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Bibliographische Angaben zur Publikation

Analyse der multivariaten Zusammenhangsstruktur des computeradaptiven Assessmentinstruments RehaCAT bei Rehabilitanden mit muskuloskelettalen Erkrankungen

Vortrag auf dem 23. Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 10. bis 12. März 2014 Karlsruhe



Sammelwerk / Reihe:

Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation


Autor/in:

Scholz, Maria; Müller, Evelyn; Kröhne, Ulf [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, 2014, Seite 143-145


Jahr:

2014



Abstract:


Einleitung:

Die computeradaptive Assessmentprozedur RehaCAT, die nach den Kriterien des Rasch-Modells entwickelt wurde, ermöglicht eine psychometrisch hochwertige und ökonomische Erfassung der ICF-orientierten Konstrukte 'Aktivitäten des alltäglichen Lebens', 'Funktionsfähigkeit obere Extremitäten' und 'Funktionsfähigkeit untere Extremitäten' sowie 'Depressivität' in der orthopädischen Rehabilitation. Basierend auf einer individualisierten Itemauswahl schätzt diese sukzessive die Personenausprägungen auf der jeweiligen Merkmalsdimension. Dabei werden den Rehabilitanden orientiert am Belastungsniveau beziehungsweise der Funktionsfähigkeit individuell selektierte Testitems zur Beantwortung vorgegeben, sodass eine gute Passung zwischen den Schwierigkeiten der Items und der wahren Fähigkeit der Person erreicht und eine maximal ökonomische Testung gewährleistet wird. Im Beitrag wird der Zusammenhang der vier Dimensionen des RehaCAT mit den etablierten Messinstrumenten Oswestry Disability Index, Short Form-12 Health Survey und der Hospital Anxiety and Depression Scale analysiert.

Methoden:

Es wurden 184 Rehabilitanden mit muskuloskelettalen Erkrankungen aus vier orthopädischen stationären (n = 131 [71,2 Prozent]) und ambulanten (n = 53 [28,8 Prozent]) Rehabilitationskliniken zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Rehabilitation befragt (Durchschnittsalter: 58,96 Jahre; 56,5 Prozent Frauen; 45,7 Prozent Erwerbstätige). Mehrheitlich wiesen diese Erkrankungen der Wirbelsäule auf (58,7 Prozent), gefolgt von Erkrankungen der unteren Extremitäten (39,0 Prozent). Mittels der computeradaptiven Testprozedur RehaCAT wurden die vier Dimensionen des RehaCAT erhoben (Abbruchkriterium: Standardfehler < 0,35; Reliabilität: rtt=0,88). Der Oswestry Disability Index (ODI), der Short Form-12 (SF-12) Health Survey und die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS-D) wurden im Paper-Pencil-Format erhoben. Die Modellschätzung erfolgte mittels Strukturgleichungsmodellen (AMOS 18.0).

Ergebnisse:

Grundlage für die Bestimmung der multivariaten Zusammenhangsstruktur war die psychometrische Evaluation der drei Validierungsinstrumente, die insgesamt gute bis zufriedenstellende Eigenschaften aufwiesen. Im Gesamtmodell, bestehend aus den Dimensionen des RehaCAT sowie den Validierungsinstrumenten HADSD, ODI und SF-12, wurden alle Prädiktorkonstrukte den beiden Faktoren 2. Ordnung 'Physische Aspekte' beziehungsweise 'Psychische Aspekte' als reflektive Indikatorkonstrukte zugeordnet. Die Modellpassung des Gesamtmodells entspricht weitgehend den Kriterien für einen akzeptablen Modellfit. Für das Gesamtmodell konnten hypothesenkonform hohe, signifikante ?-Gewichte nachgewiesen werden. Die Varianzaufklärung RehaCAT-Dimensionen betrug durch die theoretisch postulierten Prädiktorkonstrukte 41 Prozent ('Funktionsfähigkeit obere Extremitäten') bis 76 Prozent ('Aktivitäten des alltäglichen Lebens').

Diskussion und Schlussfolgerungen:

Da sowohl der ODI als auch die körperlichen Items des SF-12 alltägliche Aktivitäten im Sinne des ICF-Modells abbilden, konnte durch die aktuelle Studie belegt werden, dass die CAT-Dimension 'Aktivitäten des alltäglichen Lebens' in der Lage ist, die durch die Validierungsinstrumente abgebildete Funktionsfähigkeit im Alltag entsprechend abzubilden. Eine Vorhersagekraft der CAT-Dimension 'Depressivität' von beinahe 50 Prozent weist ebenfalls auf eine gute Validität hin. Jedoch verdeutlicht das Ergebnis auch, dass diese ICF-orientierte CAT-Dimension ein breiteres Spektrum an Informationen enthält als die HADS-D und die psychischen Items des SF-12. Die höhere prädiktive Validität der 'Funktionsfähigkeit untere Extremitäten' im Vergleich zur 'Funktionsfähigkeit obere Extremitäten' lässt sich theoriekonform durch die starke Vorhersagekraft des ODI erklären, der die Beeinträchtigungen durch Rückenschmerzen erfasst. Aufgrund der Ergebnisse der multivariaten Zusammenhangsanalysen kann der RehaCAT als ein valides Assessmentinstrument zur Erfassung zentraler ICF-orientierter Konstrukte in der orthopädischen Rehabilitation eingestuft werden.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '23. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Arbeit - Gesundheit - Rehabilitation' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Sammelwerksbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)
Forschungsportal der Deutschen Rentenversicherung
Homepage: http://forschung.deutsche-rentenversicherung.de/ForschPortal...

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Referenznummer:

R/NV362251


Informationsstand: 17.04.2014

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