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Bibliographische Angaben zur Publikation

Veränderungen in der Beurteilung des (Arbeits-)Fähigkeitsprofils psychosomatischer Patienten im Verlauf einer ergotherapeutischen Behandlung


Autor/in:

Linden, Michael; Noack, Michael


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

ASU, 2017, 52. Jahrgang (Heft 4), Seite 272-277, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052


Jahr:

2017



Abstract:


Einleitung:

Psychische Erkrankungen führen nicht nur zu Krankheitssymptomen, sondern auch regelhaft zu Fähigkeitseinschränkungen und damit Beeinträchtigungen in der sozialen Teilhabe, einschließlich einer Arbeitsunfähigkeit. Die Erfassung von Fähigkeitsbeeinträchtigungen basiert zumeist auf Schilderungen der Patienten. In psychosomatischen Rehabilitationskliniken besteht zudem die Möglichkeit, Patienten in der Ergotherapie auch in Anforderungssituationen zu beobachten. Die Frage ist, wie sich Beobachtungen im Therapiealltag in der Einschätzung des Fähigkeitsprofils niederschlagen.

Material und Methode:

Es wurden 143 Patienten/innen einer psychosomatischen Rehabilitationsklinik über fünf Wochen in der Ergotherapie behandelt und von ihren Therapeuten/innen mittels des Mini-ICF-APP zu Beginn und zum Ende des Aufenthalts hinsichtlich ihres (Arbeits-)Fähigkeitsprofils eingeschätzt.

Ergebnis:

Es zeigte sich, dass die Therapeuten/innen auf nahezu jeder Dimension des Mini-ICF-App die Patienten/innen nach der Therapie schlechter beurteilten, was unabhängig voneinander in zwei unterschiedlichen Ergotherapie-Gruppen beobachtet werden konnte. Dies geschah, obwohl sich im Verlauf des stationären Aufenthalts der psychische Zustand der Patienten/innen besserte wie auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seitens der Ärzte.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Ergotherapeuten/innen durch regelmäßigen Kontakt mit den Patienten/innen, Probleme zunehmend deutlicher erkennen und daher im Verlauf Einschränkungen der Leistungsfähigkeit besser erkennen. Dieser Befund ist von Bedeutung für die sozialmedizinische Begutachtung, da der erste Eindruck von außen eventuell nicht dem ganzheitlichen Bild des Patienten/der Patientin entspricht.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Changes in the evaluation of the (working) capacity profile of psychosomatic patients in the course of occupational therapy


Abstract:


Introduction:

Mental disorders not only result in symptoms of illness, but also in capacity limitations and restricted participation in society, including an inability to work. The assessment of capacity limitations is mostly based on patient reports. In psychosomatic inpatient treatment it is also possible to observe patients in occupational therapy in challanging situations. The question is how observations affect the capacity profile assessment in the course of treatment.

Material and Methods:

143 inpatients of a psychosomatic rehabilitation unit were treated for five weeks in occupational therapy. Their (working) capacity was assessed with the Mini-ICF-APP by the occupational therapist at the time of admission and discharge.

Results:

At the end of the treatment, capacity limitations were rated worse at virtualy every level of the Mini-ICF-APP. Similar observations were made in two independent occupational therapy groups. This was the case in spite of the fact that the mental status of patients and the assessment of ability to work improved during the inpatient stay according to doctors.

Conclusion:

The results suggest that occupational therapist detect more limitations of capacity the more they learn about the patients in occupational therapy. This finding is of importance for socio-medical assessments, as it shows that a first impression may not reflect the full spectrum of problems.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
Homepage: https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0026/0300


Informationsstand: 12.05.2017

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