 29-30, Wuppertal: Delphin-Werbung, ISSN: 0724-5572


Jahr:

2007



Abstract:


In jedem Haushalt findet man sie, die praktischen Helfer für das Schneiden, Öffnen und Schälen - für die Tätigkeiten also, die man in der Küche zum Zubereiten von Speisen benötigt.

Das Angebot an marktüblichen Küchenhelfern ist unglaublich groß. Entsprechend weit lassen sich auch die Kriterien fassen nach denen sich ein Käufer seinen Küchenhelfer aussucht. Wer auf modisches Design Wert legt, findet ein Gerät in nahezu jeder Größe, Form und Farbe. Auch das Material - harter oder weicher Kunststoff, nacktes oder ummanteltes Metall - setzt dem individuellen Geschmack kaum noch Grenzen.

Schwieriger wird die Auswahl allerdings dann, wenn die NutzerInnen individuelle körperliche Einschränkungen bei der Geräteauswahl berücksichtigen müssen. Nachlassende Fingerfertigkeit, Hand- und Schultergelenke, die schmerzen und nicht mehr so beweglich sind, ebenso nachlassende Kräfte in den Händen und Armen - ältere Menschen und Menschen, die unabhängig vom Alter derartige Probleme haben, benötigen Hilfsmittel als unterstützende Technik, um ihren Alltag selbstständig gestalten zu können. Die Stiftung Warentest hat viele kleine Küchenhelfer unter diesem Aspekt untersucht.

Im Folgenden soll gezeigt werden, zu welchen Ergebnissen dieser Test gekommen ist und anhand der Testergebnisse darüber informieren, welche Küchenhilfen bestimmte Handgriffe unterstützen, wo sie ihre Stärken, leider auch Schwächen haben, und worauf man bei der Auswahl insgesamt achten sollte.

Welche Küchenhilfen wurden getestet?
Bei der Auswahl der Küchenhilfsmittel wurde darauf geachtet, dass sie die genannten Einschränkungen bei den haushaltstypischen Tätigkeiten Greifen, Halten, Öffnen, Schneiden, Zerkleinern und Reinigen von Speisen kompensieren helfen und die noch vorhandenen physischen Kräfte und Kompetenzen unterstützen. Es sollten mechanisch funktionierende Geräte sein, die beim Fachhandel oder auch normalem Einzelhandel zu erwerben sind. Um einen Vergleich verschiedener Hilfsmittel machen zu können, wurden für ein Tätigkeitsfeld, etwa das Schälen, verschiedene Geräte mit identischer Funktion untersucht.

Den größten Raum nehmen im Test Hilfsgeräte für das Öffnen ein. Getestet wurden Öffner für Schraubverschlüsse an Gläsern und Flaschen. lose Dosenöffner und Wanddosenöffner, sowie spezielle Öffner für das Lösen von Vakuumdeckeln, von Zugringdosen und von Getränkekartons (Tetrapackungen). Überschaubar sind die Helfer für das Schälen von Obst und Gemüse: das sind die bekannten Schäler in Messer- oder Y-Form. Unbekannter sind möglicherweise die verschiedenen Haltebretter und Brotmesser mit ihren ergonomisch geformten Griffen.

Schaut man sich die gesamte Auswahl genauer an, fällt auf, dass viele Küchenhilfen normale marktübliche Geräte sind, die keineswegs darauf rückschließen lassen, dass sie spezifische Funktionseinschränkungen kompensieren sollen.

Was wurde untersucht?
Allgemein sollte überprüft werden, ob die Küchenhilfen SeniorInnen and andere Menschen mit funktionalen Einschränkungen bei selbstständiger Lebensführung unterstützen. Im Einzelnen wurde dabei auf die Funktionalität des Hilfsmittels geachtet, auf die Bedienbarkeit, auf seine Erkennbarkeit (kann der Nutzer überhaupt erkennen, wofür das Gerät gedacht ist) und schließlich stand die Frage nach der Verletzungsgefahr an, die gerade bei Personen mit eingeschränkten körperlichen Funktionen eine Rolle spielt.

