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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die stufenweise Wiedereingliederung in das Erwerbsleben


Autor/in:

Schimanski, Werner


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Behindertenrecht, 2006, 45. Jahrgang (Heft 2), Seite 49-53, München: Boorberg, ISSN: 0341-3888


Jahr:

2006



Abstract:


Nach § 28 SGB IX sollen medizinische und ergänzende Leistungen erbracht werden, wenn arbeitsunfähige Leistungsberechtigte nach ärztlicher Feststellung ihre bisherige Tätigkeit teilweise wieder verrichten und durch deren stufenweise Wiederaufnahme voraussichtlich besser wieder in das Erwerbsleben eingegliedert werden können. Der Autor erläutert die diesbezüglichen Anforderungen und Leistungen.

Auch bei der Stufenweisen Wiedereingliederung in das Erwerbsleben richten sich die Leistungen - so der Autor - nach den besonderen Teilen des SGB. Für Leistungen zur Teilhabe der gesetzlichen Rentenversicherung beispielsweise muss die Erwerbsfähigkeit der versicherten Person erheblich gefährdet/ gemindert und die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein (§§ 9 folgende SGB VI).

Arbeitsunfähigkeit liege vor, wenn wegen Krankheit die bisherige Berufstätigkeit nicht ausgeübt werden kann. Da es eine teilweise Arbeitsunfähigkeit nicht gebe, werden in ihrem bisherigen Beruf halbschichtig Leistungsfähige weiterhin als arbeitsunfähig behandelt. Die von der Arbeitsagentur zu beurteilende Vermittlungsfähigkeit erfordere dagegen nur, dass der Arbeitsunfähige auf dem für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarkt mindestens 15 Stunden/Woche irgendeine Tätigkeit verrichten kann. Dies sei bedeutsam, um nach Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug Arbeitslosengeld zu erhalten.

Insbesondere bei chronisch Kranken und Arbeitnehmern mit lang anhaltenden Krankheiten könne der Arbeitgeber nach der BAG-Rechtsprechung das Arbeitsverhältnis wegen erheblicher Beeinträchtigung betrieblicher Interessen kündigen. Nach Meinung des Autors steht dies im Widerspruch zu seiner Verpflichtung aus § 84 SGB IX.

Bei stundenweise Arbeitsfähigen und einer positiven ärztlichen Prognose sollten Arbeitgeber und arbeitsunfähiger Beschäftigter darum die stufenweise Wiedereingliederung in das Berufsleben vereinbaren. Dies erfolge zwar auf freiwilliger Basis; Anreiz sei aber, dass der Arbeitgeber eine unbezahlte Arbeitsleistung erhält und der arbeitsunfähige Mensch einen leidensgerechten Arbeitsplatz behält beziehungsweise erlangt.

Das bisweilen komplexe Zusammenwirken der verschiedenen Bücher des SGB fächert der Autor für den Bereich der Wiedereingliederung nachvollziehbar auf. Wie eine Wiedereingliederungsvereinbarung im Einzelnen zustande kommen und ausgestaltet werden könnte, ist allerdings nicht Gegenstand des Beitrags.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


§ 44 SGB IX Stufenweise Wiedereingliederung
§ 74 SGB V Stufenweise Wiedereingliederung
§ 167 SGB IX Prävention/Betriebliches Eingliederungsmanagement




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Behindertenrecht - Fachzeitschrift für Fragen der Rehabilitation
Homepage: https://www.boorberg.de/3413888

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0059/0109


Informationsstand: 05.04.2006

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