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Bibliographische Angaben zur Publikation

Leitlinien in der Begutachtung von Erwerbsunfähigkeit: Ein internationaler Vergleich


Autor/in:

de Boer, Wout; Rijkenber, A. M.; Donceel, Peter


Herausgeber/in:

Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD)


Quelle:

Das Gesundheitswesen, 2011, 73. Jahrgang (Heft 6), Seite e103-e110, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0941-3790 (Print); 1439-4421 (Online)


Jahr:

2011



Abstract:


Hintergrund:

Begutachtungen hinsichtlich des Leistungsvermögens bei verminderter Erwerbsfähigkeit werden durch Experten in der Rentenbegutachtung durchgeführt. Die Begutachtungspraxis ist in vielen Nationen noch wenig evidenzbasiert. Begutachtungsleitlinien nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin werden in der Sozialversicherung nur vereinzelt angewendet. Die wissenschaftliche Entwicklung auf dem Gebiet der Sozialversicherungsmedizin scheint langsam voranzugehen, da sich Versicherungsmedizin von klinischer Medizin unterscheidet.

Ziel:

Wir haben die Begutachtungspraxis zur verminderten Erwerbsfähigkeit in verschiedenen Nationen einer vergleichenden Analyse unterzogen und untersucht, in welchen Nationen verbindliche Leitlinien Anwendung finden.

Methodik:

Mittels eines standardisierten Fragebogens wurden Experten in der Rentenbegutachtung aus 18 europäischen Nationen zur Begutachtungspraxis befragt. Aus den Antworten wurde eine vergleichende Übersichtstabelle erstellt und anschließend an alle Mitwirkenden vorgelegt zur Prüfung. Des weiteren erfolgte eine Visitation der Nationen, die Leitlinien anwenden. Vorliegende Leitlinien wurden kategorisiert und ihr Inhalt verglichen. Die Ergebnisse wurden abschließend den Experten der teilnehmenden Nationen zur Prüfung und Kommentierung vorgelegt.

Resultate:

14 Nationen nahmen an unserer Studie teil. Die Bewertung der funktionellen Kapazität war innerhalb der verschiedenen Nationen gebräuchlich. Leitlinien zur Begutachtung setzten Sozialmediziner offiziell in Deutschland, Irland, der Schweiz und den Niederlanden ein. 22 Leitlinien waren medizinisch und 11 Leitlinien prozedural ausrichtet. Hierbei wiesen die prozeduralen Leitlinien mehr Variabilität auf.

Schlussfolgerung:

Zwischen den verschiedenen Nationen sind die Begutachtungen bezüglich der verminderten Erwerbsfähigkeit vergleichbar. Medizinische und prozedurale Leitlinien sollten aber weiterentwickelt und auch in der Praxis auf ihre Validität untersucht werden. Die prozeduralen Leitlinien benötigen ferner eine Verbreitung in Form einer klaren und vergleichbaren Anwendungsweise. Dieses würde die Rechtssicherheit der Antragsteller stärken. Der Wissensstand und die Forschung sind in Deutschland und in den Niederlanden auf dem Gebiet der sozialmedizinischen Begutachtungen am weitesten entwickelt. Beide Nationen könnten in diesem Fachbereich eine führende Rolle einnehmen.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract:

Guidelines for Assessment of Work Disability: An International Survey


Abstract:


Background:

Assessments of long-term work disability are carried out by social insurance physicians (SIPs) and are little supported with evidence or instruments. Guidelines are hardly ever used in social insurance medicine. Developments in social insurance medicine might be slow as insurance is different from clinical medicine.

Aims:

We explored the comparability of assessments in social insurance medicine in different countries and asked what guidelines were in official use.

Methods:

Eighteen European countries were invited. A questionnaire on assessments practices was sent to national experts. A comparative table was presented to all contributors. Countries with guidelines were visited. Guidelines were categorised according to their purpose and their contents were compared. The results were presented to experts of the participating countries for validation.

Results:

Fourteen countries participated. Functional capacity assessment was common. Guidelines for SIPs were reported to be officially in use in Germany, Ireland, the Netherlands and Switzerland. Twenty-two guidelines were medical and eleven were procedural. Medical guidelines mainly treated the same topics. Procedural guidelines were more variable.

Conclusion:

Assessment of work disability is comparable between countries. Medical and procedural guidelines should be further developed and tested on their value in practice. The procedural guidelines need to be published in a clear and comparable manner. The legal security of claimants would be endorsed by this. Germany and the Netherlands are most experienced and could take the lead in international development.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Das Gesundheitswesen
Homepage: https://www.thieme.de/de/gesundheitswesen/profil-1875.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA7052


Informationsstand: 13.03.2013

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