An der Untersuchung haben fünf Personen teilgenommen, die zwischen 62 und 84 Jahre alt waren und alterstypische physische Einschränkungen hatten. Diese reichten von starken Belastungsschmerzen in Hand und Handgelenk sowie stark nachlassende Kraft und Feinmotorik in den Fingern bis hin zu chronischen Sehnenscheidenentzündungen. Eine Probandin litt unter fortgeschrittener Arthrose in den Schultergelenken und unter HWS-Verschleiß. Eine weitere Teilnehmerin hatte große Mühe mit ihren stark zitternden Händen.

Die getesteten Küchenhilfen im Einzelnen
Die Stiftung Warentest hat insgesamt 31 Küchenhelfer aus folgenden Gruppen getestet:

Öffnen
- Schraubverschlüsse (Gläser und Flaschen)
- Dosen- Vakuumdeckel lösen
- Zugringdosen und
- Getränkekartons (Tetrapackungen)

Schälen
- Obst und Gemüse

Halten
- Fixierbretter

Schneiden
- Messer

Schraubverschlussöffner für Gläser und Flaschen
In dieser Gruppe wurden elf Öffnermodelle getestet. Bis auf eine Ausnahme sind die Öffner durch eine behinderungsspezifische Komponente gekennzeichnet. Die Ausnahme bildet der Vakuumknacker von Fackelmann, der gleich für drei verschiedene Öffnungsarten verwendet werden kann.

Es wurden Öffnermodelle mit einer sehr großen Formvielfalt und Anwendungstechnik alltagspraktisch untersucht. Da waren unterschiedliche Modelle für breitere und schmalere Schraubverschlüsse von Gurken-, Honig- oder Marmeladengläsern sowie Getränkeflaschen; und Öffner, die unter ein Regalbrett oder den Boden eines Hängeschranks montiert werden.

Ein Öffnermodell fällt in seiner Form heraus - der Strongboy von Zyliss. Er besteht aus einem länglichen schmalen Griff, an dessen Kopfende ein Metallband angebracht ist. Dieses Metallband kann sowohl um sehr schmale, als auch um breitere Deckel gelegt werden, sodann wird es festgezurrt und der Deckel mit dem Öffner aufgedreht.

Stellvertretend für die anderen sollen hier drei unterschiedliche Öffner etwas näher vorgestellt werden.
Diese Öffner wurden für gut befunden Der Dycem Grip-it ist ein leichter Plastikhohlkegel, aus sehr flexiblem rutschfestem Material. Diesen Öffner stülpt man über den Deckel des Glases oder der Flasche, presst ihn zusammen und dreht. Durch seine Kegelform kann dieser Öffner Deckel öffnen, die bis zu 10 cm breit sind. Wenn man das Glas oder die Flasche auf eine rutschfeste Unterlage stellt, kann man diesen Öffner auch einhändig bedienen.

Der montierbare Öffner homecraft von Russka ist sehr einfach mit zwei Schrauben etwa unter einen Hängeschrank oder ein Regalbrett in handlicher Arbeitshöhe anzubringen. Durch seine V-Form kann man schmale Schraubverschlüsse (Flaschen) und auch breitere bis zu 8,5 cm Durchmesser öffnen. Die Schraubdeckel werden einfach in den Öffner geschoben, bis sie festgeklemmt sind und dann aufgedreht. Wenn das Glas oder die Flasche leicht genug ist, kann man die Arbeit auch einhändig erledigen. Der zweite montierbare Öffner im Test der Universalverschlussöffner Swereco von Meyra. Seine V-Form verläuft in einer Kurve, so dass die NutzerInnen erst einmal etwas verdutzt davor stehen könnten. In seiner Funktionalität ist er jedoch genauso unproblematisch wie der Russka-Öffner. Gerade wenn die Kraft in Hand und Finger spürbar nachgelassen hat, können die montierbaren Deckelöffner von großer Hilfe sein.

Keine wirkliche Hilfe
Ein Fragezeichen hinterlässt der getestete Vakuumknacker von der Firma Fackelmann. Dieser Öffner ist mehrseitig einsetzbar. Mit ihm können schmalere und breitere Schraubdeckel geöffnet und Vakuumdeckel aufgeknackt werden. Das gelingt auch alles. Probleme ergeben sich durch seine umständliche Handhabbarkeit. So ist der Öffner kaum geeignet für Menschen mit eher schmalen Händen oder mit eingeschränkter Handfunktion.

