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Bibliographische Angaben zur Publikation

Zur Wirksamkeit einer schnittstellenübergreifenden arbeitsbezogenen Fallbegleitung in der suchttherapeutischen Nachsorge: Erste Ergebnisse einer randomisierten Studie

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Saal, Susanne; Stopp, Joachim; Forschner, Lukas [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 486-487


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Erwerbsarbeit steht im einem deutlichen Zusammenhang mit der Reduzierung des Rückfallrisikos bei Suchtrehabilitanden. Um arbeitslosen Suchtrehabilitanden den (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben zu erleichtern, ist es notwendig, Vermittlungshemmnisse der Rückkehr in Arbeit abzubauen und die Übergänge vom medizinischen Behandlungssystem zu nachfolgenden erwerbsfördernden Maßnahmen zu optimieren. Reibungsverluste, zum Beispiel durch mangelhaften Informationsaustausch zwischen Grundsicherungsstellen und Einrichtungen der Suchtbehandlung, können ein nahtloses Anschließen erwerbsintegrierender Maßnahmen an die Rehabilitation erschweren und sich so negativ auf den Behandlungserfolg auswirken. Ausgehend von diesen Befunden prüft die Studie 'Schnittstellenübergreifende, arbeitsbezogene Fall-Begleitung in der suchttherapeutischen Nachsorge als Schlüssel zu Erwerbsintegration und Rückfallprophylaxe' (SaBiNE), in wie weit sich ein arbeitsbezogenes Case Management auf die berufliche Wiedereingliederung und die Rückfallhäufigkeit von Abhängigkeitserkrankten ein Jahr nach Verlassen der Entwöhnungsbehandlung auswirkt.

Methodik:

In die randomisierte Studie wurden Patienten aus vier Rehabilitationseinrichtungen für Abhängigkeitserkrankungen
in Mitteldeutschland eingeschlossen. Die Kontrollgruppe erhielt die Regelversorgung einer medizinischen Rehabilitationsleistung und Nachsorge. Für die Interventionsteilnehmer begann sechs Wochen vor voraussichtlichem Verlassen der Entwöhnungsbehandlung
zusätzlich zur Regelversorgung die arbeitsbezogene Fallbegleitung. Die Intervention stand den Teilnehmern 12 Monate nach dem Verlassen der Entwöhnungsbehandlung zur Verfügung. Sie hatte zum Ziel, über Netzwerkarbeit mit Partnern des ambulanten Hilfesystems sowie Beratung und Begleitung der Interventionsteilnehmer die Rückkehr in Erwerbsarbeit und die Abstinenzfähigkeit zu fördern. Eine standardisierte schriftliche Befragung erfasste primär die berufliche Wiedereingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt als auch weitere Zielgrößen wie Abstinenzraten, Beschäftigungsdauer, Zugang zur Erwerbsminderungsrente, Lebenszufriedenheit und Nutzung von Suchtnachsorgeangeboten 12 wie 24 Monate nach Entlassung aus der Entwöhnungsbehandlung. In die Studie eingeschlossen wurden erwerbsfähige Rehabilitanden im Alter von 18-63 Jahren mit einer Erstdiagnose aus den Diagnosegruppen F10-F19 (ICD-10), die in den 4 Wochen unmittelbar vor Beginn der Rehabilitationsmaßnahme ohne Arbeit waren und die deutsche Sprache beherrschten.

Ergebnisse:

Die Teilnehmer hatten ein durchschnittliches Alter von 41,2 (10,1) Jahren (SD), 86,9 Prozent mit der Hauptdiagnose Alkoholabhängigkeit. 83,1 Prozent der Teilnehmer waren männlich. Zum Interventionsende im September 2013 lagen Daten von 267 Studienteilnehmern vor, 144 aus der Interventionsgruppe und 123 aus der Kontrollgruppe. Das entspricht einem Follow-up
von 83,4 Prozent. Im Beitrag werden Ergebnisse zu Interventionseffekten 12 Monate nach Verlassen der Rehabilitation auf die berufliche Wiedereingliederung und die Rückfallhäufigkeit vorgestellt.

Diskussion und Ausblick:

Der Follow-up-Anteil ist mit 83,4 Prozent erfreulich hoch. So steht eine belastbare Datengrundlage zur Verfügung, um die Wirksamkeit der arbeitsbezogenen Fall-Begleitung auf die Rückkehr in Arbeit und die Rückfallhäufigkeit abschätzen zu können. Der Beitrag diskutiert die Interventionseffekte unter anderem vor dem Hintergrund der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362290


Informationsstand: 28.07.2014

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