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Bibliographische Angaben zur Publikation

Fähigkeitsbeeinträchtigungen und Arbeitsplatzprobleme?

Vortrag auf dem Dreiundzwanzigsten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Muschalla, Beate; Linden, Michael


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 446-448


Jahr:

2014



Abstract:


Hintergrund:

Krankheitsbedingte Beeinträchtigungen in psychischen Fähigkeiten, wie beispielsweise interaktionelle Fähigkeiten oder Planungs- und Urteilsfähigkeiten, bringen Partizipationsprobleme in verschiedenen Lebensbereichen mit sich, insbesondere am Arbeitsplatz. Eine wissenschaftlich wie klinisch relevante Frage ist, welche Arten von Fähigkeitsbeeinträchtigungen mit welcher Art von Arbeitsplatzproblemen zusammenhängen. Erkenntnisse darüber sind von Bedeutung für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie die Indikationsstellungen für die Behandlung oder Maßnahmen im Rahmen der medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation, MBOR.

Methode:

In einer Untersuchung in Hausarztpraxen wurden 307 Patienten, die zuvor in der Selbsteinschätzung angegeben hatten, unter einer psychischen Erkrankung zu leiden, von einem sozialmedizinisch geschulten Arzt in einem halbstandardisierten diagnostischen Interview auf psychische Erkrankungen untersucht. Die Patienten wurden gefragt, ob und gegebenenfalls welche Probleme sie an ihrem Arbeitsplatz haben. Durch die psychische Symptomatik bedingte Fähigkeitsstörungen wurden mit dem Fremdratinginstrument Mini-ICF-APP vom Arzt beurteilt.

Ergebnisse:

201 von 307 Patienten hatten aktuell einen Arbeitsplatz. Von diesen Patienten berichteten 58.7 Prozent, dass sie Probleme am Arbeitsplatz haben. Patienten mit Arbeitsplatzproblemen waren in den Fähigkeiten zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit und rekreativen
Spontanaktivitäten signifikant schwerer beeinträchtigt als Patienten ohne Arbeitsplatzprobleme. Die häufigsten Arbeitsprobleme waren quantitative und qualitative Überforderung, während eine Arbeitsplatzgefährdung vergleichsweise seltener berichtet wurde. Es zeigt sich, dass unterschiedliche Fähigkeitsdimensionen in unterschiedlicher Weise mit den verschiedenen Arbeitsproblemen assoziiert sind. Quantitative Überforderung ist mit Beeinträchtigungen in der Planungs- und Strukturierungsfähigkeit verbunden, während qualitative Überforderung mit Problemen in der Anwendung fachlicher Kompetenzen und Gruppenfähigkeit zusammenhängen. Konflikte und Mobbingprobleme sind mit Kontaktfähigkeitsdefiziten verbunden. Patienten, die Probleme mit strukturellen Veränderungen berichten, haben vergleichsweise weniger Probleme in familiären Beziehungen und rekreativen Spontanaktivitäten. Langzeitarbeitsunfähigkeit geht mit reduzierter Selbstbehauptungsfähigkeit einher. Bei Arbeitsplatzgefährdung scheint keine spezifische Fähigkeitsdimension relevant.

Schlussfolgerungen:

Die Ergebnisse zeigen, dass verschiedene Fähigkeitsdimensionen in unterschiedlicher Weise mit den verschiedenen Arbeitsproblemen zusammenhängen. Daher erscheint die Unterscheidung der verschiedenen Fähigkeitsdimensionen sinnvoll (im Vergleich beispielsweise zu einem undifferenzierten Globalscore von Fähigkeitsbeeinträchtigung). Eine genaue Kenntnis über die Art sowohl des Kontextproblems als auch der für diesen Kontext relevanten Fähigkeitsstörung ist auch von Bedeutung im Rahmen der sozialmedizinischen Leistungsbeurteilung und bei der Auswahl fähigkeits- und kontextbezogener Behandlungsmöglichkeiten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation'




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Bereich Reha-Forschung > Reha-Kolloquium
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Experten/R...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV362280


Informationsstand: 25.07.2014

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