Für die einhändige Nutzung ist dieser Öffner auch eher nicht geeignet. Wenn man eine rutschfeste Unterlage benutzt und insgesamt Kraft und Koordinationsfähigkeit der Hand noch ausreichend vorhanden sind, könnte dies allerdings gelingen. Die ProbandInnen haben jedoch trotz der genannten Einschränkungen den Fackelmann-Öffner sehr positiv bewertet. Diese Beurteilung dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass dieser Öffner schon jahrelang erhältlich und den meisten ProbandInnen bekannt ist.

Dosenöffner
Es wurden 5 Öffner getestet. Darunter waren zwei Geräte, die an die Wand montiert werden. An dieser Stelle soll der Wanddosenöffner homecraft croydon, vertrieben von Russka, und der Öffner von Tupperware etwas näher beschrieben werden.

Problematische Hilfe, die viel kostet
Der homecraft croydon besteht eigentlich aus zwei Geräteteilen: Zum einen aus der schon lange marktbekannten Roten Clara, sowie einem Drehteller, worauf die Dose gestellt werden soll. Zunächst wird eine kleine Blechplatte an die Wand geschraubt, daran wird der Öffner und der Drehteller montiert. Diese Öffnerkombination soll besonders geeignet sein für einhändige NutzerInnen. Man stellt die Gemüsedose auf den Teller und dreht diesen mittels einer längeren Drehspindelschraube nach oben, bis der Dosendeckelrand an die Schneidrädchen des Öffners stößt. Darin muss nun der Deckelrand eingeklemmt werden, schließlich wird die Öffnerkurbel betätigt.

Diese umständliche Beschreibung entspricht der komplizierten Bedienbarkeit des Öffners, wie die Beurteilungen der Testpersonen bestätigen. Als weitere Einschränkung kommt hinzu, dass der Öffner nur für rechtshändige Personen geeignet ist. Die Handkurbel des Öffners ist nicht umsteckbar; eine Betätigung mit der linken Hand ist vorstellbar, aber dann nur äußerst umständlich zu handhaben. Der mittlere Kaufpreis beträgt stattliche 70 Euro. Der andere Wanddosenöffner fixomat von Sieger, der mehr oder weniger baugleich ist mit der Roten Clara, kostet 16 Euro, für den Drehteller zahlt man also gute 50 Euro dazu. Übrigens hinterlässt dieser Öffner, wie bis mit einer Ausnahme alle anderen auch, einen sehr scharfkantigen Rand am aufgeschnittenen Dosendeckel.

Dieser Öffner leistet gute Arbeit ...
Die Ausnahme beim Schnittergebnis bildet der Tupperware-Öffner. Der zangenförmige Öffner hat einen recht großen Drehgriff, er wird von oben auf den Deckelrand gelegt, wobei die ungenietete Falz von Deckel- und Dosenwandrand zwischen Schneid- und Transportrad eingeklemmt wird. Dann dreht man den Griff, bis die Dose einmal umrundet ist. Bemerkenswert ist dann das Schneidergebnis: Es bleibt nämlich kein scharfkantiger Rand zurück, weder am Deckel, noch an der Dose. Wer will, kann später die Dose als Aufbewahrungsbehälter verwenden, weil der Deckel als Verschluss wieder benutzt werden kann. Aber etwas bemängelten die Testpersonen doch: Man sieht schlicht weg nicht, was man tut. Weder erkennt man gleich, ob der obere Dosenrand wirklich richtig eingeklemmt ist, noch sieht man, dass der Öffnungsvorgang längst beendet ist. Diese Mängel sollten jedoch durch Übung bald vergessen sein.

... ist aber teuer
Allerdings kostet der Tupperware-Öffner 35 Euro. Der fast baugleiche Öffner Super Can von der Firma Westfalia kostet hingegen nur 4 Euro. Das Schnittergebnis ist dafür nicht vergleichbar; es bleibt an Dose und Deckel doch ein scharfer Rand zurück, entgegen dem Versprechen auf der Verpackung.

