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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kardiologische Rehabilitation - Erwartungen und Einschätzungen von Patienten


Autor/in:

Schubmann, Rainer M.; Vogel, Heiner; Placzek, T. [u. a.]


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Die Rehabilitation, 2005, 44. Jahrgang (Heft 3), Seite 134-143, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536


Jahr:

2005



Abstract:


Ausgehend von der vielfach postulierten starken Bedeutung der individuellen Erwartungen für die Rehabilitation auf den Verlauf der Rehabilitation wurden diese in einer Explorativen Querschnittstudie bei kardiologischen Reha-Patienten der Phase III im Zusammenhang mit Reha-Ergebnissen untersucht.

Im Sinne eines ersten Zugangs zur Klärung der Behandlungserwartungen und -ziele von kardiologischen Reha-Patienten sollten die Rehabilitanden (Teilnehmer ambulanter Herzgruppen) retrospektiv über ihre Erwartungen, Einschätzungen und Erfahrungen bezüglich ihrer stationären Rehabilitation (Phase II) befragt werden. Ausgewertet werden konnten 238 von 300 (79 Prozent) an Herzgruppenmitglieder ausgegebene Fragebogen (81,9 Prozent männlich; Durchschnittsalter 65, 5 Jahre).

Von besonderer Bedeutung waren für die Patienten Gespräche mit dem Arzt, gründliche Untersuchungen und Beratungen über den Krankheitsverlauf sowie Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und zur gesunden Lebensführung. Häufig genannt wurden aber auch Diätberatung, Gruppengymnastik, Massagen, Wanderungen sowie die angenehme Umgebung in der Klinik.

Zirka ein Drittel der Befragten gab an, dass sie nach der Rehabilitation ihre Lebenseinstellung geändert hätten (bewusster leben, Stress abbauen, gesünder ernähren). Nach den Angaben der Befragten fanden sich keine wesentlichen Verbesserungen im Gewicht beziehungsweise Übergewicht bei den Studienteilnehmern von Reha-Beginn bis zum Befragungszeitpunkt, jedoch hat der Anteil der Raucher deutlich abgenommen.

70 Prozent der Befragten wären interessiert, wieder an einer Rehabilitation teilzunehmen. Auch fanden sich Hinweise, dass Reha-Erwartungen von körperlichem Training, Gesundheitsbildung, Verhaltensänderung und ärztlicher Betreuung mit einem besseren Reha-Ergebnis einhergingen. Bei der Interpretation müssen neben dem selektiven Charakter der Stichprobengewinnung auch die Probleme retrospektiver Datenerhebungen (Erinnerungsverzerrungen/Recall Bias) bedacht werden.

Vor diesem Hintergrund lassen sich die Ergebnisse als Hinweis darauf verstehen, dass die Studienteilnehmer ihre Rehabilitation überwiegend positiv bewerten. Kritische Aspekte, die auch genannt werden, beziehen sich nicht auf die Grundkonzeption der Behandlung, sondern auf spezielle Defizite in der Durchführung und Umsetzung, auf die jede Klinik besonderes Augenmerk legen sollte.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Cardiac Rehabilitation - Expectations and Experiences of Patients


Abstract:


Patients' expectancies are widely hypothesized to influence the course of rehabilitation. Therefore, an exploratory cross-sectional survey was performed in cardiological rehabilitation patients to analyse the relationship of patients' expectations and rehabilitation outcomes. Patients were recruited from ambulatory heart groups (phase III rehabilitation).

All participants judged both their expectations and experiences regarding their inpatient rehabilitation (phase II) in retrospect. Of 300 eligible heart group members, 238 (79 percent) consented to participate (81 percent male; mean age 65,5 years).

Discussions with their physician, in-depth clinical examination, and information regarding treatment and healthy life-style were rated as most important by the patients. utritional counselling, gymnastics, massage, walking and the pleasant surroundings of the clinic were also frequently mentioned.

One third stated that they had changed their attitudes regarding life-style, stress management, and nutrition as a result of rehabilitation. However, according to their self-reports, changes in body weight were not substantial whreras the proportion of smokers declined.

70 percent reported to be interested in attending a future rehabilitation treatment. Patients with high expectations regarding physical training, health counselling, behaviour modification and physician care had better rehabilitation outcomes. When interpreting the results, both the selective nature of the sample and possible recall bias due to the retrospective assessments have to be considered.

Our findings may thus be seen as hints as to patients overall judging their rehabilitation in a positive way. However, critical aspects were also mentioned. While these did not touch the general concepts of the interventions, they highlighted specific aspects of its performance and implementation, issues that should be taken into account by the individual rehabilitation clinic.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
Homepage: https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0063/0072


Informationsstand: 04.07.2005

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