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Bibliographische Angaben zur Publikation

Gesellschaftliche Teilhabesituation von Menschen mit Behinderung

Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.



Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.


Quelle:

Marburg: Lebenshilfe-Verlag, 2014, 18 Seiten: PDF


Jahr:

2014



Abstract:


Für Menschen mit einer geistigen Behinderung ist der Weg zur gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben nach Einschätzung der deutschen Bevölkerung noch weit. Das zeigt eine repräsentative Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Lebenshilfe mehr als fünf Jahre nach dem In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Die Ergebnisse der Studie bestätigen gleichzeitig, wie wichtig die Schaffung eines Bundesteilhabegesetzes für die Lebenssituation von Menschen mit einer geistigen Behinderung ist.

Der Studie zu Folge hat jeder fünfte Bürger (22 Prozent) Kontakt zu Menschen mit einer geistigen Behinderung, sei es in der eigenen Familie, dem Verwandten- oder Bekanntenkreis. Weiten Teilen der Bevölkerung ist die UN-BRK als Auslöser für die Inklusionsdebatte weitgehend unbekannt. Nur 22 Prozent der Bevölkerung haben von der UN-BRK gehört. Im Mai 2011 waren es 14 Prozent.

Aus der Studie seien hier beispielhaft zwei weitere Ergebnisse vorgestellt:
Zum Bild von Menschen mit einer geistigen Behinderung in der Wahrnehmung der Bevölkerung: Aus Sicht der Befragten sind Menschen mit geistiger Behinderung in erster Linie 'hilfsbedürftig' (88 Prozent). An zweiter Stelle folgt mit 57 Prozent der Begriff 'lebensfroh', knapp dahinter liegen 'ausgegrenzt' und 'Mitleid' mit jeweils 56 Prozent. Jeder zweite Bürger denkt an Berührungsängste. Nur wenige Befragte glauben, dass Menschen mit geistiger Behinderung 'selbstständig' oder 'gut integriert' (jeweils 18 Prozent) sind. Personen, die in ihrem Umfeld Menschen mit einer geistigen Behinderung kennen, nennen diese positiven Begriffe häufiger. Zur Einschätzung von Menschen mit geistiger Behinderung durch die Bevölkerung als überwiegend hilfsbedürftig sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundestagsvizepräsidentin, bei der Vorstellung der Studie: 'Dieses Bild deckt sich nur noch sehr bedingt mit der Wirklichkeit, die wir als Lebenshilfe wahrnehmen. Danach nehmen immer mehr Menschen mit Behinderung ihre Interessen selbstbewusst in die eigene Hand, ob am Arbeitsplatz, im Wohnumfeld oder in Vereinen. Mitleid oder Berührungsängste sind unbegründet.'

Zu den Teilhabechancen von Menschen mit einer geistigen Behinderung am gesellschaftlichen Leben: Die Bevölkerung ist ganz überwiegend der Auffassung, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Bei der Freizeitgestaltung (Sport, kulturelle Aktivitäten) meinen immerhin 19 Prozent der Befragten, dass dies uneingeschränkt möglich ist. Die große Mehrheit (62 Prozent) glaubt, dass die Teilhabe in diesem Bereich nur eingeschränkt möglich ist. Lediglich 14 Prozent halten es für kaum oder gar nicht möglich, dass Menschen mit geistiger Behinderung ihre Freizeit selbstständig gestalten.

'Die persönliche Situation von Menschen mit geistiger Behinderung hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen jedoch, dass bei der umfassenden gesellschaftlichen Teilhabe noch erheblicher Nachholbedarf besteht', sagte Ulla Schmidt. 'Daher muss das im Koalitionsvertrag vereinbarte Bundesteilhabegesetz noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden. Wichtig ist: Die finanzielle Entlastung der Kommunen in Höhe von 5 Milliarden Euro jährlich darf nicht zweckentfremdet werden, sondern muss die Teilhabesituation von Menschen mit Behinderung weiter verbessern.'

Die Befragung ergab weitere wichtige Erkenntnisse hinsichtlich des selbständigen Wohnens, der Freizeitmöglichkeiten, der Teilnahme am regulären Arbeitsleben und insbesondere hinsichtlich der schulischen Inklusion.

[Aus: Information der Herausgeberin]


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Graue Literatur / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Lebenshilfe-Verlag
Homepage: https://www.lebenshilfe.de/informieren/publikation/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV2613


Informationsstand: 14.11.2014

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