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Bibliographische Angaben zur Publikation

Reha vor Rente: Inanspruchnahme bei Menschen mit Rheuma

Vortrag auf dem Achtzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 9. bis 11. März 2009 in Münster



Autor/in:

Kalwa, Marion; Irle, Hanno


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2009, Sonderausgabe, Seite 179-181, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2009



Abstract:


Vor einer frühzeitigen Berentung müssen alle rehabilitativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um die Erwerbstätigkeit des Versicherten weitestgehend zu verbessern beziehungsweise wiederherzustellen. Ist die Erkrankung jedoch so schwerwiegend, dass eine Rückkehr ins Arbeitsleben nicht möglich ist, muss der Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet werden. Dieser Anteil variiert je nach Diagnosegruppe. Ziel der Untersuchung ist es die Versicherungsnehmer mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zu überprüfen.

Die Statistiken der Deutschen Rentenversicherung aus den Jahren 2003-2007 dienen als Datengrundlage. Zahlenreihen aus den Bereichen Reha-Antragsverfahren und Erwerbsminderungsrentenzugänge werden für die Diagnosegruppen M05-M14 (Entzündliche Polyarthropatien) und M30-M39 (Systemkrankheiten des Bindegewebes) ausgewertet und mit anderen Diagnosegruppen verglichen.

Der Anteil an Rheumatikern an der Klientel der Deutschen Rentenversicherung ist gering. So wurden im Jahr 2007 von 770. 000 Leistungen zur medizinischen und beruflichen Rehabilitation nur 6.117 bei den Erstdiagnosen M05-14 und 1.732 bei den Diagnosen M30-38 durchgeführt. Zudem entfielen 2,25 Prozent aller Erwerbsminderungsrenten auf die Diagnosen M05-14 und 0, 88 Prozent auf die Diagnosen M30-36.

Vergleicht man die Zahlen der Versicherten, die in den letzten fünf Jahren vor den Rentenzugang aufgrund einer Erwerbsminderung eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation in Anspruch genommen haben so stellt man fest, dass der Anteil 2007 bei den Diagnosen M05-M14 54, 67 Prozent und den Diagnosen M30-M36 49,77 Prozent betrug. Auch wenn die schon 1996 veröffentlichten Angaben sich auch in den letzten fünf Jahren widerspiegeln, ist es sehr wichtig, diese Zahlen mit denen anderen Indikationsgruppen zu vergleichen.

So stellte man fest, dass nur die muskuloskelettalen Erkrankungen mit 55,35 Prozent einen höheren Prozentsatz an Rehabilitationsleistungen vor der Frühberentung aufweisen als die rheumatischen Krankheiten. Durch Betrachtungen der Quoten von Reha-Anträgen die in eine Rentenantrag übergegangen sind, sollen indirekte Rückschlüsse darauf zulassen ob Rheumatikern übermäßig häufig eine medizinische Rehabilitation vorenthalten wurde. Diese konnte sich in der Auswertung nicht belegen lassen.

Dieses gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die sozialmedizinische Prognose nach abgeschlossener Rehabilitation bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen wesentlich ungünstiger ist als bei anderen chronischen Erkrankungen. Im Jahr 2007 konnten 20,58 Prozent dieser Versicherten mit einem Leistungsvermögen von unter drei Stunden auf den allgemeinen Arbeitsmarkt entlassen werden, während der Mittelwert bei 14,66 Prozent liegt. Zudem erreichen nur 68 Prozent ein Leistungvermögen von über sechs Stunden, gegenüber einem Durchschnitt von 78 Prozent.

Bei der Altersverteilung bei Rentenbeginn lassen sich keine signifikanten Unterschiede feststellen. Tendenziell sind Rheumatiker aber ein wenig jünger.

In den Jahren 2003 und 2007 haben sich keine auffälligen Veränderungen ergeben, abgesehen von einem leichten Anstieg bei der Inanspruchnahme bei Rehabilitationsleistungen vor der Frühberentung.

Grundsätzlich hat die Analyse gezeigt, das Menschen mit rheumatischen Erkrankungen bezüglich der Inapruchnahme auf Rehabilitationsleistungen nicht benachteiligt werden. Bei genauerer Betrachtung sind jedoch große Unterschiede zu den anderen Indikationsgruppen festzustellen, die aufgrund der Eigendynamik des Krankheits- und Behinderungsbildes zustande kommen. Trotzdem besteht ein Handlungsbedarf, da der positive Effekt einer medizinischen Rehabilitation nicht nur auf die Erkrankungsaktivität sondern auch auf die Lebensqualität nachgewiesen werden konnte.


Weitere Informationen:


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Mehr zum Thema:


Sammelwerk '18. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Innovation in der Rehabilitation - Kommunikation und Vernetzung' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/NV3358X11


Informationsstand: 17.04.2009

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