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Bibliographische Angaben zur Publikation

Streitigkeiten zwischen behinderten und kranken Menschen und Rehabilitationsträgern: Ergebnisse zweier Untersuchungen

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Welti, Felix; Braun, Bernard


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 287-288, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


In dem Beitrag wird die Frage untersucht, in welchem Umfang und in welcher Art Streitigkeiten zwischen Rehabilitationsträgern und behinderten und kranken Menschen geführt werden, die Leistungen begehren. Es wird diskutiert, ob daraus Schlüsse auf Probleme der bedarfsgerechten Versorgung mit Rehabilitations- und Gesundheitsleistungen gezogen werden können.

In einer Studie des BMAS wurden die Folgen einer Einführung von Gerichtsgebühren im bisher gebührenfreien sozialrichtlichen Verfahren abgeschätzt. Die Arbeitsgruppe hat Experten befragt, statistische Daten ausgewertet und eine Befragung aller Richter der Sozialgerichtsbarkeit und Klägern durchgeführt.

Im Rahmen des Gesundheitsmonitors 2008 wurden 1.388 Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung befragt, ob sie in den letzten zwei Jahren Streit mit der Kranken- oder Pflegekasse hatte.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Zahl der gerichtlichen Verfahren seit Jahren wächst. Einen hohen Anteil haben die Bereiche Rentenversicherung, Krankenversicherung und Schwerbehindertenrecht. Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Erfolgsquoten.

Insgesamt wurden 1.500 Fragebögen über Sozialgerichte an Kläger verschickt, von denen 316 ausgewertet werden konnten. Es wurden Werte für den Umgang mit der beklagten Behörde unter anderem für 'Mein Problem wurde ernst genommen', 'Ich fühlte mich hilflos ausgeliefert' ermittelt.

20 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den letzten zwei Jahren mit einer Entscheidung ihrer Krankenkasse nicht einverstanden waren. 18 Prozent der Fälle betrafen Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen. 62 Prozent derjenigen, die einen Konflikt hatten, unternahmen etwas dagegen. Diese Streitigkeiten wurden in 52 Prozent zu Ungunsten und 20 Prozent völlig zu Gunsten der Versicherten entschieden.

Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass über Rehabilitationsleistungen mehr gestritten wird, als es die niedrige Inzidenz in der Rechtsprechung vermuten lässt. Weiterhin deutet es auf erhebliche subjektive Probleme im Verwaltungsverfahren hin. Die statistischen Erfolgsquoten und die Versichertenbefragung lassen einen hohen Anteil unrichtiger Entscheidungen im Verwaltungsverfahren vermuten.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3358X41


Informationsstand: 30.04.2009

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