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Bibliographische Angaben zur Publikation

Sozialmedizinische Begutachtung: Die Bedeutung unterschiedlicher Qualitätskriterien bei Gutachten zu Erwerbsminderungsrenten

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Gehrke, Jörg


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 238-240, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Um festzustellen, ob Versicherte bei der Deutschen Rentenversicherung Ansprüche auf eine Erwerbsminderungsrente oder Leistungen zur Teilhabe haben, ist eine sozialmedizinische Begutachtung notwendig. Jörg Gehrke diskutiert in dem Artikel die Bedeutung unterschiedlicher Qualitätskriterien bei Gutachten zu Erwerbsminderungsrenten.

Die Deutsche Rentenversicherung implementiert derzeit ein Peer-Review Verfahren, mit dem die Qualität von Gutachten zu Erwerbsminderungsrenten anhand verschiedener Qualitätskriterien geprüft werden soll. Diese Kriterien sind zukünftig maßgeblich für die qualitativen Anforderungen, die an Gutachten der Rentenversicherungsträger gestellt werden. Hier stellt sich die Frage, welche Bedeutung den einzelnen Kriterien in einem Gutachten zukommen soll. Mit der Untersuchung wird geprüft, ob die gewählte Vorgehensweise als eine rational nachvollziehbare Strategie zur Priorisierung von Qualitätsdimensionen geeignet ist.

Beurteilt wurden die Kriterien formale und inhaltliche Gliederung des Gutachtens, Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes medizinischer Erkenntnisse, sprachliche Darstellungsform, Dokumentation der Befunde und Beantwortung der Gutachtenfragen, Dokumentation der verwendeten Verfahren und Methoden und deren wirtschaftlicher Einsatz.

Anhand von Force-Choice-Dominanzurteilen wird die Bedeutung der Qualitätskriterien ermittelt. Die Teilnehmer hatten für alle möglichen Paare von Kriterien die Frage zu beantworten, ob das eine oder andere Kriterium bedeutsamer ist. Je häufiger ein Kriterium gewählt wurde, desto höher ist seine Bewertung. Die Auswertung der Dominanzurteile erfolgt über eine eindimensionale Skalierung.

Es wurden zwei Teilnehmergruppen aus den Sozialmedizinischen Diensten der Rentenversicherungsträger befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass in beiden Teilnehmergruppen das Kriterium Medizinisch-wissenschaftliche Grundlage den höchsten Skalenwert einnimmt. Die Wirtschaftlichkeit nimmt demgegenüber den Endpunkt ein. Die beiden Gruppen stimmen in ihrer Bewertung der Unterschiedlichkeit von nicht-bedeutsamen und bedeutsamen Kriterien nicht überein.

Insgesamt würden die Ergebnisse zeigen, dass die medizinisch-wissenschaftlichen Grundlagen, Verständlichkeit und Transparenz eine hohe Bedeutung als Qualitätskriterium für Gutachten haben. Die Rolle der formalen Gestaltung und der wirtschaftliche Einsatz von Untersuchungsverfahren wird eher als gering eingeschätzt. Insgesamt liefert die Vorgehensweise eine empirische Grundlage für eine Priorisierung der Kriterien und deren spätere Gewichtung im Peer-Review Verfahren.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV3358X34


Informationsstand: 30.04.2009

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