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Bibliographische Angaben zur Publikation

Der Zusammenhang leichter kognitiver Einbußen und der subjektiven beruflichen Leistungsfähigkeit bei 50- bis 59-jährigen Patienten in stationärer psychosomatischer Rehabilitation

Vortrag auf dem Vierzehnten Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquium vom 28. Februar bis 2. März 2005 in Hannover



Autor/in:

Wagner, Stefanie; Kaschel, Reiner; Paulsen, Sönke [u. a.]


Herausgeber/in:

Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR)


Quelle:

Deutsche Rentenversicherung, 2005, Sonderausgabe, Seite 464-465, Bad Homburg v. d. H.: WDV Wirtschaftsdienst


Jahr:

2005



Abstract:


Leichte kognitive Einbußen wurden bisher überwiegend an älteren Menschen über 65 Jahren erforscht. In der jetzigen Studie wurde untersucht, wie häufig leichte kognitive Beeinträchtigungen bereits bei der Altersgruppe der 50- bis 59-jährigen auftreten und ob sich diese auch in der subjektiven beruflichen Leistungsfähigkeit widerspiegeln.

Wie in vergangenen Studien gezeigt werden konnte, besteht bei 50- bis 59-jährigen Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation ein hohes Maß an beruflicher Belastung in Bezug auf technologische Veränderungen und Umstrukturierungen am Arbeitsplatz. Geringgradige kognitive Einbußen können die berufliche Leistungsfähigkeit besonders bei neuen Anforderungen, wie etwa neu eingeführter EDV beziehungsweise PC-Nutzung am Arbeitsplatz, deutlich beeinträchtigen.

Auch bei schweren depressiven Störungen lassen sich häufig kognitive Leistungseinbußen nachweisen. Während die Hypothese der 'depressiven Pseudodemenz' impliziert, dass es sich gar nicht um 'echte' kognitive Einbußen handelt, sondern lediglich um Begleiterscheinungen der Depression, zeigen neuere Studien, dass manche dieser Einbußen auch nach klinischer Besserung der Depression fortbestehen.

Mit Patienten der psychosomatischen Klinik Bad Neustadt/Saale wurde eine Testbatterie aus standardisierten kognitiven Testverfahren durchgeführt und sie wurden zur subjektiven Einschätzung ihrer beruflichen Leistungsfähigkeit befragt.

Die hohe Anzahl an auffälligen Patienten in der Altersgruppe der 50- bis 59-jährigen unterstreicht, dass kognitive Abbauerscheinungen schon sehr viel früher beginnen, als bisherige Studien vermuten lassen. Im Gegensatz zu Studien, die bei Depressiven zum Teil weitreichende kognitive Einbußen erbrachten, waren diese in der jetzigen Studie lediglich in den Reaktionszeiten bei der selektiven Aufmerksamkeit langsamer als nicht/ leicht depressive Teilnehmer. Dies bedeutet aber nicht, dass bei einer Dauerbeanspruchung keine Defizite manifest werden.

Wie zu erwarten, wurde die subjektive Einschätzung der beruflichen Leistungsfähigkeit erheblich durch die Depressivität beeinträchtigt. Auch leichte kognitive Einbußen beeinflussen die berufliche Leistungsfähigkeit. Eventuell gleichzeitig auftretende Depressionen erschweren die Anpassung noch zusätzlich.

Die beeinträchtigten geistigen Funktionsbereiche von Patienten mit leichten kognitiven Einbußen sind möglicherweise in dieser frühen Phase noch gut durch kognitive Trainingsmaßnahmen kompensierbar. Geeignete Trainingsprogramme könnten die berufliche Leistungsfähigkeit der Betroffenen erhalten oder verbessern, und ein Abgleiten in eine Demenz hinauszögern. Leider existieren derzeit nur wenige Studien zur Wirksamkeit kognitiver Trainingsprogramme bei Patienten mit leichten kognitiven Einbußen, besonders bei Patienten unter 65 Jahren.


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Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Strukturierter Merkmalkatalog' | REHADAT-Literatur




Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag / Forschungsergebnis




Bezugsmöglichkeit:


Deutsche Rentenversicherung
Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Ueber-uns-...

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Referenznummer:

R/GL135948


Informationsstand: 12.04.2005

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