Inhalt

in Literatur blättern

  • Detailansicht

Bibliographische Angaben zur Publikation

Zurück an den Arbeitsplatz: Effekte Stufenweiser Wiedereingliederung nach medizinischer Rehabilitation

Vortrag auf dem Fünfzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 13. bis 15. März 2006 in Bayreuth



Autor/in:

Stapel, Matthias; Kulick, Barbara


Herausgeber/in:

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2006, Sonderausgabe, Seite 65-67, Bad Homburg v. d. H.: wdv Gesellschaft für Medien und Kommunikation


Jahr:

2006



Abstract:


Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels, der demografischen Entwicklung und der Abnahme finanzieller Ressourcen im Gesundheitswesen bedarf es einer differenzierten wirkungsvollen Integrationsförderung chronisch kranker Menschen, denn dieser Personengruppe bereitet der Erhalt oder die Wiederaufnahme eines Arbeitsplatzes besondere Anstrengungen. Mit der Stufenweisen Wiedereingliederung (STW) steht ein Instrument zur Verfügung, welches explizit der beruflichen Wiedereingliederung dient.

In einer ersten Analyse zur Inanspruchnahme der STW zeigt sich, dass im ersten Halbjahr 2005 N=148 Versicherte ein STW im Anschluss an eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme absolvierten. Für die Untersuchung wurde eine Stichprobe herangezogen und mit den Ergebnissen ohne Inanspruchnahme einer STW verglichen.

In einem halbstrukturierten telefonischen Interview wurden die Versicherten fünf Monate nach Beendigung der Rehabilitationsmaßnahme zu unterschiedlichen Bereichen befragt. Erfragt wurden Verhaltenseinschätzungen zur subjektiven Gesundheit und zur Leistungsfähigkeit, Informationen zum Erhalt des bisherigen Arbeitsplatzes und zur aktuellen Arbeitsfähigkeit sowie eine freie Beurteilung der STW.

Insgesamt zeigte sich, dass die Versicherten, die eine STW absolvierten, mehr von der medizinischen Rehabilitation profitierten. In dieser Gruppe blieb der Arbeitsplatz in jedem Fall erhalten und der Versicherte nach Beendigung der Maßnahme nicht mehr arbeitsunfähig.

Auffällig ist jedoch, dass sich die Stufenpläne innerhalb der Gruppe kaum unterscheiden. Bei der freien Beurteilung äußerten sich die Versicherten überwiegend positiv, mit besonderer Hervorhebung der sukzessiven Heranführung an die ursprüngliche Belastung am Arbeitsplatz auch nach länger andauernder Arbeitsunfähigkeit.

Voraussetzung einer STW ist, dass der Versicherte bei Beendigung der medizinischen Rehabilitation arbeitsunfähig ist, die Maßnahme an dem bisherigen Arbeitsplatz des Versicherten durchgeführt wird und eine positive sozialmedizinische Leistungsbeurteilung für die letzte Tätigkeit und den allgemeinen Arbeitsmarkt vorliegt. Die Behandlungseinrichtung forciert die Stufenweise Wiedereingliederung und bahnt den Kontakt zu den Arbeitgebern.

Da der Stichprobenumfang nur gering war, sind gesicherte Aussagen kaum möglich. Die Ergebnisse begründen dennoch die Annahme, dass vor allem hochmotivierte Versicherte der Empfehlung einer STW folgen. Sie sprechen zudem für eine erfolgreiche Wiedereingliederung und für geringe Fehlzeiten. Problematisch könnte die Zustimmung des jeweiligen Arbeitgebers zu einer Stufenweisen Wiedereingliederung sein.

Insgesamt ermutigen die Ergebnisse zu einer Nutzung der STW, denn sie fördert auch unter gleichzeitiger Nutzung von Nachsorgemaßnahmen die Nachhaltigkeit der medizinischen Rehabilitation.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Sammelwerk '15. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium: Rehabilitation und Arbeitswelt - Herausforderungen und Strategien'




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/GL1372x22


Informationsstand: 02.06.2006

in Literatur blättern