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Bibliographische Angaben zur Publikation

Kapazitätsstörungen bei arbeitsfähigen und arbeitsunfähigen Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Baron, Stefanie; Linden, Michael


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 509-510, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Die Feststellung einer Krankheit ist keinesfalls gleichzusetzen mit Arbeitsunfähigkeit. Zur Beurteilung von Arbeitsunfähigkeit sind aus dem aktuellen psychopathologischen Befund Handlungsfähigkeitsstörungen beziehungsweise Kapazitätsstörungen abzuleiten, die den Betroffenen hindern, weiterhin seine Beschäftigung auszuüben. Daten des MDK Berlin-Brandenburg zeigen, dass dies schwierig sein kann. Bei 75 Prozent der Patienten mit psychischen Problemen soll die AU-Feststellung nicht mit den Leitlinien konform gewesen sein.

Das Ziel der Untersuchung war eine Abschätzung, inwieweit sich Patienten in psychosomatischer Rehabilitation, die vor der Aufnahme von ihren behandelnden Ärzten als arbeitsunfähig eingestuft worden waren, hinsichtlich möglicher Kapazitätsstörungen von nicht arbeitsunfähigen Patienten unterscheiden.

Die Patienten wurden mit dem Mini-ICF-Rating für Psychische Störungen beurteilt. Dabei wurden zwei Gruppen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit (128 arbeitsfähig, 105 arbeitsunfähig) gebildet. Diese wurden hinsichtlich vorhandener Kapazitätsstörungen untersucht und miteinander verglichen.

Für alle mit dem Mini-ICF-P erfassten Kapazitätsstörungen wie auch den Globalwert ergaben sich hoch signifikante Gruppenunterschiede mit geringeren Werten in der Gruppe der Arbeitsfähigen. Dies zeigt, dass die als arbeitsunfähig eingestuften Patienten sowohl global als auch bezüglich einzelner Fähigkeiten signifikant stärkere Beeinträchtigungen als arbeitsfähige Patienten haben. Damit erscheinen die Arbeitsunfähigkeitsbeurteilungen prinzipiell gerechtfertigt.

Da die inhaltliche Abgrenzung zwischen Funktionsstörungen einerseits und Kapazitätsstörungen andererseits schwerer ist als bei somatischen Erkrankungen, macht die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Störungen besondere Probleme. Ebenso hat auch die Selbsteinschätzung der Patienten einen größeren Einfluss bei der Feststellung entsprechender Defizite. Es hat sich gezeigt, dass das Mini-ICF-P als Instrument geeignet ist, zu einer Objektivierung und Standardisierung dieses Beurteilungsprozesses beizutragen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x69


Informationsstand: 21.06.2006

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