Eine fragwürdige Hilfe ...
Ein Hinweis auf einen der getesteten Öffner sei noch gegeben, es würde nämlich auch ein Öffner für Tetrapackungen alltagspraktisch geprüft: Der Brix Tiptop von Wehrfritz soll das sonst umständliche Öffnen von Tetrapackungen mit Giebeldachform erleichtern. Die Testpersonen haben das hakenförmige Gerät durchweg negativ beurteilt, während die ergotherapeutische Beurteilung im Testheft positiv ausfällt. Wir haben den Öffner auch ausprobiert und kamen mit ihm nicht klar. Obwohl wir den Arbeitsschritten folgten, die im Testheft genannt wurden, konnten wir die Tetrapackungen nicht öffnen.
Zum Glück findet man immer häufiger Getränkekartons mit vorhandenen Öffnungshilfen, wie etwa kleinen Schraubverschlüssen und ähnlichem, so dass man ein kompliziert zu handhabendes Hilfsmittel erst gar nicht benötigt.

Schäler für Obst und Gemüse: mehr oder weniger alle ganz gut
Diese Testreihe bietet kaum Überraschungen bei den Ergebnissen. Es wurden handelsübliche Schäler in Y-Form und in Messergriff-Form geprüft. Auffällig ist nur, dass die ProbandInnen den Schäler von der Firma Sieger im Vergleich zu den anderen Schälern schwächer bewerten. Dies könnte an seiner Form liegen. Er besteht aus einem schmalen Stahlprofil, das aus einem Stück zu einem Handgriff und einer Halterung für die bewegliche Linksklinge gebogen ist. Um diesen Schäler fest in der Hand zu halten, muss die Fingergelenke maximal um den schmalen Griff beugen, was schnell zur Ermüdung führen kann. Dieser Helfer ist eher ungeeignet für Personen mit verminderter Handkraft und Fingerfunktion. Die beiden anderen Schäler in Messergriff-Form haben deshalb verdickte, ergonomisch besser geformte Griffe.

Gut abgeschnitten haben auch die drei Y-förmigen Gemüseschäler. Durch ihre breite Form benötigt man nicht so viel Hand- und Fingerkraft, um sie zu umfassen und längere Zeit zu benutzen. Von den ProbandInnen besonders geschätzt wurde der Y-Pendelschäler von der Firma Wehrfritz, weil er einen verdickten kunststoffummantelten Griff hat.

Fixierbretter: die Anschaffung will gut überlegt sein...
Es wurden drei sogenannte Fixierbretter alltagspraktisch geprüft. Die Testpersonen haben sie durchweg negativ bewertet. Sie konnten sie nur schwer bedienen und fanden sie insgesamt unhandlich und im Nutzen eher schwach. Der wichtigste Vorteil eines Fixierbrettes besteht darin, dass es auch einhändig genutzt werden kann. Dafür muss so ein Brett natürlich erstmal rutschfest sein. Tatsächlich waren alle drei Prüfbretter mit Saugfüßen ausgestattet, die aber offenbar nicht auf jeder Arbeitsfläche haften. Das Frühstücksbrett von Thomashilfen kann zusätzlich mit einer Schraubzwinge an der Tischplatte befestigt werden.

Ein weiteres Merkmal dieser Küchenhelfer sind metallene Fixierstifte, die aus der Brettarbeitsfläche herausragen. Auf diese Stifte soll das Schneidgut, etwa ein Bratenstück, aufgespießt werden, damit es fest sitzt. Das Brett Etac Fix von Meyra hat zusätzlich eine verschiebbare Klemmvorrichtung, womit etwa ein Brot so fixiert werden soll, dass man es mit einer Hand schneiden kann. Den Testpersonen ist dieses meist nicht geglückt, weil das Brett meist doch verrutschte und das Brot sich nur äußerst schwer mit einer Hand schneiden ließ.

Das Frühstücksbrett von Thomashilfen hat hat statt einer Klemmvorrichtung eine seitlich angebrachte Gabel, auf die das Schneidgut draufgeschoben werden soll, damit es nicht verrutscht. Den ProbandInnen gelang auch hier das Aufschneiden eines Brotes nicht. Das Brotschneidebrett homecraft von Russka hat keine weitere Klemmvorrichtung, dafür hat eine Ecke einen aufgenagelten Haltewinkel.

