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Bibliographische Angaben zur Publikation

Effekte einer ambulanten arbeitsplatzbezogenen Rehabilitation für Beschäftigte in der Flugzeugindustrie

Inauguraldissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Universität zu Lübeck, aus der Medizinischen Fakultät, Institut für Arbeitsmedizin, Universität zu Lübeck



Autor/in:

Föh, Kay Peter


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Lübeck: Eigenverlag, Online-Ressource, 2007, 80 Seiten


Jahr:

2007



Link(s):


Link zu der Veröffentlichung (PDF | 5,3 MB)


Abstract:


Arbeiten am Flugzeug sind ergonomisch anspruchsvoll. Arbeitnehmer, die unter muskuloskelettalen Beschwerden leiden, sind immer schwerer zu integrieren. Ausweicharbeitsplätze (zum Beispiel Lager) , die früher gerne für diese Beschäftigten genutzt wurden, gibt es heute durch die Konzentration auf das sogenannte Kerngeschäft kaum noch. Die Mittel der Verhältnisprävention sind weitgehend ausgeschöpft.

Da bekannt war, dass Beschäftigte des Flugzeugherstellers Boeing, die länger als sechs Wochen wegen muskuloskelettaler Beschwerden arbeitsunfähig waren, langfristig für die Firma verloren waren, wurde für die Airbus-Beschäftigte 2002 das Frührehabilitationsprogramm Airbus entwickelt. Der Beschäftigte sollte durch Berücksichtigung seines individuellen Leistungsvermögens (positives Leistungsbild) an seinem alten Arbeitsplatz eingesetzt werden können.

Dazu wurde eine Kooperation zwischen den externen Leistungsträgern, den internen Beteiligten bei Airbus und einem ambulanten Rehabilitationszentrum unter Koordination des Betriebsarztes vereinbart. Ein Ziel war es, durch eine schnelle ambulante Rehabilitation mit Arbeitstraining für die ausgeübte Tätigkeit anhand einer speziellen Arbeitsplatzanalyse eine Chronifizierung der Beschwerden und damit lange Arbeitsunfähigkeitszeiten zu verhindern.

Der Betriebsarzt untersucht und stellt die Anträge, die über die Krankenversicherung an die Rentenversicherung gehen. Die Kostenzusage erfolgt innerhalb von maximal drei Wochen. Die langwierige Antragstellung entfällt. Die Zeiten von Antragstellung bis Genehmigung wurden auf durchschnittlich zehn Tage gesenkt. Die Teilnehmer werden durch ein multiprofessionelles Team speziell auf ihre bisherige Tätigkeit trainiert, bei Problemen gibt es gemeinsame Teamsitzungen in der Firma.

Die Ergebnisse zeigen, das eine frühzeitige arbeitsplatzbezogene ambulante Therapie Arbeitsunfähigkeitszeiten im Mittel um circa 30 Prozent reduzieren kann und damit auch die Kosten, die durch weitergehende medizinische Behandlungen und Berentungen entstehen. Die Anzahl der krankheitsbedingten Fehltage ging im Mittel von 50 auf 35 Tage pro Jahr zurück. Bei angenommenen 200 Euro für jeden krankheitsbedingt ausgefallenen Tag bedeutet dies für jeden einzelnen Fall eine Einsparung von 3000 Euro pro Jahr. Es konnte darüber hinaus gezeigt werden, dass dieser Effekt nachhaltig in den Folgejahren ist.

Die Kosten für einen Behandlungstag in einer ambulanten Reha-Einrichtung von circa 90 Euro sind auch unter Berücksichtigung der Ausfallszeiten durch die Rehabilitation nach circa 18 Monaten amortisiert. Die Übernahme der gesamten Antragslogistik durch den Betriebsarzt als Koordinator des Gesamtprozesses hat sich bewährt, so dass für jeden Beschäftigten, der einen Antrag gestellt hatte, eine individuelle Lösung gefunden werden konnte.

Zur langfristigen Sicherung dieses Erfolges sollte die Entwicklung von Assessmentverfahren, die eine bessere Einschätzung des Rehabilitationsbedarfs und der Prognose der beruflichen Entwicklung zulassen, sowie arbeitsplatznahe Trainings- beziehungsweise Rehabilitationsmaßnahmen weiter verfolgt werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


k. A.

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV4584


Informationsstand: 13.05.2009

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