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Bibliographische Angaben zur Publikation

Das Web 2.0 unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit


Autor/in:

Göbel, Kristin


Herausgeber/in:

k. A.


Quelle:

Hamburg: Diplomica, 2008, 223 Seiten, ISBN: 978-3-8366-1728-4


Jahr:

2008



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Abstract:


Diplomarbeit an der Fachhochschule Hannover Deutschland.

Einleitung:

Die Informationsgesellschaft hat sich in den letzten Jahren weltweit kontinuierlich in zunehmendem Maße etabliert.E-Mail und Internet sind aus der Geschäftswelt nicht mehr wegzudenken und der Breitbandzugang steigt täglich. Dabei spielt Barrierefreiheit im Internet eine immer wichtiger werdende Rolle. Einerseits möchten sich Unternehmen von Konkurrenten durch bessere Benutzbarkeit unterscheiden, andererseits ist es für einen Webauftritt des eGovernment der öffentlichen Hand sogar gesetzlich vorgeschrieben, Barriere-freiheit nach bestehenden Standards zu erfüllen.

Auch die Privatwirtschaft kann in diesem Bereich soziale Kompetenz und Verantwortung zeigen. Schließlich ist eine Website, die barrierefrei zugänglich ist, für jeden Nutzer einfacher zu bedienen und bedeutet demzufolge eine Zielgruppenmaximierung. Assistive Technologien helfen dabei, das Web für Menschen mit Behinderungen zu erschließen. Die technischen Vorteile, wie bessere Indizierbarkeit durch Suchmaschinen und Geräteunabhängigkeit im Zeitalter des mobilen Internets dürfen ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

Das Web 2.0, also die Betrachtung des Untersuchungsgegenstands und seiner Nutzer, ist zweifelsohne zum polarisierenden Modewort geworden. Während die Menschen immer mehr vom Web erwarten - mehr Information, mehr interaktive Applikationen und ansprechendere Gestaltung - wächst parallel dazu die Flut von Technologien, die viele Menschen vom Zugang ausschließen. Wesentlich ist bei dem Konzept des Web 2.0 aber, dass der Mehrwert durch die Partizipation der Nutzer entsteht.

Wie aber können alle Nutzer an diesen neuen technologischen und auch gesellschaftlichen Entwicklungen partizipieren, ohne dass gleichzeitig bestimmte Gruppen ausgeschlossen werden? Die Interaktionsmöglichkeiten der Web 2.0-Angebote lassen individuelle Interessen im Mittelpunkt stehen. Das Web 2.0 wird auch das soziale Web genannt, da es für Menschen mit Behinderungen soziale Barrieren abbaut. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit liegt auf dem technischen Aspekt des Web 2.0 unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit.

Ein Ziel der Arbeit ist es, den Leser für das Thema der Barrierefreiheit zu sensibilisieren und Möglichkeiten zur Umsetzung eines barrierefreien und benutzerfreundlichen Webauftrittes aufzuzeigen. Dank spezieller Hard- und Softwareentwicklungen können auch Menschen mit Behinderung an dieser gesellschaftsumwälzenden Entwicklung teilhaben. Das gilt in ganz besonderem Maße für blinde und sehbehinderte Menschen, die Dank Bildschirmlese- und Bildschirmvergrößerungsprogrammen von diesem neuen immensen Informationspotenzial weitgehend profitieren können. Zumal die Auswirkungen des Web 2.0 auf die barrierefreie Nutzung durch Menschen mit Behinderungen weitestgehend ein unerforschtes Neuland ist.

Was bedeuten die neuen Funktionalitäten wie Ajax für den Benutzer und was für die assistiven Technologien, welche Menschen mit Behinderungen einsetzen?

Mit der Entwicklung im Web gehen auch neue Regeln für die Barrierefreiheit einher. Diese gilt es zu ermitteln, daraus Richtlinien zu formulieren und zu realisieren.

Die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit eine Webpräsenz Zugänglichkeit erreicht, sowie die Maßnahmen, die getroffen werden können, um ein Web 2.0- Angebot auf das Qualitätsmerkmal Accessibility hin zu überprüfen und zu optimieren, sollen im Rahmen dieser Arbeit dargestellt werden.

