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Bibliographische Angaben zur Publikation

Diagnostik und Behandlung im Rahmen medizinisch-beruflich orientierter Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Missel, Peter


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 491-492


Jahr:

2014



Abstract:


Theoretischer Hintergrund:

In der medizinischen stationären Rehabilitation bei Suchterkrankungen ist bekannt, dass Arbeitslosigkeit einen negativen Prognosefaktor für die Abhängigkeitsentwicklung darstellt. Neben der Zielsetzung, erwerbslose Rehabilitanden wieder in den ersten oder zweiten Arbeitsmarkt zu integrieren, eröffnet sich zunehmend als zentrale Zielsetzung der Rehabilitation auch die aktive berufliche Integration, das heißt die Verstärkung der Maßnahmen zum Erhalt bestehender Arbeitsplätze. Nach dem 'Anforderungsprofil zur Durchführung der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) im Auftrag der Deutschen Rentenversicherung' ist die grundlegende Zielsetzung, die medizinische Rehabilitation an den Anforderungen der Arbeitswelt und insbesondere dem aktuellen beziehungsweise angestrebten Arbeitsplatz auszurichten. Die Entwicklung eines eigenen Anforderungsprofils für die stationäre Suchtrehabilitation wäre auch aus Sicht der Leistungserbringer zu begrüßen.

Procedere:

Zur Analyse der bestehenden MBOR-bezogenen Versorgungsqualität in stationären Einrichtungen der Suchtrehabilitation wurde der Entlassjahrgang 2012 aus Fachkliniken für Alkohol-/Medikamentenabhängigkeit (N = 6.599), Drogenabhängigkeit (N = 902), Adaption ( N =439), Alkohol/Medikamente, ambulant (N = 135) und ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht (N = 273) hinsichtlich ausgewählter Parameter (Leistungsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit, Erwerbstätigkeit, exemplarischer Erfüllungsgrad der berufsbezogenen ETMs Alkoholabhängigkeit) einer Analyse unterzogen.

Ergebnisse:

Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit bei Entlassung (letzter Beruf) waren 6 und mehr Stunden leistungsfähig: 83,6 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), 90,5 Prozent (Drogen), 80,3 Prozent (Adaption), 71,4 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und 83 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht). Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt waren 6 Stunden und mehr leistungsfähig bei Entlassung: 93,5 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), 95,0 Prozent (Drogen), 95,2 Prozent (Adaption), 81,5 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und 93,9 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht). Bei Behandlungsende (Arbeitsfähigkeit bei Behandlungsende, nur Erwerbspersonen, ohne stufenweise Wiedereingliederung) waren arbeitsfähig: 87,8 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), 93,8 Prozent (Drogen), 93,4 Prozent (Adaption), 91,8 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und 86,9 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht).

Das Saldo der Arbeitsfähigkeit von Behandlungsbeginn zu Behandlungsende (nur Erwerbspersonen, ohne stufenweise Wiedereingliederung) hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ergibt: +27,4 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), +40,4 Prozent (Drogen), -3,3 % Prozent (Adaption), -4,1 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und +19,7 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht). Erwerbstätig bei Behandlungsende waren: 43,9 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), 13,0 Prozent (Drogen), 8,8 Prozent (Adaption), 58,6 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und 52,5 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht). Das Saldo von Behandlungsbeginn zu Behandlungsende hinsichtlich der Erwerbstätigkeit betrug: -0,9 Prozent (Alkohol/Medikamente, stationär), -0,8 Prozent (Drogen), +4,4 Prozent (Adaption), +6,7 Prozent (Alkohol/Medikamente, ambulant) und 0,0 Prozent (ganztägig ambulante Rehabilitation Sucht).

Die Ergebnisse zeigen, dass auch in der stationären Abhängigkeitsrehabilitation der Erfüllungsgrad der MBOR-bezogenen Behandlungsangebote zu optimieren ist. Im Bereich der Diagnostik wurde ein Screening des diagnostischen Instrumentes SIMBO-C für alkoholabhängige und drogenabhängige stationär behandelte Patienten durchgeführt. Dabei zeigten 60 Prozent der alkoholabhängigen Patienten (N = 237) und 67 Prozent der drogenabhängigen Patienten (N = 33) besondere berufliche Problemlagen.

Schlussfolgerung und Ausblick:

Der routinemäßige Einsatz des diagnostischen Instrumentes SIMBO-C in der stationären Abhängigkeitsrehabilitation sollte geprüft werden. Auch in der Suchtrehabilitation sind MBOR-bezogene Behandlungsangebote weiter zu optimieren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

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Referenznummer:

R/NV362292


Informationsstand: 28.07.2014

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