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Bibliographische Angaben zur Publikation

Evaluation und Optimierung des Aachener Profilmoduls - ProMo - eines standardisierten Qualitätssicherungsinstrumentes des individuellen beruflichen Rehabilitationsverlaufs

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Kleon, Sandra; Griesbach, Anke; Kosanke, D. [u. a.]


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 224-226, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Das Profilmodul ProMo des Aachener Instituts für Psychologie wurde entwickelt und evaluiert um die Prozessqualität und die einheitliche sowie transparent Dokumentation des Rehabilitationsverlaufs von Leistungsberechtigten standardisiert zu erfassen. Anhand von 12 Skalen können individuelle und leistungsbezogene Aspekte der Rehabilitanden während der Ausbildung untersucht werden, die beispielsweise Schlüsselqualifikationen, gesundheitliche Aspekte sowie die soziale Situation beinhalten können.

Die Erprobung des Verfahrens läuft zur Zeit in einem DRV geförderten deutschlandweiten Projekt in 11 Berufsförderungswerken. Ziel des Projekts ist es die Haupt- und Nebengütekriterien des Verfahrens sowie seine Optimierung zu bestimmen. Objektivität, Reliabilität, Validität, Sensitivität, Akzeptanz, Ökonomie und Handhabbarkeit des Verfahrens werden in drei Handlungsreihen analysiert.

Während der ersten Untersuchungsreihe wurden die Leistungsberechtigten im Laufe der gesamten Maßnahme zu drei Messzeitpunkten mittels ProMo beurteilt. In drei Berufsförderungswerken wurden die Daten von 149 Teilnehmern erhoben.

Die zweite Untersuchungsreihe wurde mit 318 Teilnehmern aus sieben Berufsförderungswerken durchgeführt, die einmalig und von zwei Beurteilerteams eingeschätzt wurden.

Die dritte Untersuchungsreihe hingegen legte ihren Fokus auf den Einsatz eines äquivalenten Selbstbeurteilungsinstruments. 44 Teilnehmer eines Berufsförderungswerkes beurteilten sich selbst, während sie zeitgleich vom interdisziplinären Reha-Team mittels ProMo eingeschätzt wurden.

An der Akzeptanzbefragung nahmen 50 Anwender teil.

Anhand von fünf Ergebnissen wird die Auswertung der Daten präsentiert. Die anhand von Cronbach's alpha bestimmten Reliabilitäten der Skalen liegen in allen Untersuchungsreihen im sehr guten bis guten Bereich. Nur drei der 12 Skalen wird Optimierungsbedarf anhand der Skalen- und Itemkennwerte sichtbar.

Das zweite Verfahren, das zur Reliabilitätsbestimmung herangezogen wird ist die Interrateübereinstimmung. Mit Ausnahme der zu verbessernden Skalen zeigte sich ein moderater, hochsignifikanter Zusammenhang zwischen den Beurteilerteams.

Es konnte die Annahme, dass ProMo fähig ist Veränderungen über die ermittelten Korrelationen zwischen den verschiedenen Messzeitpunkten abzubilden, bestätigt werden.

Um die Validität zu bestimmen wurden Gruppenunterschiede berechnet. Daraus ergab sich, dass ProMo Unterschiede zwischen erfolgreichen Rehabilitanden, Abbrechern, zwischen Männern und Frauen, zwischen körperlich und psychisch Erkrankten sowie zwischen schwerbehinderten und nicht schwerbehinderten Leistungsberechtigten ausmachen kann. Das Profil eines Leistungsberechtigten unterscheidet sich in einer Mehrzahl der Skalen signifikant von dem eines nicht erfolgreichen Leistungsberechtigten.

Die Akzeptanz bei den Anwendern stellt ein weiteres wichtiges Ergebnis dar. Festzuhalten ist, dass 90 Prozent der Anwender ProMo positiv bewerten. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit liegt bei 10 bis 30 Minuten.

Grundsätzlich konnte festgestellt werden, dass ProMo den psychometrischen Gütekriterien gerecht wird. Es handelt sich um ein verfahren dass objektiv, reliabel, valide, sensitiv für Veränderungen ist, von den Anwendern akzeptiert wird und ökonomisch ausbildungs- und integrationsrelevante Aspekte der Leistungsberechtigten abbildet.

Ungeübte Beurteiler und die unterschiedliche Zusammensetzung des Beurteilteams erzeugen zusätzliche Varianz, die es bei der ermittelten Interrateübereinstimmung zu beachten gilt. Daraus ergibt sich, dass die ermittelten Korrelationen als zufriedenstellend einzustufen sind.

Durch die groß angelegte Erprobung ist eine empirisch fundierte Optimierung des Verfahrens möglich, sodass ein innovatives Verfahren zur internen und externen Qualitätssicherung bereit steht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3358x27


Informationsstand: 29.04.2009

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