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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung

Neue Aspekte für die praktische Arbeitsmedizin



Autor/in:

Milde, J.; Ponto, Klaus


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Arbeitsmedizin Sozialmedizin Umweltmedizin (ASU), 2008, 43. Jahrgang (Heft 2), Seite 70-74, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2008



Abstract:


Lärmschwerhörigkeit gehört nach wie vor zu den häufigsten Berufskrankheiten. Die Autoren Milde und Ponto informieren über die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung. Dass die Unfallverhütungsvorschrift Lärm aus dem Jahr 1974 Wirkung gezeigt hat, wird in den sinkenden Zahlen von Verdachtsanzeigen, Anerkennung und Renten deutlich. Allerdings hat die Lärmprävention auch weiterhin eine große Bedeutung, denn es sind immer noch etwa 4,5 Millionen Beschäftigte relevanten Lärmexpositionen bei ihrer beruflichen Tätigkeit ausgesetzt.

Seit dem Inkrafttreten der neuen Arbeitsschutz-Lärm- und Vibrationsverordnung gilt sowohl die UVV Lärm nicht mehr als auch die UVV Arbeitsmedizinische Vorsorge. Für Präventionsmaßnahmen bei Vibrationsexposition gibt es nun erstmals im staatlichen Recht verbindliche Vorgaben. Mit der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung sind in den Bereichen Lärm, Hand-Arm-Vibration und Ganzkörpervibration neue Begriffe eingeführt worden. Arbeitgeber sind hier nun bereits bei Überschreiten der unteren Auslösewerte für Lärm und Vibration dazu verpflichtet, eine allgemeine arbeitsmedizinische Beratung sicherzustellen. Diese arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sind als Erstuntersuchungen und Nachuntersuchungen in regelmäßigen Abständen, als Nachuntersuchungen nach Beendigung der Tätigkeit durchzuführen. Die Untersuchungen sind Voraussetzung für die Ausübung einer Tätigkeit mit Lärm- oder Vibrationsexposition.

Die Untersuchungen dürfen lediglich von Fachärzten für Arbeitsmedizin oder Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin beauftragt werden. Diese sollten über spezielle Fachkenntnisse verfügen und entsprechende Fortbildungen absolviert haben. Die Maßnahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge umfassen eine arbeitsmedizinische Beurteilung lärm- und vibrationsbedingter Gesundheitsgefährdungen, Aufklärung und Beratung der Beschäftigten über die Gesundheitsgefahren, spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung, arbeitsmedizinisch begründete Empfehlungen zur Überprüfung von Arbeitsplätzen und die Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes.

Die Grundsätze G 20 und G 46 sollen das gesamte Maßnahmenpaket beschreiben. Beratung im G 20 soll entsprechend der Arbeitsplatzsituation und den Untersuchungsergebnissen im Einzelfall erfolgen. Der Gehörschutz ist hierfür mitzubringen. Ergeben sich hieraus Anhaltspunkte für Gesundheitsgefährdung, muss der Arbeitgeber darauf hingewiesen und beraten werden. Beratung der Beschäftigten nach G 46 bezieht sich nicht nur auf Vibrationsexposition und schließt auch Belastungen des Muskel- und Skelettsystems mit ein. Bei Funktionsstörungen des Muskel-Skelett-Systems beispielsweise ergeben sich oft nur geringe Auswirkungen auf die Belastbarkeit und diese sind gut zu kompensieren.

Zudem kann funktionellen Beschwerden mit gezielten Übungen entgegengewirkt werden. Die arbeitsmedizinische Beratung der Beschäftigten zielt in erster Linie auf die Erhaltung und Verbesserung der Belastbarkeit ab. Diese umfassen die Veränderung des Arbeitsplatzes und der Aufgaben, das persönliche Verhalten zur Erhaltung der körperlichen Belastbarkeit und generelle Veränderungen des Lebensstils mit Erhöhung der körperlichen Freizeitaktivität. Der Arbeitgeber ist darüber zu informieren und zu beraten, wenn sich aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge ergibt, dass Anlass zur Überprüfung von Arbeitsplätzen besteht. Die Beratung kann dabei auf die generellen Verhältnisse am Arbeitsplatz oder auf das Individuum gerichtet sein.

Neu bei der Gefährdungsbeurteilung Lärm ist die Berücksichtigung von Wechselwirkungen mit arbeitsbedingten ototoxischen Substanzen oder Vibration. Bei Einhalten der Grenzwerte ist ein wesentlicher Hörverlust wenig wahrscheinlich. Auch in Kombinationswirkung bleibt Lärm der stärkste Risikofaktor. Insgesamt hat Lärmprävention im Arbeitsschutz weiterhin eine herausragende Bedeutung. Mit der neuen Verordnung ist die Kontinuität in der Lärmprävention gewahrt. Die Grundsätze G 20 und G 46 wurden den aktuellen Erfordernissen angepasst.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/6526


Informationsstand: 29.02.2008

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