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Bibliographische Angaben zur Publikation

Bewährung im Alltag: Der SOPUR Power-Assist mit elektrisch verstärktem Greifreifen-Antrieb im Praxistest


Autor/in:

Heiler, Hannes


Herausgeber/in:

Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK)


Quelle:

Leben und Weg, 2005, 45. Jahrgang (Ausgabe 5), Seite 38-39, Krautheim/Jagst: Eigenverlag, ISSN: 0724-3820


Jahr:

2005



Abstract:


Der Power-Assist von SOPUR, seit einigen Jahren auf dem Markt, bietet neben den Elektro-Rollstühlen und den Antrieben mit Joystick eine weitere Antriebsvariante für Rollstühle. Bei einem Faltrollstuhl werden die Räder durch spezielle Räder mit Radnabenmotoren erstetzt, die Steuerungselektronik und die Batterie werden auf den Rollstuhl-Rahmen montiert und die Greifreifen sind in der Radmitte aufgehängt. Sensoren registrieren jede Bewegung der Greifreifen und leiten diese an die Motorsteuerung weiter.

Zwar ist ein mit dem Power-Assist angetriebener Rollstuhl nur begrenzt geländegängig und nicht mit den Elektrorolltühlen zu vergleichen. Dafür ist der Rollstuhl kompakt, relativ leicht und nicht nur mit Armkraft zu bewegen. Der Rollstuhl ist auch mit Hilfsmotor faltbar, aber ein Gewichtsunterschied ist spüren.

Seit etwa 18 Monaten verwendet Stella J. einen Rollstuhl mit Power-Assist. Sie ist Spastikerin und hat unterschiedlich kräftige Hände. Mit Hilfe des Power-Assist ist es ihr möglich, die beide Hände einzusetzen und trotzdem geradeaus zu fahren. Zwar brauchte sie einige Zeit um sich an das System zu gewöhnen, so lässt sich der Antrieb nur bei absolutem Stillstand einschalten, findet den Antrieb aber für ihre Bedürfnisse passend.

Auch die Kippschutzrädchen, die an jeden Rollstuhl mit derartigem Antrieb montiert werden, stellten anfangs ein Problem dar. Zwar verhindern sie, dass der Rollstuhl zum Beispiel bei Berganfahrten nach hinten kippt, doch es besteht auch das Risiko, dass der Kippschutz beim Herabfahren einer Schwelle so aufsetzt, dass die Antriebsräder in der Luft hängen. Um dies zu vermeiden, wurden die Rädchen mit einem größeren Abstand zum Boden montiert.

Je nach Größe der Reifen lassen sich mit dem Power-Assist kleine Hindernisse überwinden. Mit der kleinen Batterie lassen sich je nach Bodenbeschaffenheit nicht mehr als 15 Kilometer zurücklegen. Doch die Batterie ist schnell wieder aufgeladen, denn die Ladezeit beträgt nur etwa 3 Stunden.

Beschleunigen kann der Power-Assist auf 6 Stundenkilometer, doch mehr ist nicht zulässig. So sorgt die Elektronik auch bergab dafür, dass die Geschwindigkeit die Grenze von 6 Stundenkilometer nicht übersteigt. Auch am Arbeitsplatz oder zu Hause ist der Rollstuhl sehr wendig. Zwar braucht man hierfür beide Hände, doch enge Kurven und Türen stellen kein Problem dar.

Auf Stella J.s täglichem Weg zur Arbeit hat sich die Alltagstauglichkeit des Power-Assist bewiesen, und das nun schon seit anderthalb Jahren. Allerdings reicht eine Batterie nicht aus und so hat ihr das Arbeitsamt eine zweite Batterie finanziert. Diese ist mit ein wenig Übung leicht einzubauen.

Der Power-Assist ist eine ausgereifte und robuste Konstruktion, die im Alltag eine große Erleichterung ist. Ob dieses System oder doch ein anderer Rollstuhl mit Antrieb besser geeignet ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Rollstuhlantrieb SOPUR Power 105 Assist | REHADAT-Hilfsmittel




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Leben & Weg - Magazin für selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Körperbehinderung
Homepage: https://www.bsk-ev.org/publikationen/leben-weg/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0065/0027


Informationsstand: 09.11.2005

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