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Bibliographische Angaben zur Publikation

Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen: Präventionsbericht

Eine Zusammenfassung



Sammelwerk / Reihe:

Factsheet FACTS, Band 78


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz; European Agency for Safety and Health at Work (EU-OSHA)


Quelle:

Bilbao: Eigenverlag, 2008, 2 Seiten: PDF


Jahr:

2008



Link(s):


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Abstract:


Einführung
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Rücken, im Nacken und in den Gliedmaßen sind bei Berufstätigen weit verbreitet. Diese Leiden werden üblicherweise als Muskel-Skelett-Erkrankungen bezeichnet. Innerhalb der EU-27 klagen etwa 25 Prozent der Arbeitnehmer über Rückenschmerzen und etwa 23 Prozent berichten über Muskelschmerzen. Daher sind Muskel-Skelett-Erkrankungen das am häufigsten angeführte arbeitsbedingte Gesundheitsproblem. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind aufgrund ihrer gesundheitlichen Auswirkungen auf die einzelnen Arbeitnehmer Anlass zur Sorge. Darüber hinaus sind die wirtschaftlichen Auswirkungen für Unternehmen und die Sozialkosten für die europäischen Länder beachtlich.

Die Bekämpfung von Muskel-Skelett-Erkrankungen erfordert das Ergreifen von Maßnahmen bereits am Arbeitsplatz. Zuerst können vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Aber für Arbeitnehmer, die bereits unter Muskel-Skelett-Erkrankungen leiden, besteht die Herausforderung darin, ihre Beschäftigungsfähigkeit aufrechtzuerhalten, sie im Arbeitsprozess zu behalten und, falls notwendig, sie am Arbeitsplatz wiedereinzugliedern.

Dieses Factsheet hebt die zentralen Ergebnisse des Präventionsberichts der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hervor, der sich auf die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie auf die Entwicklung und die Fortschritte in diesem Bereich seit der ersten Kampagne zu Muskel-Skelett-Erkrankungen im Jahr 2000 konzentriert.

Der Bericht besteht aus zwei Teilen:

1. Im ersten Teil wird die aktuelle Forschungsliteratur zu arbeitsbezogenen Präventionsmaßnahmen gegen Risiken von Muskel-Skelett-Erkrankungen überprüft.

2. Im zweiten Teil wird in fünfzehn Fallstudien aufgezeigt, wie die Probleme auf Arbeitsplatzebene gelöst wurden.

Ein weiterer Bericht der Agentur Arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen: Rückkehr an den Arbeitsplatz, bewertet die Effektivität von Maßnahmen am Arbeitsplatz und gibt einen Überblick über politische Initiativen in Europa und auf internationaler Ebene betreffend Weiterbeschäftigung, Wiedereingliederung und Rehabilitation von Arbeitnehmern mit Muskel-Skelett-Erkrankungen. Es gibt keine klare Trennlinie zwischen Prävention und Rehabilitation; die beiden Berichte ergänzen sich daher.

Wissenschaftliche Erkenntnisse
Eine systematische Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Effektivität von Präventionsmaßnahmen gegen arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Erkrankungen hat ergeben, dass die Zahl qualitativ hochwertiger Studien seit dem Jahr 2000 zugenommen hat. Die Zahl der Studien ist jedoch immer noch gering, und viele Berichte beschreiben oder quantifizieren nicht, wie gut die Risikofaktoren an den betreffenden Arbeitsplätzen reduziert wurden. Es wurden keine wissenschaftlichen Studien gefunden, die dem Ansatz widersprechen, der den EU-Richtlinien zur manuellen Handhabung von Lasten oder zur Arbeit an Computern zugrunde liegt. Die wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Literaturauswertung sind unten ausgeführt.

Organisatorische und administrative Maßnahmen
- Eine starke Reduzierung der täglichen Arbeitszeit kann Muskel-Skelett-Erkrankungen verringern.
- Die Einführung zusätzlicher Pausen bei repetitiver Arbeit kann ohne Produktivitätsverlust erzielt werden.

Technische Maßnahmen
- Technische ergonomische Maßnahmen können die Belastung des Rückens und der oberen Gliedmaßen (zum Beispiel ergonomische Handwerkzeuge) und somit das Auftreten von Muskel-Skelett-Erkrankungen ohne Produktivitätsverlust verringern.

Schutzausrüstung
- Es gibt keinen schlüssigen Nachweis, dass die Verwendung von Rückengürteln arbeitsbedingte Rückenschmerzen verhindert.

