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Bibliographische Angaben zur Publikation

Chronisch krank und erwerbstätig

Weitere Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie unter GKV-Versicherten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen



Autor/in:

Langbrandtner, Jana; Raspe, Heiner; Hüppe, Angelika


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Zeitschrift für Gastroenterologie, 2016, 54. Jahrgang (Heft 2), Seite 139-145, Stuttgart, New York: Demeter bei Thieme, ISSN: 0044-2771


Jahr:

2016



Abstract:


Hintergrund:

Chronische und prognostisch unsichere Erkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) führen häufig zu Einschränkungen in der Erwerbsfähigkeit. Ob Ansätze zur Verbesserung der Selbstmanagementkompetenzen arbeitsbezogene Parameter positiv beeinflussen können, ist offen.

Methodik:

Daten einer randomisierten kontrollierten Studie mit volljährigen Versicherten einer gesetzlichen Krankenversicherung mit ärztlich bestätigter CED wurden reanalysiert. Der Fokus lag auf 337 mindestens halbtags erwerbstätigen Teilnehmern. Sie bearbeiteten zu Studienbeginn einen Fragebogen, der 22 krankheitsbezogene Problemfelder erfasste. Die Interventionsgruppe erhielt eine Rückmeldung zu persönlichen Problemen und darauf zugeschnittene Versorgungsempfehlungen. Die Kontrollgruppe blieb unbeeinflusst (usual care). Nach einem Jahr erfolgte eine Zweitbefragung, die Krankenkasse stellte Daten zur Arbeitsunfähigkeit zur Verfügung.

Ergebnisse:

In den primären Zielgrößen gesundheitsbezogene Lebensqualität und Beeinträchtigungen im Alltag erwies sich die Interventionsgruppe der Kontrollgruppe überlegen. Jeder vierte Erwerbstätige zeigte zu Studienbeginn eine negative subjektive Erwerbsprognose (gemessen mit der SPE-Skala). Diese konnte ebenso wenig wie die Anzahl von AU-Fällen und -Tagen durch die Intervention positiv beeinflusst werden.

Schlussfolgerung:

CED-Kranke zeigen Anzeichen einer gefährdeten Erwerbsfähigkeit. Neben der Wahrnehmung beruflicher Problemlagen ist der Ausbau von Angeboten zum Erhalt der Erwerbsfähigkeit voranzutreiben. Eine stärkere berufliche Orientierung der medizinischen Rehabilitation könnte eine Behandlungsoption sein, doch ist ihre Wirksamkeit und ihr Nutzen bei CED-Kranken noch zu belegen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Employees with chronic diseases - additional results of randomized controlled trial among adult members of a German statutory health insurance with inflammatory bowel diseases


Abstract:


Background:

Chronic and prognostically doubtful diseases like inflammatory bowel diseases (IBD) often lead to reduced work ability. Whether self-management-interventions have positive effects on work related outcomes is so far unclear.

Methods:

Data from a randomized controlled trial of adult members of a German statutory health insurance with medically confirmed IBD were reanalyzed. We focused on 337 gainfully employed study participants. They completed a screening questionnaire enquiring about 22 disease-related bio-psycho-social problems. The intervention group (IG) received individualized (problem-adapted) written recommendations; the control group remained under usual care. 12 months later a follow-up questionnaire was employed, data on sick leave were made available by the health insurance.

Results:

The IG showed beneficial effects in all primary outcomes (EuroQol visual analog scale score, index for measuring participation restriction and number of self-reported disability days). At baseline one in four of the employed participants reported a negative subjective prognosis of their work capacity (assessed by means of a 3-item Likert scale, SPE scale). No positive intervention effects on work-related outcomes (subjective prognosis of gainful employment, episodes and days of sick leave) could be detected.

Conclusions:

In IBD patients work and earning capacity is often at risk and should be regularly assessed. Effective interventions to protect or restore gainful employment are needed. Medical-vocational rehabilitation could be a treatment option; its efficacy and benefit (in IBD) are still to be demonstrated.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Zeitschrift für Gastroenterologie
Homepage: https://www.thieme.de/de/zeitschrift-gastroenterologie/aktue...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8313


Informationsstand: 10.06.2016

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