In diesem Kontext soll ein Ansatz versucht werden, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Demnach soll mit dieser Arbeit ein Beitrag zum Verständnis der besonderen Kommunikationssituation im Web 2.0 und ihrer Auswirkung auf die Zugänglichkeit spezifischer Benutzergruppen geleistet werden. Die Gestaltung einer Website darf in diesem Zusammenhang nicht mehr nur als visueller Faktor einer medialen Produktion verstanden werden, sondern muss als funktionaler Bestandteil des gesamten Projektmanagements betrachtet werden. Gemäß dem Grundsatz 'form follows function' muss deshalb das Design eines Angebots - gerade bei einem so stark technisch determinierten Medium - als Bestandteil und Voraussetzung seiner Funktionalität betrachtet werden. Die Form, die Gestaltung von Websites resp. Webanwendungen soll sich dabei aus ihrer Funktion, ihrem Nutzungszweck ableiten.

Hauptziel der Arbeit ist es, Kriterien der Barrierefreiheit zu ermitteln, die bei der Webseitengestaltung von Bedeutung sind. Dabei wird speziell auf das Web 2.0 Bezug genommen, da die neuen Entwicklungen eine entscheidende Rolle bei der Barrierefreiheit spielen. Basierend auf den gewonnenen theoretischen Kenntnissen, soll anschließend ein bestehender Webauftritt hinsichtlich der Barrierefreiheit-Anforderungen analysiert werden, mit der Intention, etwaige Barrierefreiheit-Schwierigkeiten aufzudecken und Handlungsempfehlungen zu erteilen.

Anhand praktischer Beispiele sollen Evaluationswerkzeuge vorgestellt und die Funktionsweisen aufgezeigt werden. Anschließend wird ein praktischer Prüfprozess anhand einer bestehenden Web 2.0 - Anwendung durchgeführt. Eine Überprüfung des Webangebotes findet nach den BITV-Richtlinien, die sich an die internationalen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 1.0) anlehnen, statt.

Gang der Untersuchung:
Im ersten Teil der Arbeit wird in Kapitel 2 das Thema Web 2.0 eingeleitet, definiert und charakterisiert, um dem Begriff Kontur zu verleihen. Die Bedeutung weiterer Begriffe, wie Social Bookmarking, Trackbacks und Mashups werden ebenfalls geklärt. Dabei wird insbesondere auf die Veränderungen eingegangen, die eine neue Versionsnummer (von 1.0 zu 2.0) rechtfertigen. Die Charakteristika bilden eine wichtige Grundlage, um definieren zu können, welches Webangebot überhaupt zu einem typischen Web 2.0-Unternehmen zählt. Eine wesentliche Aufgabe dieser Arbeit besteht darin, einen detaillierten Einblick in die grundliegenden Eigenschaften des Web 2.0 zu verschaffen. Zu diesem Zweck werden Konzepte und Ideen hinter Web 2.0 vorgestellt.

Unmittelbar nach dem Exkurs in Sachen Web 2.0-Terminologie wird in Kapitel 3 - dem Titel entsprechend - auf den Aspekt der Barrierefreiheit eingegangen. Neben einer ausführlichen Einleitung und Definition dessen, sowie der dazu gehörigen Usability, wird ausschnittsweise die Synergie der Barrierefreiheit und der Usability aufgezeigt, um die Abgrenzung zu verdeutlichen. Außerdem werden die Benutzergruppen und deren Hilfsmittel vorgestellt, um einen Einblick in die Problematik zu gewährleisten. Darüber hinaus werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Barrierefreiheit dargelegt. Dieses Kapitel widmet sich außerdem der praktischen Umsetzung anhand angetroffener guter Beispiele in Form von gemeinnützigen und unternehmerischen Initiativen.

Kapitel 4 zeigt die Technologien und Entwicklungskonzepte auf, die Bedeutung für beide Themen einschließen. In diesem Zusammenhang wird auf die Relevanz von Webstandards eingegangen, denn gerade bei den neuen Webanwendungen wird dieser Aspekt häufig ignoriert. Die Technologien Cascading Stylesheets, (X)HTML, JavaScript und Ajax spielen sowohl in der Entwicklung des Web 2.0, als auch in der Barrierefreiheit eine große Rolle.

