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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsökonomische Effekte der Rehabilitation bei chronischem Rückenschmerz

Eine Beobachtungsstudie mittels kombinierten Sekundärdaten einer gesetzlichen Krankenkasse und der Deutschen Rentenversicherung



Autor/in:

Krischak, Gert; Tepohl, Lena; Dannenmaier, Julia [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2019, 58. Jahrgang (Heft 6), Seite 392-397, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2019



Abstract:


Hintergrund:

Chronischer Rückenschmerz ist die häufigste Indikation der medizinischen Rehabilitation. Zahlreiche Vorher-Nachher-Vergleiche belegen positive Effekte dieser Rehabilitation auf den Gesundheitszustand. Allerdings fehlt der Nachweis der absoluten Wirksamkeit, da eine valide Vergleichsgruppe bisher nicht identifiziert werden konnte.

Methodik:

Mithilfe eines verknüpften Routinedatensatzes der Deutschen Rentenversicherung Bund und Baden-Württemberg sowie der AOK Baden-Württemberg wurde eine Vergleichsgruppe definiert, die aufgrund ihrer Patientenkarriere mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Reha-Bedarf hat, die jedoch aus unklaren Gründen keinen Rehabilitationsantrag stellte. Zur Untersuchung des Nutzens wurden direkte und indirekte Kosten mit und ohne Rehabilitation verglichen.

Ergebnisse:

Die direkten Kosten der Rehabilitation betrugen 2472 Euro, hinzu kamen indirekte Kosten in Höhe von 2597 Euro. Rehabilitandinnen und Rehabilitanden nahmen in den beiden Folgejahren der Rehabilitation weniger akutstationäre Leistungen in Anspruch und verursachten geringere, indirekte Kosten durch Arbeitsunfähigkeit. Der Nutzen einer Rehabilitation im Vergleich zur Gruppe ohne Rehabilitation betrug im ersten Jahr 727 Euro pro Fall und zusätzliche 37 Euro im zweiten Folgejahr.

Schlussfolgerung:

Rehabilitationsmaßnahmen bei chronischen Erkrankungen tragen zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit bei. Durch die positiven Effekte der Rehabilitation sinken die AU-Dauer und die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems, wodurch direkte und indirekte Krankheitskosten reduziert werden. Weitere ökonomische Effekte auf die möglicherweise vermiedene beziehungsweise verzögerte Berentung durch die Rehabilitation sind hier noch nicht erfasst.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Health Economic Effects of Rehabilitation for Chronic Back Pain

An Observational Study with Combined Secondary Data from Statutory Health Insurance and German Pension Fund

Abstract:


Background:
Chronic back pain is the most common indication in medical rehabilitation. Numerous studies hint on positive effects of rehabilitation on health state. However, there is no evidence about the effectiveness of rehabilitation due to the lack of a valid comparison group.

Methods:
Based on combined secondary data from German Pension Fund and statutory health insurance, a comparison group of insured persons was identified by their typical patient career that did not apply for rehabilitation for unclear reasons. Effectiveness was measured by direct and indirect costs of back pain between rehabilitants and non-rehabilitants.

Results:
Costs of rehabilitation split in 2.742 Euro direct costs and 2.597 Euro indirect costs. In the 2 years following rehabilitation, rehabilitants were hospitalized less frequent and caused less indirect costs due to disability. Therefore, the benefit of rehabilitation was 727 Euro in the first year after rehabilitation and additional 37 Euro in the subsequent year.

Conclusion:
Rehabilitation for chronic back pain contributes to maintain the ability to work. Moreover, rehabilitation reduces duration of disability and healthcare utilization, hence direct and indirect costs of illness are lowered compared to a treatment without rehabilitation. Effects of rehabilitation by avoidance and delay of retirement are not yet recorded.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/0552


Informationsstand: 02.03.2020

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