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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zwei Jahre Integrationsvereinbarung gemäß § 83 SGB IX

Erfahrungen, Umsetzungsstand, Arbeitshilfen



Autor/in:

Fankhaenel, Karin; Ihme, Carla


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2003, 42. Jahrgang (Heft 6), Seite 177-180, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2003



Abstract:


Die Integrationsvereinbarung ist in Deutschland seit Oktober 2000 gesetzlich verankert. Sie wurde im novellierten Schwerbehindertengesetz als ein Baustein der Regelungen des Gesetzes zum Abbau der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter eingeführt. Mit In-Kraft-Treten des SGB IX zum Juli 2001 sind die Betriebe verpflichtet den Arbeits- und Integrationsämtern die abgeschlossene Vereinbarung zu übermitteln.

Die Autorinnen sind Mitarbeiterinnen des Integrationsamts und berichten, zwei Jahre nach der verabschiedeten gesetzlichen Einführung, über den Rücklauf der Integrationsvereinbarungen. Des weiteren wird der Inhalt der Vereinbarungen und die damit verbundene Zielsetzung erläutert.

Da die Integrationsvereinbarung als Instrument in der Praxis noch nicht erprobt ist und es dementsprechend nur geringe Erfahrungswerte in der Umsetzung und Formulierung der Vereinbarung gibt, führen die Autorinnen ausführlich aus welche Themen in Integrationsvereinbarungen enthalten sind, welche enthalten sein sollten, welche Anforderungen die Integrationsämter an die Vereinbarungen stellen und wie die Vereinbarung in der Praxis umgesetzt werden könnte.

Einige Beispiele für Zielvereinbarungen und Maßnahmen sind:
- Erhöhung der Beschäftigungsquote auf X
- Ausbildung von mindestens X Prozent Schwerbehinderter
- Erhöhung des Frauenanteils auf X Prozent
- Einstellung von Hilfskräften
- jährliche Berichtspflicht
- besondere Berücksichtigung schwerbehinderter Menschen bei Telearbeit
- blindengerechte Fahrstühle
- Einstellung von Assistenzkräften für blinde Mitarbeiter
- Sicherung des barrierefreien Zugangs zu den Dienststellen
- Ausweisung von Parkplätzen für Personen mit Merkzeichen 'G'
- Bildung eines Integrationsteams
- konkrete Ermittlung des Fortbildungsbedarfs
- Einholung von Verbesserungswünschen bei den schwerbehinderten Beschäftigten
- Anwendung der DIN 18024 Teil 2 für alle Bauvorhaben

Die Integrationsvereinbarungen sollten zudem Regelungen zum Controlling, zur Berichtspflicht und zur Laufzeit enthalten.

Die Integrationsämter vertreten die Auffassung, dass die Vereinbarungen:
1. spezifisch,
2. messbar,
3. anspruchsvoll,
4. realistisch und
5. terminiert sein sollten (Anagramm: SMART).

Nach diesem Schema werden einige Beispiele anhand des 5-Punkte-Mottos der Integrationsämter genannt.

Die ersten rückläufigen Integrationsvereinbarungen zeigten, dass zwar Konkrete Ziele formuliert wurden, jedoch nur in wenigen Fällen konkrete betriebsspezifische Maßnahmen vereinbart worden sind.

Um in der Integrationsvereinbarung spezifisch auf die Gegebenheiten des Betriebs eingehen zu können, haben verschiedene Integrationsämter gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Hauptschwerbehindertenvertretung (und Anderen) modellhaft einen Fragebogen entwickelt, mit dem Ziel eine Ist-Analyse der betrieblichen Verhältnisse aufzuzeigen. Diese Bestandsaufnahme gibt dann Hinweise auf den notwendigen Handlungsbedarf. Der Fragebogen steht allen Interessierten zur Verfügung. Der Bogen ist in einer Version für den öffentlichen Dienst und in der Version für Betriebe der Privatwirtschaft erhältlich. Eine PDF-Datei als Anhang einer E-Mail oder eine Kopiervorlage ist bei den Integrationsämtern anforderbar. Außerdem kann der Fragebogen im Internet unter: www.integrationsaemter.de (Stichwort: Service, Beratung durch Experten) aufgerufen werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 166 SGB IX Inklusionsvereinbarung | REHADAT-Recht




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Praxishilfe/Ratgeber




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/3391


Informationsstand: 09.12.2003

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