Änderung des Verhaltens
- Schulungen über richtige Arbeitsmethoden für die manuelle Handhabung von Lasten sind nur dann effektiv, wenn sie von anderen Maßnahmen unterstützt werden.
- Sportliche Betätigung kann wiederholtes Auftreten von Rückenschmerzen und Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich reduzieren. Um effektiv zu sein, sollte die Betätigung jedoch intensive Übungen umfassen und mindestens dreimal wöchentlich wiederholt werden.

Umsetzungsstrategien
- Um Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen, ist es erforderlich, verschiedene Arten von Maßnahmen zu kombinieren (multidisziplinärer Ansatz). Dies umfasst organisatorische, technische und persönliche Maßnahmen. Es ist unwahrscheinlich, dass lediglich einzelne Maßnahmen Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen.
- Positiv auf den Erfolg einer Maßnahme kann sich die Einbeziehung der Arbeitnehmer in den Umstellungsprozess auswirken.

Fallstudien
Eine Stichprobe von fünfzehn Fallstudien wurde aus einer Reihe von Berufen und Wirtschaftsbereichen in ganz Europa ausgewählt. Die Fallstudien decken unter anderem den Gesundheitsbereich, den Pharma- und den Bausektor sowie die Näh-, Abfall- und Lebensmittelindustrie ab. Sie liefern konkrete Beispiele dafür, wie Unternehmen Organisationen Maßnahmen ergriffen und versucht haben, die Risiken von Muskel-Skelett-Erkrankungen am Arbeitsplatz zu managen und zu verringern.

Die Fallstudien sind in dem Bericht nach ihrem Haupt-Maßnahmen-Typ gruppiert:
- technische Maßnahmen (Umgestaltung des physischen Umfeldes oder Arbeitshilfen und -geräte, Einführung von Hebe- und Transporthilfen und so weiter);
- organisatorische und administrative Maßnahmen (Änderung der Arbeit, Arbeitsplatzwechsel und so weiter);
- Änderung des Verhaltens (Schulungen zu Techniken für die manuelle Handhabung von Lasten, Förderung sportlicher Betätigung und so weiter).

Die für die Prävention der Risiken von Muskel-Skelett-Erkrankungen angewandten Ansätze und die in jedem Fall beschriebenen Lösungen können auch in anderen Situationen und Branchen sowie in anderen EU-Mitgliedstaaten angewendet werden.

Die Fallstudien zeigen, dass Maßnahmen zur Bekämpfung der Risiken von Muskel-Skelett-Erkrankungen viele Vorteile bringen, zum Beispiel:
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen;
- Erhöhung der Zufriedenheit und Motivation der Arbeitnehmer;
- Rückgang des Krankenstandes infolge von Muskel-Skelett-Erkrankungen;
- Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz;
- Erhöhung von Prozesskapazität, Produktionsmenge und/oder Produktqualität.

In den meisten Fallstudien ist ersichtlich, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer ergonomischen Maßnahme ein entscheidender Faktor für deren Genehmigung und Erfolg ist.

Die fünfzehn Fallstudien zeigen, dass unter anderem folgende Maßnahmen am Arbeitsplatz wichtig sind:
- partizipatorischer Ansatz - Einbeziehung der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter während des gesamten Prozesses;
- multidisziplinärer Ansatz - Zusammenarbeit von Personen mit Fachwissen in verschiedenen Bereichen (zum Beispiel Ergonomie, Technik, Psychologie und so weiter) bei der Bewertung und Überwachung der Risiken am Arbeitsplatz und der Suche nach Lösungen;
- Unterstützung durch die Geschäftsführung, damit geeignete Mittel für Verbesserungen des Arbeitsumfeldes zur Verfügung gestellt werden;
- gute praktische Lösungen, die auf einen anderen Arbeitsplatz übertragen werden, sollten auf dessen spezifische Bedingungen zugeschnitten werden.


Weitere Informationen:


Englisches Abstract

Work-related musculoskeletal disorders: Prevention report

A Summary

Abstract:


Musculoskeletal disorders (MSDs) are the most common work-related problem in Europe - 25 % of the EU-27 workers report suffering from backache and 23 % complain about muscular pains. First, there are preventive steps that have to be taken. But for workers who already have MSDs, the challenge is to maintain their employability, keep them working and, if necessary, reintegrate them into the workplace.

This fact sheet highlights the key findings of the European Agency for Safety and Health at Work'?s Â? prevention reportÂ?, which focuses on the prevention of MSDs and the development and progress made in this area since the previous MSDs campaign in 2000. The report consists of two parts: a state-of-the-art review of the research literature with respect to work-related interventions preventing MSDs risks; and 15 case studies demonstrating how the problems have been solved at the workplace level.


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz
Homepage: https://osha.europa.eu/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZA3333


Informationsstand: 11.06.2008

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