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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesundheitsförderung als Aufgabe der Schwerbehindertenvertretung


Autor/in:

Schimanski, Werner


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2006, 45. Jahrgang (Heft 5), Seite 122-130, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2006



Abstract:


Der Gesetzgeber ist schon seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bemüht, die Gesundheit der Arbeitnehmer zu sichern und sie vor betrieblichen Gefahren zu schützen. Die individuelle Haftung der Arbeitgeber bei Arbeitsunfällen wurde 1889 durch die gesetzliche Unfallversicherung abgelöst. Diese führte die kollektive Haftung durch Bildung der Berufsgenossenschaften ein und erweiterte sie 1926 auf die Berufskrankheiten.

Die Berufsgenossenschaften wurden von Anfang an verpflichtet, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten mit allen geeigneten Mitteln zu verhüten und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Versicherten nach einem Arbeitsunfall oder dem Auftreten einer Berufskrankheit wieder herzustellen. Diesem Zweck dienen die Unfallverhütungsvorschriften, welche die Unternehmer verpflichten, ihre Betriebe unfallsicher auszurichten. Zugleich sind die Beschäftigten anzuhalten, im eigenen Interesse daran mitzuwirken. Es werden erforderliche arbeitsmedizinische Untersuchungen und Maßnahmen angeordnet.

Der betriebliche Gesundheitsschutz ist zwar eine kollektive Aufgabe des Arbeitgebers und der gemeinsamen Vertretungen der Arbeitnehmer und Beschäftigten, doch bedarf die spezielle Lage der schwerbehinderten Menschen einen erhöhten Schutz. Die Schwerbehindertenvertretung überwacht die Durchführung der Gesetze, Verordnungen, Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen und Verwaltungsanordnungen, welche zugunsten schwerbehinderter Menschen eingeführt wurden.

Der Arbeitgeber hat die Schwerbehindertenvertretung in Angelegenheiten, die einen einzelnen oder die Gruppe der schwerbehinderten Menschen anbelangen, prompt und ausführlich zu unterrichten. Auch hat er sie vor einer Entscheidung anzuhören. Ferner hat die Schwerbehindertenvertretung das Recht, an allen Sitzungen des Betriebs-, Personal-, Richter-, Staatsanwalts- oder Präsidialrates und deren Ausschüsse sowie des Arbeitsschutzausschusses beratend teilzunehmen.

Mit zu den wichtigsten Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung gehört es, die gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen bei allen in Frage kommenden Stellen anzuregen und ihre Durchführung zusammen mit den gemeinsamen Vertretungen zu überwachen.

Auch die ständige Prüfung, wie die Leistungsfähigkeit der schwerbehinderten Menschen verbessert werden kann, ist eine der wichtigen Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung. Somit sind notwendige berufliche und medizinische Rehabilitationsmaßnahmen rechtzeitig anzuregen und zu beantragen.

Um frühstmöglich über die gesundheitliche Gefährdung der Arbeitsplätze der schwerbehinderten Menschen informiert zu sein, sollten regelmäßige Arbeitsplatzbesichtigungen stattfinden. Ein enger Kontakt mit den schwerbehinderten Menschen ist dabei unerlässlich.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/0117


Informationsstand: 11.09.2006

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