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Bibliographische Angaben zur Publikation

Selbstwirksamkeitserleben im arbeitsbezogenen Verhalten und Erleben: Prädiktor für nachhaltige stationäre psychosomatische Rehabilitation?

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Benoit, Dorit; Bischoff, Christiane


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 468-469


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Selbstwirksamkeitserwartungen bewirken nachhaltiges Gesundheitsverhalten. Ein Zuwachs an Selbstwirksamkeitserleben während der stationären Rehabilitation korreliert mit nachhaltigem Therapieerfolg, zunehmendes Selbstwirksamkeitserleben von der Aufnahme bis zu einem Jahr nach Entlassung (Ein-Jahres-Katamnese) ist mit nachhaltig reduzierten psychosomatischen Beschwerden noch höher korreliert. Selbstwirksamkeitserleben im Einflussnehmen auf seine psychosomatischen Beschwerden kann ein Patient demnach während der Rehabilitation erlernen und danach umsetzen. In Umsetzung des bio-psycho-sozialen Modells der ICF auf die Nachhaltigkeit stationärer psychosomatischer Rehabilitation sind das arbeitsbezogene Verhalten und Erleben sowie die Arbeits- und Lebenssituation bedeutsame Umwelt- und personenbezogenen Faktoren für Aktivität und Partizipation und damit für Lebensqualität und Erwerbsfähigkeit. Steht das Selbstwirksamkeitserleben der Patienten bei Aufnahme in die stationäre Rehabilitation im Zusammenhang mit arbeitsbezogenem Verhalten und Erleben, mit der Erwerbssituation beziehungsweise einem laufenden Rentenverfahren? Verändern sich arbeitsbezogenes Verhalten und Erleben mit zunehmender Selbstwirksamkeit während der Rehabilitation und nachhaltig im Jahr danach, wenn Einstellungs- und Verhaltensänderungen transportiert und durch Umsetzung erlernter Strategien Therapieerfolge erhalten werden sollen?

Patienten und Methode:

Bei Aufnahme in die psychosomatische Rehabilitationsklinik werden in ihrem Selbstwirksamkeitserleben beeinträchtigte versus unbeeinträchtigte Patienten bezüglich ihrer Lebenssituation, ihrer Erwerbsfähigkeit, ihrem arbeitsbezogenen Verhalten und Erleben (AVEM) und ihrem Rentenwunsch verglichen. Der Einfluss zunehmenden Selbstwirksamkeitserlebens wird mit sich während der Rehabilitation verändernden arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmustern und ihrer Nachhaltigkeit zum Katamnesezeitpunkt in Beziehung gesetzt. In dieser retrospektiven Vorstudie wird nach Einflussfaktoren für Nachhaltigkeit stationärer psychosomatischer Rehabilitation geforscht, um diese in einem nächsten Schritt therapeutisch fördern zu können.

Ergebnisse:

Von 2.055 im Jahr 2011 aus der psychosomatischen Rehabilitation entlassenen Patienten erleben sich 241 Patienten in ihrer Selbstwirksamkeit nicht beeinträchtigt, 1.750 Patienten beeinträchtigt. Patienten mit verringertem Selbstwirksamkeitserleben kommen häufiger und länger arbeitsunfähig in die Rehabilitation und geben häufiger (latent oder offen) einen Rentenwunsch an. In ihrer Selbstwirksamkeit beeinträchtigte Patienten zeigen zur Aufnahme und Entlassung tendenziell ein Risikomuster B im AVEM gegenüber den sich nicht beeinträchtigt erlebenden Patienten mit einem tendenziellem Muster S. Dabei korreliert die Selbstwirksamkeitsskala des HEALTH-49 mit fast allen AVEM-Skalen. Von 1.874 zur Ein-Jahres-Katamnese angeschriebenen Patienten können 51 Prozent Responder in die Analysen aufgenommen werden. Von den zur Aufnahme in ihrer Selbstwirksamkeit beeinträchtigten Patienten zeigen Patienten mit einem signifikanten Zuwachs an Selbstwirksamkeitserleben während der Rehabilitation zur Katamnese tendenziell seltener ein Risikomuster B gegenüber den Patienten ohne Zuwachs an Selbstwirksamkeitserleben. Der Anteil arbeitsunfähiger Patienten und über dreimonatiger Arbeitsunfähigkeit unterscheiden sich kaum zwischen den Patienten mit und ohne Zuwachs an Selbstwirksamkeitserleben, jedoch der Anteil nicht erwerbstätiger Patienten sowie der Anteil an Patienten mit un-/befristeter Rente beziehungsweise Rentenantrag/-streit. Zusammengefasst profitieren Patienten, die sich bei Aufnahme in ihrer Selbstwirksamkeit beeinträchtigt erleben und in der psychosomatischen Rehabilitation einen signifikanten Zuwachs an Selbstwirksamkeitserleben erfahren auch hinsichtlich ihrer arbeitsbezogenen Verhaltens-und Erlebensmuster und bezüglich ihrer Erwerbssituation. Patienten mit unverändertem Selbstwirksamkeitserleben scheinen sich häufiger für die Rente zu entscheiden. Hier liegt möglicherweise therapeutisches Potenzial psychosomatischer Rehabilitation.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362283


Informationsstand: 25.07.2014

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