Im Anschluss eines jeden Unterkapitels werden Lösungsansätze in Bezug auf die Barrierefreiheit gegeben. In diesem Kapitel werden beide Themen - das Web 2.0 und die Barrierefreiheit - miteinander konfrontiert. Einerseits hilft Technologie Barrieren abzubauen, andererseits schafft Technologie neue Barrieren. Es gilt einen professionellen Einsatz aufzuzeigen.

In Kapitel 5 werden anhand eines Praxisbeispiels der Webpräsenz der XING AG, mittels Evaluationswerkzeugen Problemstellungen herausgearbeitet, die sich bei der Web (2.0)-Seitengestaltung in Bezug auf die Barrierefreiheit ergeben. Vorangestellt wird ein automatischer Test, um eine erste Einschätzung eventuell auftretender technische Probleme der Barrierefreiheit zu ermöglichen.

Die Herangehensweise der ausführlichen Evaluierung, zur Ermittlung konkreter Mängel, erfolgt mittels der Richtlinien der 'Barrierefreie Informationstechnik Verordnung' (BITV) und im Zuge dessen der Web Accessibility Guidelines 1.0, an welche sich die BITV anlehnt. Die Prüfschritte werden ausführlich beschrieben und die Ergebnisse dokumentiert. Im Anschluss an jeden nicht erfüllten Prüfschritt werden (soweit wie möglich) Handlungsempfehlungen zur Behebung der identifizierten Barrierefreiheit- Mängel gegeben. Diese sind nicht als primäres Ziel der Analyse zu sehen, sondern stellen eine Anregung zur Verbesserung der Zugänglichkeit des Webauftrittes dar. Abschließend erfolgt die Auswertung dieses Tests, wodurch der Grad der Barrierefreiheit des Webauftrittes ermittelt wird.

Im letzten Teil, Kapitel 6 werden schließlich die Erkenntnisse der Arbeit zusammengeführt und kritisch betrachtet. Dabei spielen vornehmlich die Entwicklungen der Interim-Lösungen von Dynamik und Barrierefreiheit eine Rolle. Darüber hinaus soll ein Ausblick in das Web 3.0 - das Semantische Web - und in die kommenden WCAG 2.0 und vermutlich damit einhergehende neue BITV gezeigt werden. Wie sich die Barrierefreiheit dahingehend entwickelt, bleibt ungewiss.

Der Umfang dieser Arbeit liegt sicher etwas über dem durchschnittlichen Umfang einer Diplomarbeit im Studiengang Informationsmanagement. Dies resultiert aus dem Versuch, ein facettenreiches Phänomen in seinem theoretischen und praktischen Gesamtzusammenhang zu untersuchen und darzustellen. Überdies ist anzumerken, dass in der vorliegenden Arbeit zwei große Themen zunächst getrennt voneinander vorgestellt und im Anschluss gegenübergestellt behandelt werden müssen.

Durch eine ausgewogene Mischung aus Abbildungen, Code-Beispielen und erklärenden Texten werden beide Themen - das Web 2.0 und die Barrierefreiheit - sowie anschließend der Zusammenhang beider Themen anschaulich vermittelt. Die Informationen werden aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit in thematisch zusammenhängenden Kapiteln präsentiert, um einen allzu langen, ungegliederten und unübersichtlichen Fließtext zu vermeiden.

Zentrale Begriffe sollen als Highlights hervorgehoben werden, um auch beim Überfliegen des Textes eine Orientierung zu ermöglichen. Quelltextcode wird in der dafür vorgesehen Schriftart präsentiert, um sich vom allgemeinen Text abzuheben. Es wird möglichst häufig mit grafischen Darstellungen und Listen gearbeitet, um Informationen kompakt, kurz und übersichtlich präsentieren zu können.

[Aus: Autorenreferat]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Buch/Monografie / Forschungsergebnis / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Diplomica Verlag GmbH
Homepage: https://www.diplomica-verlag.de/

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Referenznummer:

R/NV4503


Informationsstand: 03.03.2009

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