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Bibliographische Angaben zur Publikation

Wiederaufnahme der Arbeit nach traumatischen Handverletzungen: Medizinische, persönliche und arbeitsplatzbezogene Faktoren


Autor/in:

Oberfeld, E.; Zwahlen, M.; Vögelin, E.


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Handchirurgie - Mikrochirurgie - Plastische Chirurgie, 2015, 47. Jahrgang (Heft 1), Seite 44-57, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0722-1819 (Print); 1439-3980 (Online)


Jahr:

2015



Abstract:


Ziel:

Die Studie untersucht anhand klinikbasierter Daten die Wiederaufnahme der Arbeit und die Dauer der Arbeitsunfähigkeit (AUF) von Patienten nach offenen Handverletzungen und wertet mögliche beeinflussende Faktoren quantitativ aus.

Methode:

Eingeschlossen in die retrospektive Erhebung wurden 18-65-jährige Patienten mit akuten Handverletztungen (n=435), die 2008 und 2009 in unserer Klinik operativ versorgt wurden. Durch versandte Fragebogen in 2011 wurden zu den Angaben aus der Krankengeschichte zusätzliche demografische, arbeitsbezogene und persönliche Informationen erhoben. In Gruppenvergleichen und multivariablen linearen Regressionen wurden Zusammenhänge zwischen möglichen beeinflussenden Faktoren und der Dauer der AUF ermittelt.

Ergebnisse:

Die Stichprobe umfasste 290 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 38,9 (SD 13,2) Jahren. 98,6 % der Handverletzten nahmen nach einer Zeitdauer von 45,5 Tagen (Median) ihre Tätigkeit wieder auf. Klinische, soziodemografische und arbeitsbezogene Faktoren waren in den einfachen Gruppenvergleichen mit der Dauer der AUF assoziiert. Die Verletzungsregion, die Anzahl der betroffenen Regionen, das Aufkommen von Sekundäreingriffen, das Alter und die berufliche Tätigkeit waren die einzigen Variablen, die in der multivariablen linearen Regression einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit der Dauer der AUF aufwiesen.

Schlussfolgerung:

Verletzungsbezogene Faktoren und das Alter beeinflussen die Zeitdauer bis zur Wiederaufnahme der Arbeit nach einer Handverletzung maßgebend. Da sich beide nicht modifizieren lassen, kommt der Prävention von Handverletzungen, gefolgt von einer frühen sachgemäßen klinischen und therapeutischen Rehabilitation größte Bedeutung zu. Eine ebenso wesentliche Rolle für die Zeitdauer bis zur Arbeitsaufnahme kommt den Anforderungen der jeweiligen beruflichen Tätigkeit zu. Durch eine verbesserte Kommunikation zwischen medizinischem Behandlungsteam, Arbeitgeber, Versicherer und dem Handverletzten ließen sich bereits zu einem frühen Zeitpunkt entscheidende Weichenstellungen in der Rehabilitation vornehmen. Ob diese eine graduelle und frühere Arbeitswiederaufnahme ermöglicht, bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Return to Work after Traumatic Hand Injuries: Medical, Personal and Work-related Factors


Abstract:


Purpose:

This study aimed to examine the work-related impact of open hand injuries, specifically, the amount of lost work days subsequent to the injury and factors associated with work-related rehabilitation.

Patients and Methods:

We retrospectivley included consecutive patients with acute hand injuries who were operated between 2008 and 2009 in the Division of Hand Surgery (n=435) at the Department of Orthopaedic, Plastic and Hand Surgery. Information was obtained from the medical records and via a self-reported questionnaire sent out in 2011. Patients younger than 18 or older than 65 years, as well as the unemployed were excluded from the study. Descriptive group analysis was used to establish statistical relationships between time off work (TOW) and possible influencing variables. Multiple linear regression was applied to analyse the impact of injury, personal and/or work-related factors on TOW.

Results:

The sample included 290 patients with a mean age of 38.9 (SD 13.2) years of whom 98.6% returned to work after a median absence of 45.5 days. Univariate analysis demonstrated an association of length of absence from work with socio-demographic, clinical and work-related factors. Multiple regression analysis indicated that the location of injury, the number of injured regions, the need for secondary surgery, age, and the type of occupation were independently associated with TOW.

Conclusion:

Most factors associated with TOW after traumatic hand injuries could not be influenced. Possible interventions should probably target improved injury prevention, optimal clinical treatment and rehabilitation starting early after injury. Whether improvements in communication and enhancement of cooperation between the treatment teams, the workplace and the insurance carrier may support a staged and earlier return to work remains to be investigated.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Handchirurgie - Mikrochirurgie - Plastische Chirurgie
Homepage: https://www.thieme.de/de/hand-mikro-plastische-chirurgie/pro...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA8182


Informationsstand: 03.03.2015

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