Für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion dürfte dieser Helfer keine große Hilfe sein. In ihrem ergotherapeutischen Kommentar weist die Stiftung Warentest denn auch darauf hin, dass alle drei Fixierbretter wohl nur nach längerer Übungszeit und mit viel Geschick den NutzerInnen wirklich eine Hilfe beim Schneiden sein könnten.

... bei den Preisen
Angesichts der Preise, die von 50 Euro (Holzbrett Russka) bis zu 93 Euro (Brett von Meyra) reichen, will ein Kauf sehr gut überlegt sein. Zum Glück kann man Brot ja bei praktisch jedem Bäcker auch frisch aufgeschnitten bekommen - und beim Aufschneiden des großen Bratens kann man sich gegebenenfalls von den eingeladenen Gästen helfen lassen.

Brotmesser
Die zwei getesteten Brotmesser zeichnen sich durch ihren besonderen ergonomisch geformten Handgriff aus. Die Griffe sind nach oben und vorn leicht abgewinkelt. Der Vorteil soll darin bestehen, dass das Handgelenk beim Schneiden nicht abgewinkelt werden muss und somit die vorhandene Kraft mehr oder weniger vollständig für das Schneiden aufgebracht werden kann. Für Menschen mit stark eingeschränkter Handfunktion können diese Messer durchaus nützlich sein. Die Testpersonen waren von ihnen allerdings nicht sehr überzeugt. Dies mag auch daran liegen, dass sie derartige Griffformen nicht kannten.

Tipps
Wer sich ein Küchengerät kaufen möchte, kann sich bei der Auswahl des Produktes an den folgenden Punkten orientieren: Zuerst steht natürlich die Frage, ob das Produkt nur das allgemeine Nachlassen der Kräfte und Funktionen in Hnd und Fingern auffangen soll oder ob es einen deutlichen Verlust vollständig kompensieren muss, wie bei Lähmung und Amputation. In diesem Fall kommt man - bei selbstständiger Lebensführung - um ein Hilfsmittel nicht herum und wird sich an die eventuellen Schwächen des Produktes wohl gewöhnen müssen.

Im Fall der allgemeinen Kraft- und Funktionsschwäche könnte man dagegen überlegen, ob es ein teures Hilfsmittel sein muss, zumal wenn es die oben beschriebenen Schwächen hat, die beim Test hier und da zutage traten. In jedem Fall lohnt sich ein Vergleich zwischen handelsüblichen Geräten, die man beispielsweise im gut sortierten Supermarkt kaufen kann, und den ausgewiesenen Hilfsmitteln, die man bei den entsprechend spezialisierten Anbietern erhält. Gegebenenfalls tut es das billigere Produkt auch.

Zudem sollte man darauf achten, inwieweit das gewünschte Hilfsmittel seine Aufgabe überhaupt erfüllt. Lobende Beschreibungen auf der Verpackung sind zunächst nicht mehr als bloße Werbesprüche. Auf die Praxis kommt es an. Das gilt auch für die Bedienbarkeit des Gerätes. Wenn man schon auf seine Hilfe angewiesen ist, soll es nicht umständlich zu handhaben sein. Wer nicht mehr so fingerfertig ist, sollte bei den Küchenhelfern insbesondere auf die sichere Bedienung Acht geben. Dosenöffner, die scharfkantige Ränder zurücklassen, und Fixierbretter mit ihren spitzen Metallstiften sollten generell sehr vorsichtig gehandhabt werden.

Finanzierung
Die Stiftung Warentest weist ausdrücklich darauf hin, dass die Helfer für die Nahrungszubereitung in der Regel von den Krankenkassen nicht bezahlt werden. Sie gelten als allgemeiner Gegenstand des täglichen Lebens. Deshalb kann sich auch eine ergotherapeutische Beratung lohnen, bei der praktische Lösungen vorgestellt werden, die wenig kosten und einfach zu realisieren sind.

Die Deutsche Rheuma-Liga gibt eine empfehlenswerte Broschüre heraus, die nützliche Tipps für die Kompensation von einzelnen körperlichen Beeinträchtigungen enthält.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Selbsthilfe
Das Erscheinen der Zeitschrift wurde Ende 2015 eingestellt.
Homepage: https://www.bag-selbsthilfe.de/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0066/6230


Informationsstand: 10.09.2007

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